Keine Giftpfeile, aber ein Sieg

SV Werder Bremen gegen den FC Bayern München hieß es am Wochenende. Topspiel, eigentlich. Vor dem Spiel traf allerdings der 14 auf den 4 und somit wurde aus einem vermeintlichen Topspiel schon ganz schnell ein Duell zweier Teams, die „in der Krise“ stecken. Es ist natürlich alles gehopst wie gesprungen, den ein Topspiel ist die Begegnung zwischen Bremen und Bayern immer, egal welche Platzierungen beide inne haben.

Enttäuschend war das Vorgeplänkel unter der Woche. Keine Giftpfeile aus Bremen, aus München oder aus welcher Himmelsrichtung auch immer. Es war schon absurd ruhig vor diesem „Battle“. Das ganze hatte einen ungewohnten Geschmack. Es ist schon verständlich das keine Giftpfeile ausgesät worden sind, wo doch beide Teams ihre ganz eigenen Probleme haben. Die Bremer kämpfen mit der Situation, mit ihrem Tabellenplatz und innerlich vermutlich auch mit der Frage, wie lange ein Thomas Schaaf noch weilen darf. Wir bekämpfen uns auf ganz großer Bühne selbstständig. Alle Gegeneinander, Jeder gegen Jeden. Da fehlten mir die üblichen Giftpfeile schon ein wenig, denn die hätten den idiotischen Unfug auf Führungsebene vielleicht abstellen können.

Werder Bremen – FC Bayern München

Ein Topspiel, das derzeit eigentlich kein Topspiel ist. Präsentiert haben wir uns in den ersten Minuten beider Hälfte relativ fahrlässig, ermöglichten den Bremern Torraumszenen, sogar teilweise sehr gute. Danach fingen wir uns aber jeweils und versuchten den Bremern unser Spiel aufzudrängen. Das klappte im 1. Durchgang relativ gut, im zweiten dann sogar gut.

Im 2. Durchgang hatten wir aber auch den Vorteil, dass die Bremer sich durch ihr Tor selbst schockten. Man hat vermutlich an der Weser nicht geglaubt, dass man beim großen FCB etwas holen wird können und dann liegt man plötzlich vorne. Per Mertesacker war der unglückliche, der uns die Kugel einschob. Merte hatte aber etwas Hilfe von einer fahrlässigen Abwehr, holla Beginn der 2. Hälfte, und dem Knie von Anatoliy Tymoshchuk der den Ball noch abfälschte. Unglückliches Ding, aber wer rechnet auch mit einem Tor von Mertesacker mit dem Fuß. Dumm gelaufen, stärkte uns aber eher als das ein Nachteil darstellte.

Nach dem Gegentreffer spielten wir weiter, wir haben auf den Ausgleich gedrängt und ihn folgerichtig geschafft. Arjen Robben war in der Mitte zustellen und sprang so in den Ball, das der reingeht. Daran anschließend war Bremen erst recht nicht mehr auf den Beinen und dann kam noch das 2. Tor von Per Mertesacker an diesem Tag. Ins eigene Tor allerdings. Blöd gelaufen für den Nationalverteidiger, aber er wollte halt als Siegtorschütze vom Feld gehen. Die verunsicherten Bremer wollten danach noch auf den Ausgleich drängen, doch bei uns schaffte man es, Konter vernünftig zu Ende zu fahren, wenn auch mit etwas Glück vor dem 3:1 durch Miro Klose als Müller in den Ball sprang und ihn erreichte. Der Rest war in diesem Fall dann auch nur noch Formsache.

Tim Wiese ist dann im Anschluss auch noch runtergeflogen. Bei einem Ball auf Müller rennt Wiese raus und haut Müller so dermaßen im Kampfstil um, dass das selbstverständlich Rot geben musste. Wiese wusste auch, was auf ihn zukam. Er schaute sich keinen Moment nach Müller und/oder Kinnhöfer um sondern ging direkt vom Feld. Da gab es noch nicht mal eine Karte. Das DFB Sportgericht hat auch nicht gezögert und sperrte den Bremer-Keeper für 3 Spiele. In meinen Augen völlig zu Recht, weil das einsteigen von Herrn Tim W. aus Bremen auch total unnötig war.

Philipp Lahm

Nach dem Abgang von Mark van Bommel scheint Philipp Lahm wieder an seine alte Form kommen zu wollen. Gegen Aachen ist mir „unser neuer“ Kapitän schon positiv aufgefalle und auch gegen Bremen zeigte er wieder eine ansprechende Leistung. Natürlich noch nicht auf dem Niveau, wie er es mal gezeigt hat, aber deutlich gesteigert im Vergleich zur Hinrunde.

Ich hoffe, er wird sich immer noch steigern. Aber immerhin ist er mir positiv aufgefallen, das hat ich lange nicht mehr in unseren Spielen.

T-Watch

Die Rubrik meiner Rückrunden-Analyse bleibt natürlich der T-Watch. Thomas Kraft stand auch gegen Bremen wieder im Kasten. Schon fast überraschend, nach dem Louis van Gaal ihn schon stark kritisierte nach dem Spiel gegen Aachen.

Kraft sah beim Gegentreffer zwar nicht glücklich aus, war aber auch ein fieses Ding von Mertesacker. Ansonsten ist mir nichts aufgefallen, was es besonders zu loben oder zu kritisieren gab. Solide Leistung vom Greenhorn.

Dennis

Chefsesselakrobat und begeisteter Blogger wie auch Sport- und vor allem Serienfanatiker. Baujahr Mitte 1989.