Parameter Offensive gegen Inter

Ein wahnsinnig attraktives Spiel, sahen die Zuschauer im San Siro und an den Fernsehbildschirmen am gestrigen Abend zwischen Internazionale und dem FC Bayern München.

Das Spiel wurde attraktiv durch – positiv formuliert – schwächelnde Abwehrreihen auf beider Seiten. Beim FCB und auch bei Inter sind die Probleme in der Abwehr in dieser Saison nichts Neues.

Louis van Gaal schien eine Aufstellung mit Danijel Pranjic als 6er und Luiz Gustavo als Linksverteidiger raus. Pustekuchen! Schon zu Spielbeginn spielte Gustavo auf der #6 direkt gegen Wesley Sneijder. Unser neuer Brasilianer machte seine Sache gegen Sneijder sehr gut, so das Sneijder schon die #10 früh hat fallen lassen und versuchte über die Außen mehr und mehr zu kommen.

Unsicherheitsfaktor in der Abwehr war mal wieder Holger Badstuber, oder wie er bei Twitter schon heißt „Holger Badstümper“. Das verflixte zweite Jahr bei Badstuber? Eigentlich bin ich kein großer Fan von Badstuber, aber er möge sich doch bitte am Riemen reißen. Wir brauchen eine Abwehr, die uns Punke sichert und nicht diese dem Gegner schenkt. Als Pranjic noch in der 1. Halbzeit wegen einer Verletzung raus genommen wurde, rückte Badstuber auf die LV-Position und Breno ging in die Abwehrzentrale. Dadurch wurde die Abwehr etwas stabiler, auch wenn sich Breno und Anatoliy Tymoshchuk auch noch die eine oder andere Nachlässigkeit erlaubten. Pranjic spielte bis zu seiner Auswechslung übrigens sehr gut. Möchte man vom Kroaten doch tatsächlich öfter sehen.

Kraft und die „kahnesken“ Momente

Torhüter sein ist nicht leicht und schon gar nicht, beim FC Bayern. In der Rolle von Thomas Kraft möchte ich nicht stecken. Das Gefühl, eigentlich nur vom Trainer und 50 % der Fans „unterstütz“ zu werden, muss unangenehm sein. Letztendlich stellt der Trainer auf, aber der Vorstand definiert den Trainer. Sollte van Gaal also gehen oder gegangen werden, irgendwann, kann es für Kraft schneller vorbei sein als gewünscht.

Was unsere aktuelle #1 da gestern im San Siro ablieferte, war aber auch aus den Augen eines „Manuel Neuer-Supporters“ erstklassig. Zu Beginn hatte ich etwas schlottrige Knie, weil mir Kraft ziemlich unsicher wirkte. Im Verlauf des Spieles holte er aber alles(!) raus.

Sollte Kraft diese Leistungen bestätigen können, über einen langen Zeitraum, muss man über eine Investition im Tor noch einmal neu nachdenken.

Flügelzange

Ich werde nichts Neues erwähnen, aber es ist mir erneut aufgefallen. Franck Ribéry und Arjen Robben halten ihre Seite. Die beiden haben sich auch schon mal abgewechselt und gerade gestern wäre das vielleicht sogar mal richtig gut gewesen.

Ribéry hatte ziemlich viel Platz im Vergleich Robben, der immer Minimum 2 Gegenspieler hatte. Dieses strickte Seite halten passt einfach nicht zu den beiden.

Vermutlich hat dieses „an der Leine“ sein etwas mit der Defensivarbeit zu tun. Lässt man beide frei laufen, machen beide konsequent weniger fürs Spiel nach hinten. Es ist im groben schon verständlich, beide erstmal anzuleinen, aber richtig gefallen tut es mir nicht.

Work-a-holic

Mario Gomez ist schon ein sensationell genialer Stürmer. Ich freu mich, dass van Gaal ihm endlich vertraut, ihm die Chance gibt.

Der Nationalstürmer ist bei mir nicht nur wegen seiner Tore beliebt, sondern weil er arbeitet und das sehr viel! Verlorene Bälle versucht er sich selbst zurück zuholen und auch sonst, arbeitet er verdammt viel nach hinten mit.

Als er nach 28 Minuten aus kurzer Entfernung einen Ball übers Tribünendach raushaute, war er für viele wieder eine Null. Etwas unverständlich, selbst dieser Lionel Messi – von dem alle glauben, er wäre Übermenschlich – vergeigt hin und wieder mal machbare Bälle. Auch Gomez macht das und jeder andere Stürmer ebenso. Mund abputzen, weiter spielen.

In der 90. Minute spielte Mario Gomez dann den Stürmer, wie er im Buche steht. Lauerte auf den Abpraller, den Robben mit seinem Schuss forcierte. Am Ende muss man sich bei Julio Cesar bedanken, der eindeutig ganz viel Schuld an diesem Tor trägt.

Und sonst noch?

Als neutraler Zuseher war das Spiel schon ein Zuckerschmaus. Wer jedoch für eine der beiden Mannschaften war, der ist gealtert – massig! Am Wochenende geht’s gegen den BVB. Ansonsten war’s das für den Moment.

Dennis

Chefsesselakrobat und begeisteter Blogger wie auch Sport- und vor allem Serienfanatiker. Baujahr Mitte 1989.