Mau, Mauer, FC Bayern

0:0 gegen den Tabellenletzten ist für jemanden, der Meister werden will, Mitte Mai in der heimischen Arena zumindest ganz nahe am Topf mit den großen Henkeln sein und in Berlin einen Pott gewinnen möchte sehr Mau.

Dazu muss man leider sagen, hat der SC Freiburg richtig gut agiert. Deren Spiel hat mir phasenweise, eigentlich durchweg, gut gefallen.

Ich erinnere mich noch sehr gut an den 12. Spieltag. Heimspiel gegen den amtierenden deutschen Meister. (Das fällt mir echt schwer, also dieses amtierende…). Dortmund hatte genau ein Ziel. Destruktiv zu spielen, mit geschicktem, frühen Pressing und bewusst auf die wenigen Konter aus. Zielführend war das ganze. Die Dortmunder gewannen.

Anders präsentierte sich dagegen der SC Freiburg. Das Pressing war ebenfalls vorhanden, aber man hat nicht auf die Konter gewartet, sondern hat das Spiel gemacht. Zumindest in soweit, es der Tabellenletzte phasenweise konnte.

Es ist grausam anzusehen, dass ein stupides, frühes Pressing reicht, um uns vor große Schwierigkeiten zu stellen.

Na gut. Pressing ist sicherlich kein stupides Mittel.

Im Dreisamstadion badenova-Stadion MAGE SOLAR Stadion war genau das wieder zielführend. Und das böse ist, man konnte vor allem in der ersten Halbzeit immer und immer wieder sehen, wie sich das Mittelfeld als nicht existent erwies. Unsere Abwehrkette konnte den Ball solange halten, wie sie mochte. Es kam schlichtweg keine Unterstützung aus dem Mittelfeld. Deshalb gab es eine Art Kick & Rush, welches natürlich nicht funktionieren sollte.

Es gab eine, ohne Scherz, eine Aktion in der ersten Hälfte, die gut war. Da ging es aber nicht per Kick & Rush, sondern kurz, schnell und leicht riskant/direkt. Eben genau das Spiel, was uns in den Spieltagen 3 bis 7 und 9 ausgemacht hat. (Ja, es gab noch einige einzelne weitere Spiele…).

Während Jupp Heynckes noch in den ersten 45 Minuten auf die Elf ohne Robben vertraute, machte er in der Halbzeit den Magic-Move. Er brachte Robben für Rafinha. Richtig gehört. Rafinha durfte die zweite Halbzeit nicht mitnehmen.

Rafinha wurde aber sicherlich nicht wegen seiner Leistung ausgewechselt. Sondern weil er mit die meisten langen Bälle schlug. Aber es blieb ja auch nichts über. Bauernopfer, weil das Mittelfeld sich gar nicht bis zu wenig anbot.

Die zweite Halbzeit entwickelte sich dann zu einem kleinen Schlagabtausch. In dem beide das Spiel hätten gewinnen und verlieren können. Man muss sich vermutlich mit dem einen Punkt zufriedener geben, als man es sein dürfte.

Und warum tun wir uns dann immer so schwer?

Es fehlt an Bewegung im Mittelfeld bei Pressing des Gegners. Da wird sich nicht angeboten, es erfolgt keine Unterstützung der Viererkette, die den Ball in sich selbst zirkulieren lassen muss. Keine Bewegung bedeutet dann schlichtweg auch, dass man den Gegner signalisiert, er macht es genau richtig.

Zusätzlich fehlt uns die Variabilität. Wir können einfach nicht aus dem 4231 entweichen. Gerade die Einwechslung Robbens für Rafinha zeigte das mal wieder deutlich. Statt variabler zu werden, erfolgte eine Rochade durch das halbe Team. Lahm, Alaba, Kroos und Müller mussten ihre Position wechseln, nur damit das 4231 weiter aufrecht erhalten werden konnte. Auch die spätere Einwechslung von Olic brachte keine neue Variable ins Spiel.

Momentan frustriert es mich, immer wieder zu sehen, wie wir uns selbst ins eigene Fleisch schneiden, durch diese Unbeweglichkeit im Spielsystem.

Ich warte immer noch darauf, dass Jupp Heynckes da gegensteuern kann. Nur wie lange soll ich darauf noch warten? Mir geht irgendwann die Hoffnung auch flöten, dass da was passieren wird.

Aber Don Jupp trägt, wenn überhaupt, nur einen Bruchteil an solchen Ergebnissen bei. Auf dem Feld stehen letztlich immer noch die Spieler in der Pflicht. Nur kommt man dieser Pflicht oft genug nicht nach.

Kampf, Lust, Spaß. Alles nicht zu finden. Nicht mal eine “normale” Arbeitsleistung war über Phasen zu spüren.

Da fällt mir ein, unser Präsident nörgelt lieber über die Schiedsrichter. Statt mal bei den Spielern an etwas zu appellieren. Ach müßig, alles.

Mehr Ruhe und mehr Sitte kann ich für heute nicht ausstrahlen. Muss genügend.

PS: Schiri Gagelmann hat in der Tat mal richtig gut gepfiffen.

SC Freiburg – FC Bayern München 0:0
FC Bayern: #1 Neuer; #21 Lahm – #28 Badstuber – #17 Boateng – #13 Rafinha (45’ #10 Robben); #27 Alaba – #30 Luiz Gustavo; #7 Ribéry – #39 Kroos – #25 Müller; #33 Gomez (73’ #11 Olic)

Dennis

Chefsesselakrobat und begeisteter Blogger wie auch Sport- und vor allem Serienfanatiker. Baujahr Mitte 1989.

Kommentare (2)

  1. Wie geht es denn zusammen, die sture Systemeinhaltung zu bemängeln, aber den Trainer von jeder Kritik freizusprechen?

  2. Ich spreche Jupp doch gar nicht von Kritik frei. Bruchteile trägt er mit bei. Dass das Mittelfeld aber bei Pressing nicht verschiebt, sich nicht bewegt, dass kann Jupp Heynckes imho nicht angelastet werden. Ich bezweifel, dass Heynckes im Training erklärt, dass man bei Pressing des Gegner sich einen Platz sucht um Mini-Kornkreise in den Rasen zu stampfen.

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