Ausgelutscht

Nach dem deprimierenden Spiel gegen Borussia Dortmund folgte unter der Woche die so genannte Auferstehung gegen das kleine Villareal. Doch Villareal war nur ein kleiner Baustein, wie man heute wieder sehen konnte.

Der 1. FSV Mainz 05 schlägt uns in ihrer Coface Arena mit 3:2. Würde ich jetzt sagen, »unverdient«, würde ich mir vermutlich ins eigene Fleisch schneiden. Thomas Tuchel hat, anders wie Villareal unter der Woche, unseren Gameplan gekannt. Unseren Gameplan, den wir in dieser Saison durchgängig anwenden.

Sobald uns der Gegner mit hohem Pressing antwortet, stehen wir vor der Ratlosigkeit. Hinzu kam heute, wie auch am letzten Samstag gegen Dortmund, die fehlende Variabilität. Das defensive Mittelfeld mit David Alaba und Luiz Gustavo war unterirdisch. Weder der junge Österreicher noch der mittlerweile routinierte Gustavo fanden sich zurecht. Das sorgte vor allem dafür, dass die Linien zwischen Defensive und offensivem Mittelfeld sehr weit auseinander waren.

Die mitwirkende Verunsicherung im kompletten Defensivverbund, möchte ich am liebsten gar nicht erwähnen. Sogar ein Manuel Neuer hat sich davon anstecken lassen.

Ich mag es nicht, dass man alles von Bastian Schweinsteiger abhängig macht. Natürlich ist ein Schweinsteiger, oder »Hase« wie wir ihn neuerdings liebevoll nennen, nicht einfach zu ersetzen. Trotzdem sind die Niederlagen gegen Dortmund und Mainz nicht daran auszumachen. Heute hätte die Linie mit Alaba und Gustavo reichen müssen. Wobei ich Alaba sowieso nicht so gern im Defensivverbund sehe. Wenn es um die Defensivarbeit geht, fehlen ihm noch etliche Zehntel. Trotzdem darf uns so etwas wie heute eigentlich nicht passieren.

In absehbarer Zeit muss ein zweiter Gameplan her. Mindestens! Wenn uns die Gegner so wie Dortmund oder Mainz oder Hannover oder zum Teil Augsburg gegenüber stehen, dann artet das oft in Probleme aus. Und weil wir derzeit nicht in der Lage sind, die richtigen Adjustments zu treffen, lässt man uns an ausgestreckter Hand lächerlich verhungern.

Wir sind gut, wenn der Gegner offensiv mitspielt. Was zum Beispiel nächste Woche ein großer Schmaus werden könnte gegen Bremen. Spielt man Pressing gegen uns, steht kompakt und macht die Räume eng, dann sieht das so aus wie heute oder gegen Dortmund.

Dennis

Chefsesselakrobat und begeisteter Blogger wie auch Sport- und vor allem Serienfanatiker. Baujahr Mitte 1989.