Winterschlaf nicht beendet

Das wir den Rückrundenauftakt gegen Borussia Mönchengladbach verloren haben. Ist eigentlich halb so wild. Viel mehr bestürzt die Art und Weise.

Die Art und Weise wie uns die Borussia aus Mönchengladbach bezwungen hat, ist nicht anders als die Niederlagen aus der Hinrunde, die wir uns eingefahren haben.

Sobald uns Teams mit einer Kompaktheit gegenüber stehen, stehen wir vor Problemen. Mittlerweile hat sich das halt durch die Liga gesprochen.

Das sich das durch die Bundesliga gesprochen hat, ist eigentlich nicht schlimm. Mit unserem Potenzial sollte man trotzdem gegen diese Abwehrbollwerke bestehen können und das Scheunentor öffnen können. Das gelingt uns aber nicht gegen Teams wie Dortmund oder Gladbach, die das mit der Kompaktheit par excellence ausüben.

Wir schaffen dann oft zwar genügend Ballbesitz. Aber Ballbesitz ist eben nicht alles. Man muss sich nur mal die Zweikampfstatistik von Freitag anschauen. Unsere Zweikampfquote spricht für sich.

Nimmt man den Wert vom Statistikanbieter Impire kommt der FC Bayern immerhin auf 43 % gew. Zweikämpfe. Schaut man sich die Daten von Opta an, sind es auf einmal nur noch 34 %. Ganz ehrlich: Für mich ist der zweite Werte irgendwie realistischer mit meiner Wahrnehmung vom Freitag.

Unser Ballgeschiebe bringt nichts ohne Ideen. Und genau diese Ideen haben wir derzeit nicht. Ob wir mit einem nicht gesperrten Franck Ribéry besser gewesen wären. Großes Fragezeichen.

Wenn man keine Ideen hat und hinten dem Gegner so aushilft wie wir, wird es halt immer schwieriger aus solchen Spielen als Sieger hervorzugehen.

Manuel Neuer hat gebockt. Groß gebockt. Er mag auch die Niederlage eingeläutet haben. Aber das war es dann auch schon, mehr oder weniger. Das Spiel wurde im Team verloren, nicht auf der Torhüterposition. Auch wenn der Fehler zum ins Grab drehen war. Da darf auch ein Manuel Neuer gerne mal den Ball auf die VIP Tribüne bolzen.

Neuer machte nur das vor, was er von der eigenen Abwehr offenbar erwartet hatte. Was für Lücken wir hinten drin hatten. Unfassbar. Als ob man einfach nur ein Seil zerschneiden müsse als Gegner bei uns und damit die Abwehr überwunden hat.

Eigentlich unglaublich, das wir diese Abwehrdefizite überhaupt nicht in den Griff bekommen. Ganz schön Übel.

Arjen Robben wäre übrigens ein Kandidat für die Nachfolge von Ilkay Gündogan. Derzeit zumindest. Dieser »Integration gelingt spielend.«-Spot wäre definitiv etwas für Robben. Am Freitag machte Jerome Boateng deutlich, wie wenig integriert Herr Robben scheint.

Alleinikov?

Ich halte es für schwierig, die alleinige Schuld bei Robben zu suchen. Natürlich trägt er dazu bei. Mit seinem Egoismus, seiner Körpersprache. Das ist nicht hilfreich, um angenommen zu werden. Aber so Aktionen wie die vom Boateng, der ihn dann komplett ignoriert, sprechen auch eine Sprache, dass das innerhalb des Teams als großes Problem dar steht.

Also die Integration eines »Alleinikov«.

Natürlich ist dann auch noch ein Boateng hinter ihm, der als Außenverteidiger nicht geschaffen ist, ein weiteres Problem. Das durch das Trainerteam forciert wird. Hätte man sich auch abschminken können, wenn man auf Rafinha bauen würde. Würde Robben sicherlich besser passen.

Gegen Gladbach kann man mal verlieren. Oder auch zwei mal.

Die richtigen Adjustments kommen hoffentlich bis zum nächsten Spiel, nächste Woche geht’s dann gegen den VfL Wolfsburg. Dann starten wir halt einen Lauf, wie in der Hinrunde.

Mist. So richtig glaub ich daran nicht. Hoffentlich trügt mich mein Gefühl.

Dennis

Chefsesselakrobat und begeisteter Blogger wie auch Sport- und vor allem Serienfanatiker. Baujahr Mitte 1989.