Sackstarke Perfektion

Sackstarke Perfektion

Ich bin fasziniert. Ich bin erstaunt. Ich habe eigentlich kaum Worte, für gestern Abend. Für diesen perfekten und eindrucksvollen Abend. Ein kurzes „Boah, geil!!“ würde alles beschreiben, alles.

Du bezwingst mal eben das für viele beste Team Europas. Mit dem für viele besten Spieler Europa. Der FC Barcelona wurde gestern Abend auf eine besonders eindrucksvolle Art und Weise aus dem Stadion gespielt. Richtig gelesen. Wir haben Barcelona spielerisch die Stirn geboten. Ach was, wir haben spielerisch unser Haupt über dem des FC Barcelona gestellt. Deutlich sogar.

Wir können liebevoll den Ballbesitz des FC Barcelona erwähnen. Mehr Ballbesitz in einem Spiel haben und dennoch nicht das dominantere und bessere Team zu sein, das ist nahe zu außergewöhnlich. Die Statistik zeigt für gestern Abend die Einfallslosigkeit des FC Barcelona. Oder anders ausgedrückt: Die Ballbesitzstatistik zeigt die perfekte Disziplin des FC Bayern.

Man hat den FC Barcelona 90 Minuten lang unter Druck gesetzt. Zwar lies man die Katalanen in der Regel im „eigenen Drittel“ den Ball fleißig hin und herschieben, doch  danach ging das aggressive Pressing los. In vorderster Front war vor allem Mario Gomez die allererste Mauer für die Katalanen. Der Ballführende Akteur von Barca wurde regelmäßig von zwei Münchnern angegriffen. Ich habe nie zu vor dieses neumodische Barcelona mit so vielen Fehlpässen und Ballverlusten gesehen. Nie zuvor. Und ich bin nun nicht jemand, der nur hin und wieder mal etwas Fußball schaut.

Was es ausmacht, wenn man Barcelona so enorm in die Schranke weist, zeigte sich in der Quantität ihrer Torchancen. Ich zähle maximal 2 nennenswerte Torchancen. In der einen verteidige man nicht gut gegen Bartra der den Ball aber nur antippt, statt ein ordentliches Pfund zulegen. Später hatte der Innenverteidiger aber auch die größte Chance Barcas. Nach einem Freistoß von halb links spekulierte ganz Bayern auf Abseits und Bartra brauchte enorm lange bei der Ballannahme, dass er schockiert war, das ihn niemand angriff. Der Ball landete entsprechend der Schockstarre auch irgendwo auf dem Arena-Dach.

Bemerkenswert war auch, wie wenig Substanz Messi ins Spiel brachte. Ja, er hat davor knapp 2 Wochen kein Spiel bestritten. Aber ich rede hier über Messi. Zu keinem Zeitpunkt war der kleine Argentinier auch nur ansatzweise im Spiel und, mal nüchtern, das lag doch nicht nur an seiner Zwangspause, sondern auch an unserer Spielweise. An das sofortige draufgehen, an den Körpereinsatz von uns und auch immer wieder an unser doppeln.

Ich lehne mich ja oft weit aus dem Fenster, aber was ich jetzt sagen werde, ist vermutlich nicht weit aus dem Fenster gelegt. Das war ein Spiel nahe der Perfektion. Vielleicht war es sogar Perfektion. Nicht nur vielleicht. Es war Perfektion. Eine gnadenlos perfekte Vorstellung.

Das Rückspiel kann kommen. Ich werde wohl grundentspannt in das Rückspiel gehen können. Ein Tor von uns und Barcelona benötigt plötzlich schon 6 eigene Tore. Meine Güte. Was für eine Ansage nach dem Hinspiel.

Ich versuche dann mal wieder regelmäßiger zu bloggen. Die Auszeit tat aber doch irgendwie gut.

Im Team den Schritt Richtung Halbfinale

Ich bin auch nach einer Nachtschlaf und über 20 Stunden nach Schlusspfiff noch hin und weg von unserem Spiel gestern Abend. Das was das Team gegen Juventus geleistet hat, war phänomenal stark.

Nach dem wir den Schock des frühen Führungstores überwunden hatten und überwinden mussten durch die Verletzung von Toni Kroos, Gute Besserung!, legten wir eine, zweifelsfrei, mächtige Intensität in dieses Hinspiel.

Was Franck Ribéry, der eingewechselte Arjen Robben und auch Mario Mandzukic für Bälle erobert und erkämpft haben, unfassbar. Gestern Abend konnte man wirklich behaupten, dass unsere Defensivarbeit durch die Offensivabteilung anfing. Das war großartig. Das möchte ich immer so sehen!

Leider, hat jemand ein nicht ganz so hart klingendes Synonym? Leider haben wir nur 2 Tore geschossen. Wir hatten Chancen für mindestens ein Tor mehr, um nicht gleich min. die doppelte Anzahl zu fordern. Aber gut. Das Ergebnis ist natürlich auch blendend, so ohne Gegentor.

Wir haben einen Fuß im Halbfinale. Einen. Vielleicht auch Anderthalb. So gut wie wir Juventus im Griff hatten, liegen uns alle Karten offen. Im Rückspiel, im schönen Juventus Stadium, ein Tor erzielen und Juventus muss plötzlich vier Tore schießen. Vier.

Kann mir mal einer sagen, was Clattenburg eigentlich für eine Linie hatte? Meiner Meinung nach hätten Vidal und Chiellini frühzeitig duschen müssen. Und weil Clattenburg eine komische Linie hatte, schaltete Franck Ribéry leider kurzzeitig auf Tabularasa und revanchierte sich ziemlich hässlich bei Vidal. Auch Ribéry hätte duschen müssen.

Man könnte jetzt auch ein hätte, wäre, wenn und Aber anführen. Also z. B. was wäre, wenn Vidal frühzeitig duschen hätten müssen? Wäre Ribéry dann so zu sehen gewesen? Das ist aber egal.

Ribéry darf sich diesen Mist abgewöhnen. Darf sich nicht ständig von anderen provozieren lassen. Das lässt ihn zu oft nicht kalt. Immer wieder fällt er durch dämliche Frustaktionen auf. Immer wieder. Mich nervt das.

Ach ich will mich nicht aufregen. Wir haben 2:0 gewonnen. Das zählt! Rückspiel in einer Woche. Am Samstag werde ich in Frankfurt verweilen, während wir Meister werden. Hui, das ist fein!

Spieler des Spieles am gestrigen Dienstag: Das Team! Klasse Leistung. Von allen. Ohne Ausnahme!

Wenn Schlüsselspieler fehlen oder Glück gegen Arsenal

Einige Stunden, einige Tage sind vergangen seit der 0:2 Pleite gegen den Arsenal FC im Achtelfinale der UEFA Champions League. Es ist bis zu diesem Mittwochabend eine Selbstverständlichkeit gewesen, dass wir ohne Probleme ins Viertelfinale einziehen werden. Wer hätte das nicht als Fan dieses Teams gedacht, dass im Hinspiel in London eine 3:1-Führung erwirkte?

Ich möchte noch nicht mal sagen, dass wir schlecht gespielt haben. Aber wir haben eben auch nicht das abgerufen, was wir so oft in dieser Saison abgerufen haben. Ich würde gerne das Fehlen von Bastian Schweinsteiger und Franck Ribéry als Grund anführen, aber das wäre nicht ganz korrekt. Immerhin haben wir in Sinsheim gegen Hoffenheim und zuhause gegen die Fortunen aus Düsseldorf auch geschwächelt. Um es mal vorsichtig zu sagen.

Aber. Man darf Bastian Schweinsteiger doch wiederum ins Spiel bringen. Denn die Schaltzentrale oder, wie ich es auch gerne nenne, das magische Dreieck war gesprengt. Dante und Javi Martinez konnten das Fehlen nicht kompensieren und Luiz Gustavo, der als Schweinsteiger-Vertreter aufgestellt war, nicht sonderlich integrieren. Da zeigte sich, wie wichtig Schweinsteiger in diesem System geworden ist. Er ist das spielführende und sortierende Organ im Spiel. Ich hätte mir etwas mehr von Martinez erwartet. Natürlich hat er solide gespielt. Aber solide reicht eben nicht immer. Und oftmals erst recht nicht in der UEFA Champions League.

Es war mit Sicherheit keine gute Leistung. Sie war jedoch auch nicht schlecht. Leider wurde mal wieder eines unserer größten Probleme aufgezeigt. Unsere Chancenauswertung. Sie hat uns vor nicht mal einem Jahr etwas versaut und war auch in den letzten Spielen nicht rosig. Da können wir von Londoner Clubs irgendwie noch was lernen.

Was hat eigentlich Arjen Robben vor gehabt? Das war wieder ganz schlimm. Viel zu eigenbrötlerisch. Wollte wieder allen zeigen, dass er der Große ist. Wollte zeigen, dass er nicht auf die Bank gehört. Letztlich hat er mir gezeigt, dass er nicht in dieses Team passt. Eigentlich sehr schade. Ein Spieler wie Robben kann Spiele entscheiden. Hat er zuletzt in Dortmund ansatzweise gezeigt mit seinem Tor. Doch seine egozentrische Art wird ihm immer mehr zum Verhängnis. Selbstredend das Spieler nur ungern auf der Bank sitzen möchten. Manchmal lässt es sich aber nicht vermeiden und Robben hat es am Mittwoch nicht geschafft, nur annährend einen Ribéry ansatzweise zu ersetzen. Nun führen wir uns vor Augen, dass vor einigen Saison ähnliches auf Robben zuzutreffen war.

Hätte Robben einen seiner Alleingänge reingemacht, sähe es nicht ganz so duster im Finsterwalde aus. Logisch. Das ist die Schnelllebigkeit des Fußballs.

Glücklicherweise können wir nette Grüße nach London schicken. An die Adresse von Arsenal. Ich weiß nicht, was gewesen wäre, wenn Arsenal in irgendeiner Form heiß gelaufen wäre. Da kam nicht viel der Gunners und das ist unser Glück. Mir fällt es schwer daran zu glauben, dass wir ein wenig anders aufgetreten wären, wenn der Gegner mitgespielt hätte. Wenn er von Beginn an sich und einem weiterkommen geglaubt hätte. Seien wir doch ehrlich. Arsenal hat einfach nicht Willen und Mut gehabt. Auch mit dem frühen Treffer nicht.

Die Auslosung des Viertelfinals hat mir übrigens nicht viel Freude beschert. Juventus wird unser Gegner sein. Ganz schweres Los. Gerade das ungewohnte 352 System was Antonio Conte gut einstudiert hat, könnte gefährlich werden. Vor allem auf die Torgefährlichen Mittelfeldspieler wie Vidal, Pirlo oder auch der junge Pogba oder auch Marchisio sind nicht zu unterschätzen. Ich hoffe ein wenig, dass Conte sich für Marchisio in beiden Spielen und gegen Pogba entscheiden wird neben Vidal.

Zudem ist bei Conte auch immer die Frage, welchen Stürmern er den Vorzug gibt. Juves Trainer hat zwei „Sturmpaarungen“ im Angebot. Matri mit Quagliarella oder „Formica Atomica“ Giovinco und Vucinic.

Genug für den Moment. In einigen Stunden spielen wir schon wieder in der Bundesliga gegen unseren einzigen Bezwinger in der Liga Leverkusen.