Mehr als nur souverän

Gibt es passende Synonyme für „souverän“? Mir würde spontan am ehesten noch „überlegen“ einfallen. Aber ob das so gut passt, wie „souverän“?

Es war schon ein interessantes Spiel gegen Mainz am Sonnabend. Gute 40 Minuten haben wir den Mainzer, mehr oder weniger, das Spiel machen lassen. Allerdings nur so weit, dass es nie wirklich gefährlich wurde durch die Karnevalstruppe.

Erst danach kamen wir zu den ersten Chancen. Nach einer Ecke köpfte Javi Martinez aufs Tor. Wetklo entschärfte allerdings. Einige Sekunden später, als die Mainzer schon wieder im Angriff waren, legte wir einen sauberen Gegenangriff an. Langer Ball, Toni Kroos leitet den Ball instinktiv und wunderbar weiter und Thomas Müller umlief den Mainzer Torhüter Wetklo und vollstreckte. Führung kurz vor der Pause.

Das war schon ein ziemlich cooler Konter, den wir fuhren. Habe ich, wenn ich ehrlich bin, lange nicht so gesehen von uns. Sehr lange.

In der zweiten Halbzeit machten wir dann relativ schnell den Braten gar. Ein wunderbarer Angriff über die linke Seite mit David Alaba und Toni Kroos sorgte für das 2:0 durch Mario Mandzukic. Ich glaube einige wollten schon „tiqui-taca“ rufen. Das überaus schöne an diesem 2:0 war, dass mit einem wieder wunderbaren Angriff das 3:0 eingeläutet wurde. Dieses Mal über die andere Seite. Müller und Lahm bereiteten das zweite Tor von Mandzukic vor. Auch wunderbar. Auch wieder in einem angehauchten „tiqui-taca“. Arbeitet Pep schon bei uns?

Man muss Jupp Heynckes recht geben, wenn er derzeit von Beginn an nicht auf Arjen Robben oder auch Mario Gomez vertraut. Momentan läuft alles gut. Und dennoch, kann ich so manche Entscheidung nicht verstehen. Wie gestern z. B. die späten Wechsel, die bei Heynckes ja leider keine Seltenheit sind. Aber wenn man nach 57. Minuten souverän 3:0 führt, dann kann man doch mal was für die Bank tun. Etwas für die Moral auf der Bank. Man kann den Spielern, die momentan eben nicht auf der Warteliste sitzen, Einsatzzeiten von 30+ Minuten geben. Doch Don Jupp kann das nicht. Oder er will es nicht.

Er wechselte Robben und Gomez erst nach der 75. Minute ein. Er verschenkt 15 Minuten für diese Spieler, die momentan nicht den Vorzug erhalten. Warum? Kann mir das jemand erklären? Bitte.

Sicherlich können wir darüber diskutieren, ob Robben es sich überhaupt verdient, Einsatzzeiten zu bekommen, wenn er nur am Nörgeln ist. Aber dennoch muss man nicht immer so spät wechseln. Vermutlich ändert sich das aber nicht mehr bis zum Sommer.

Robben signalisierte prompt nach Schlusspfiff, wie sehr ihn die aktuelle Situation stört. Im Vollsprint war er binnen weniger Sekunden im Kabinentrakt verschwunden. Natürlich kann ich seinen Unmut verstehen, weil ein Sportler will immer und immer spielen. Aber hier geht es nicht um Einzelschicksale. Fußball ist ein Teamsport und das muss er einfach verstehen.

Dennis

Chefsesselakrobat und begeisteter Blogger wie auch Sport- und vor allem Serienfanatiker. Baujahr Mitte 1989.