Gefühlskalt.

Die Saison ist, pflichtspieltechnisch, auf Vereinsebene vorbei. Der FC Bayern München hatte 4 Ziele. Den Gewinn der Meisterschaft, des DFB Pokals, der Champions League und die Historie, im eigenen Stadion die Champions League zu gewinnen.

Wie lange es gedauert hat, “diesen Schmerzen” zu verdauen? Nicht lange. Samstag nach dem Spiel saß ich einige Minuten bedrückt auf dem Stuhl. Die Nacht war sicherlich alles andere als ruhig für mich. Vielleicht ist meine Gefühlskälte momentan auch eher so was wie ein Schutzpanzer. Ein Panzer gegen dieses Gefühl verloren zu haben. Die drei Möglichkeiten vergeben zu haben. Teilweise sogar fahrlässig. Vielleicht.

Vielleicht ist es aber auch nur die nüchterne Erkenntnis, dass dieser FC Bayern momentan nicht das ist, was er sein möchte. Der beste Verein in Deutschland und einer der Big Clubs in Europa. Vielleicht.

Ich kann und will eigentlich momentan auch gar nicht dieses Gefühl der Niederlage vor mir herschieben. Auch wenn ich immer davon rede, dass ich jedes Spiel, jeden Titel und überhaupt alles gewinnen will. Es ist eine gewisse Außendarstellung von mir, die ich nicht ändern möchte. Ich kann auch realistisch sein. Doch Ziele sind Ziele. Und meistens sind Ziele auch Träume und Wünsche. Ich will nach wie vor diesen Traum des Triple. Und gerade mit der Möglichkeit in der eigenen Stadt, im eigenen Stadion und vor eigenem Publikum zu erreichen. Mein Traum. Der Traum von Uli Hoeneß. Und der von vielen anderen auch.

Seien wir doch mal ehrlich. Oder besser gesagt ich. Diese Saison hätte es auch nur bedingt verdient gehabt, belohnt zu werden. Egal ob mit einen oder mehrerer Titel und Trophäen.

Nein. Wir haben es uns selbst eingebrockt. Egal wie viel “Glück und Pech” im Spiel gegen den FC Chelsea dabei gewesen sein mag. Wenn man aus über 40 Torschüssen und 20 Ecken keinen zählbaren Erfolg rausholen kann, dann ist das nicht so “unverdient”, wie ich das gerne hätte. Ich möchte nicht davon reden, ob wir jetzt verdient oder unverdient gewonnen haben. Ob Chelsea den Titel verdient oder unverdient gewonnen hat. Ich will einfach nur zum Ausdruck bringen, wie wir es selbst verbockt haben. Eigenständig. Wir sind nicht mal an Chelsea oder deren Taktik gescheitert, sondern an uns selber.

Oliver Kahn würde vermutlich sagen, “Eier, wir brauchen Eier!”. Er hat nicht ganz unrecht, gemünzt auf das Elfmeterschießen. Das Ivica Olic und Manuel Neuer antreten mussten, signalisiert es doch eigentlich bereits. Ich spreche nicht von einer “Verlierergeneration” oder einer “Vizegeneration”. Gewiss nicht. Warum auch? Der Kern des Teams ist jung und hat – hoffentlich – jetzt nicht aufgesteckt. Ich bin mir eigentlich ziemlich sicher, dass wir baldig wieder angreifen werden.

In diesem: Geht euch Sonnen. Sommerpause ist.

Dennis

Chefsesselakrobat und begeisteter Blogger wie auch Sport- und vor allem Serienfanatiker. Baujahr Mitte 1989.