#3: Neumodisch gegen Nürnberg

Mit deutlichen Änderungen in der Startaufstellung ging der FC Bayern in das „Schlagerspiel“ gegen den 1. FC Nürnberg. Erstmalig in der Startaufstellung in der Fußball Bundesliga für den FC Bayern waren Thiago und Götze.

#1 Neuer
#17 Boateng – #4 Dante – #27 Alaba
#31 Schweinsteiger – #21 Lahm
#19 Götze – #6 Thiago
#10 Robben – #9 Mandzukic – #7 Ribéry


Ich habe leichte Probleme bei der Einordnung in die taktische Formation. Während zu Spielbeginn alle noch mit dem neu gewohnten 4141 daher kamen, entwickelte sich bereits zum Anpfiff in der Abwehr eine Dreierkette. Philipp Lahm spielte definitiv im Mittelfeld und das leicht versetzt, also etwas weiter vor Schweinsteiger. Schweinsteiger agierte wieder als „moderner Libero“, Lahm agierte auf der Doppel-6 etwas offensiver, war aber bei Gegenstößen der Nürnberger immer wieder als rechter Verteidiger zu sehen.

Lahm im Mittelfeld? Interessant und nicht gerade schlecht. Sein gutes Zweikampfspiel kommt ihm da immer wieder zu Gute. Könnte sich tatsächlich als eine Alternative entwickeln. Aber schauen wir mal noch einige Wochen weiter.

In der offensive spielten Robben, Mandzukic und Ribéry eher auf einer Linie. Daher spielten auf einer Doppel-8 Götze und Thiago, die beide vor allem noch in der Defensivarbeit etwas mehr machen müssen. Mandzukic wirkte in diesem Geflecht von Offensivspielern falsch. Aktuell läuft alles darauf hinaus früher oder später mit der „falschen Neun“ zu spielen.

Es läuft noch nicht alles, wie viele sich wünschen. Wie auch? Neuer Trainer, neues System, einige neue Spieler und sicherlich auch eine neue Philosophie durch Guardiola. Vielleicht sind das viele Änderungen auf einmal, aber wann, wenn nicht jetzt? Zudem ist doch auch nicht raus, dass das System von Jupp Heynckes momentan besser wäre. Von daher immer schön locker bleiben und die Zeit bis zur wichtigen Phase ausnutzen.

Die Defensivleistung war besser, auch wenn der 1. FC Nürnberg im Vergleich zu Gladbach und Frankfurt schon weniger nach vorne machte. Wenn die Doppel-8 noch ein wenig aktiver mit nach Hinten arbeitet, sieht das nochmal schöner aus.

In der Offensive zwei schöne Tore gemacht. »Kopfballungeheuer« Franck Ribéry zum 1:0 und Arjen Robben ganz ohne seinen bekannten Trick zum 2:0. Generell gefiel mir das Offensivspiel des FC Bayern am Samstagnachmittag gegen den Club.

Am Dienstag geht es bereits weiter mit der vorgezogenen Partie gegen den Sportclub aus Freiburg.

Seit 20 Jahren keine Heimniederlage gegen Nürnberg

Endlich wieder Wochenende. Endlich wieder 90 Minuten gekicke und, hoffentlich, keine Südkurven-Problematik* in meiner Timeline. Zumindest kurzfristig. Über kurz oder lang wird das Thema auch in den kommenden Wochen noch weiter etliche Minuten bestimmen, aber am Wochenende ist ein wichtiges Spiel gegen den 1. FC Nürnberg.

Unter der Woche trainierte Franck Ribéry nicht mit, dafür stieg Javier Martínez wieder ein. Ribéry laborierte an einer leichten Sprunggelenksverletzung aus dem Frankfurt-Spiel. Aber der Franzose trainierte am Donnerstag wieder mit der Mannschaft.

Die Statistik spricht für uns. In 58 Spielen gingen wir gegen die Clubberer immerhin in 35 Partien als Sieger vom Platz, in 12 weiteren kam es zu einem Remis. Die restlichen elf gingen leider verloren. Die letzte Niederlage gegen die Nürnberger resultiert vom 20. Spieltag aus der Saison 2006/07. Damals kamen wir eher bescheiden in die Rückrunde und das Team von Hans Meyer wusste dieses relativ gut auszunutzen.

Zuletzt haben wir Zuhause gegen die Nürnberger 4:0, 4:0 und 3:0 gewonnen. Letzter Punktverlust Zuhause resultiert übrigens auch aus der Saison 2006/07. Hans Meyer wusste schon im Hinspiel, wie er uns ärgern kann. Die letzte Heimniederlage ist über 20 Jahre her. Damals in der Saison 1991/92 mit einem 1:3 am 30. Spieltag. Der glorreiche Mazinho brachte uns damals nach nur 2 Minuten in Führung, aber Wück und ein Doppelpack von Sergio Zárate brachten dann die Nürnberger auf die Siegerstraße. Eventuell wäre das Spiel unentschieden ausgegangen, hätte Stefan Effenberg nicht einen Elfmeter in der 82. Spielminute zum möglichen 2:2 verschossen.

Nürnberg ist relativ pomadig in die Saison gestartet. Gegen Sandhausen im DFB Pokal ausgeschieden, mit Glück am 1. Spieltag in Hoffenheim einen Punkt geholt und erneut auch mit Glück am Ende einen Punkt gegen die Hertha geholt.

Never change a winning system, daher auch heute mein langweiliger Tipp: 3:0. Vielleicht tippe ich auch einfach solange 3:0, bis es endlich mal eintrifft. Egal. Hauptsache 3 Punkte gegen die Nürnberger!

*Falls noch jemand etwas über ein paar Details der Südkurven-Problematik lesen möchte, kann das gerne bei miasanrot.de machen.

Jammerndes Unentschieden gegen die Franken

Irgendwie weiß ich immer noch nicht so recht, was ich mit den 90 Minuten vom vergangenen Sonnabend anfangen soll. Wir haben einen Punkt gewonnen, zwei verloren oder einfach nur Unentschieden gegen den 1. FC Nürnberg gespielt. Klingt alles drei nicht so richtig schön, wenn man mich fragt.

Leider war dieses Spiel mal wieder ein Sinnbild dafür, wie man uns ärgern kann. Mit der notwendigen Aggressivität. Mir fällt es bei weitem schwerer die Leistung der Clubs als überhart und unfair zu titulieren. Da hat sich Bastian Schweinsteiger, leider, sehr leicht mit getan. Natürlich war die Szene von Gebhart an der Außenlinie unnötig und die Überreaktion von Schweinsteiger war aber auch nicht so viel besser. Aber sonst kam da nicht viel Unfaires und überhartes von den Nürnbergern. Eventuell noch der Ellbogenschlag von Gebhart, wenn man überhaupt Absicht unterstellen kann.

Aggressive Gegner ist momentan das Kryptonit dieser Mannschaft. Das konnte man gegen BATE Borisov und auch schon im Hinspiel gegen den OSC Lille merken. Wenn ein Team gegen uns beißt, dann sind wir nicht souverän. Daran muss gearbeitet werden. Das darf auch ein Bastian Schweinsteiger akzeptieren. Auch wenn es schwer fällt.

Also Herr Schweinsteiger. Aufhören zu jammern und dagegen beißen. Verstanden?

Wenn man mit voller Konzentration, mit vollem Wille und vollem Kampfesgeist in Nürnberg vor Ort gewesen wäre, dann würde man sich eh nicht über die Art und Weise der Nürnberger unterhalten. Dann hätte man das Spiel vermutlich gewonnen.

Ach und überhaupt. Was hat Toni Kroos da bitte für einen munteren Fehlpass nach wieder Anpfiff gespielt? Und weshalb bewegte sich Kroos da dann nicht mal hinter her? Das war nicht sehr teamdienlich, Herr Kroos. Um nicht sogar von Arbeitsverweigerung zu sprechen. Dass Feulner anschließend einen interessanten Schuss loslässt. Na gut.

Aber. (Irgendwie könnte ich heute alles mit Aber beginnen.) Den Ball darf ein Torhüter mit Prädikat Weltklasse dann auch mal halten. Nein. Ich will nicht sagen, dass das ein reiner Torwartfehler war. Aber. (Mist.) Ein Torhüter der beim FC Bayern ist, der muss halt auch mal für den einen oder anderen Punkt gut sein. Das ist Manuel Neuer oft genug leider noch nicht.

Da braucht Herr Neuer dann auch gar nicht so unverschämt im Interview wirken, auch wenn der Reporter da sowieso eine Feststellung raus machte anstatt einer Frage. Obwohl. Ich musste lachen und hätte gerne das Gesicht vom Reporter gesehen.

Solche Spiele sehe ich nicht gerne. Ein Glück ist morgen Abend schon wieder Zeit für ein neues Spiel. Immerhin auch noch Königsklasse nach der vergurkten Länderspielpause letzte Woche. Letzte Woche fehlte mir gewiss etwas. In diesem Sinne: Macht den Einzug ins Achtelfinale fix!