Klassenerhalt vorzeitig gesichert

Mit einem 2:0 über den VfL Wolfsburg hat der FC Bayern München am gestrigen Samstag die ominöse Grenze von 40 Punkten erreicht. Der Klassenerhalt ist vorzeitig geschafft.

Kommen wir aber zu den wirklichen belangen zurück. Diese Rückrunde fühlt sich momentan so zäh an, wie der Beginn der Hinrunde. Alles erinnert ein wenig an Bill Murray und dem Film »Und täglich grüßt das Murmeltier« von 1993.

Zu erst kam(en) die Niederlage(n) gegen Borussia Mönchengladbach, die man sich selbst auf gelegt hat und dann gestern der zähe Erfolg über die Wölfe von Felix Magath.

Ich mein, wenn die Zeitschleife uns am Ende 6 Punkte Vorsprung beschert, ist alles in bester Ordnung. Auch wenn die Leistungen aus Gladbach und dem Spiel gegen Wolfsburg eher nichts gutes aussagen.

Auch gestern spürte man wieder elendige Ideenlosigkeit im Spiel nach vorne. Macht der Gegner zu, sieht es bei uns einfach sehr nebelig im Spiel nach vorne aus. Da half nicht mal die früher viel gelobte Flügelzange aus Arjen Robben und Franck Ribéry.

Mit einigen anfänglich guten Seitenwechsel belebte die Flügelzange das Spiel zwar, aber viele Offensivaktionen entstanden daraus dann aber auch nicht.

In der ersten Halbzeit gab es außer einer Szene von Mario Gomez, der in der 19. Minute an Diego Benaglio scheiterte. Vielleicht auch nur an sich selber. Das war aber auch die einzige wirklich gute Aktion, die zu einem Tor hätte führen können.

Ok, da gab es noch kurz vor dem Pausentee ein Foulspiel im Strafraum an Ribéry, das ahndungswürdig war.

Nach der Halbzeit machte der VfL aus der Autostadt tatsächlich etwas mehr. Dadurch kamen mehr Räume für uns. Die wir aber selten nutzen konnten.

Eigentlich folgerichtig, fiel unser 1:0 durch eine Standardsituation. Toni Kroos bringt einen Freistoß nahe der Toraußenlinie in die Mitte. Gomez kommt an den Ball, kann das Ding aber nicht drauf köpfen. Bekam aber die zweite Chance und vollstreckte ins Tor. Der Torschlossenteiser wurde gefunden.

Etwas verwundert guckte ich in der Folge immer wieder darauf, wie viel Platz wir Wolfsburgs Koo gelassen haben. Eigentlich jede gute Aktion in der zweiten Hälfte der Wölfe ging durch den Südkoreaner aus. Und wir haben selten Zugriff auf den Asiaten bekommen.

Dadurch das die Wölfe endlich komplett aus ihrer defensiven Haltung erwachten, entstanden dann immer mehr Räume. In der 80. Minute hätte Ribéry eigentlich die Entscheidung machen müssen. Kroos sieht den völlig freien Franzosen doch Benaglio macht die Winkel geschickt dicht und kann das Ding parieren.

Die letzten Minuten waren dann alles andere als keine Zitterpartie für uns.

Erst in der Nachspielzeit fiel die Entscheidung. Lahm hebt den Ball über die Abwehr auf Olic, dieser sieht das Benaglio auf ihn zu kommt und lupft das Ding Richtung Kasten. Wolfsburgs Lopez hat das Ding zwar noch gerade noch von der Linie bekommen, traf bei seiner Rettung aber den mitlaufenden Robben. So bekommt Olic zwar nicht das Tor gut geschrieben, offiziell, aber eigentlich war es trotzdem seines.

Das Hinspiel war nicht unwesentlich Zäher. Damals konnte Luiz Gustavo in der Nachspielzeit den Siegtreffer auspacken. Da wären wir wieder bei »Und täglich grüßt das Murmeltier«.

Unser Spiel mag funktionieren wenn wir führen und der Gegner aufmacht oder wenn der Gegner von Anfang mitspielt, wie oftmals in der Champions League, aber ansonsten, ist das nicht die Meisterklasse, die ich mir für meinen geliebten FC Bayern wünsche.

Am nächsten Samstag gibt es das »Topspiel« gegen den Hamburger SV. Ein Gegner, der uns eigentlich gelegen kommen müsste durch deren abstrakte Defensivkunst. Eigentlich. Lassen wir uns überraschen.

Dennis

Chefsesselakrobat und begeisteter Blogger wie auch Sport- und vor allem Serienfanatiker. Baujahr Mitte 1989.