#18: Borussia Mönchengladbach – FC Bayern München 0:2 (0:1)

Mit einem 2:0 Erfolg bei Borussia Mönchengladbach haben wir am Freitagabend die Bundesliga Rückrunde 2013/14 eröffnet. Dabei fehlten aus der „1. Garde“ immerhin Namen wie Franck Ribéry und Bastian Schweinsteiger die verletzungsbedingt fehlten. Zusätzlich war Arjen Robben nach seiner Verletzung aus dem Pokalspiel gegen den FC Augsburg zu Beginn nur auf der Bank.

Doch die Bombe schlug eigentlich knapp eine Stunde vor Anpfiff auf. Mario Mandzukic befand sich für den Rückrundenauftakt nicht im Kader. Pep Guardiola verbannt den Kroaten offenbar wegen mangelnder Trainingsleistung auf die Tribüne. Im ersten Pflichtspiel des neuen Jahres und vor allem nach dem abgeschlossenen Transfer von Robert Lewandowski eine erste Ansage. Der Kroate ist kein einfacher Typ und mit Guardiola hat er dann einen Trainer vor sich, der schon in Barcelona aufzeigte, wie er mit Störfaktoren umgeht. Es kann eine lange Rückrunde werden, sollte Mandzukic sich nicht zeitnah am Riemen reißen.

Kommen wir aber zum Spiel geschehen. Wir haben einen starken Beginn gehabt. Zogen, nach der Pleite im Testspiel gegen Salzburg, wieder unser Spiel auf. Das gewohnte Pressing gegen anfänglich sehr zaghafte Gladbacher. Nach knapp fünf Minuten die erste gute Chance nach einem Zusammenspiel zwischen Thomas Müller und Mario Götze. Doch Götze touchierte nur den Außenpfosten, in diesem Moment noch Glück für die Borussia. Den Gegenangriff der Borussia fing Rafinha gegen Arango bereits im Mittelfeld ab und leitete postwendend über Müller das 1:0 von Götze ein. Götze lief sich im Strafraum frei und Müller legte von der rechten Seite den Ball flach auf. Müller war in der Offensive zusammen mit Götze eigentlich der Kern, der so ziemlich an jeder guten Offensivaktion dabei war.

Wobei so viele Offensivaktionen hatten wir schlussendlich gar nicht. Vor der Halbzeit ist letztlich nur noch der Weitschuss nach einer Ecke von Rafinha nach 13 Minuten in Erinnerung. Danach kam Gladbach einfach immer besser ins Spiel und hat, obwohl mehr Ballbesitzanteile bei uns, eigentlich die größeren Chancen erarbeitet. Vor allem kurz vor der Pause hätte Gladbachs Max Kruse ausgleichen können. Doch die Finger von Neuer lenkten den Schuss gerade noch an den Pfosten.

In unserem Spiel ist sehr auffällig, wie anfällig wir hinten sind, wenn das Pressing vorne nicht wirkt. Durch unsere Raumaufteilung ist bei Ballverlusten zu sehen gewesen, dass bis zu 4-5 Spieler von uns in Ball nähe sind und diesen zurück erobern möchten. Vier bis fünf unserer Leute. Wenn wir mit unserem Pressing fehlschlagen, sind wir in der Verteidigung recht dünn besetzt und oftmals geht es dann in 1:1 Duelle.

Ich mag diese Variante durchaus. Nur ist es eben auch gegen schnelle und wendige Spieler, wie sie bei Gladbach auch vorhanden sind, ein noch etwas größeres Risiko. Auch sollte es nach einer 2:0 Führung einfach einen etwas konservativen Spielplan geben, natürlich nur wenn es notwendig ist. Die Borussen hatten immer wieder Chancen und hätten auch durchaus treffen können.

Das 2:0 fiel kurz nach der Halbzeit durch einen verwandelten Handelfmeter von Müller. Wenn ihr mich fragen würdet, ob ich diesen Pfiff getätigt hätte, ich wüsste es nicht. Es war eine relativ kurze Distanz. Für mich wäre es durchaus nachvollziehbar gewesen, den Elfmeter nicht zu geben. Betrachten wir uns allerdings die heutige Regelauslegung, war der Pfiff von Schiedsrichter Gagelmann wohl korrekt. Offenbar ist man mittlerweile soweit, dass man den Spielern unterstellt, dass sie genügend Kontrolle über ihren Körper haben müssten. Eben auch um solche Handspiele aus kürzester Distanz zu meiden. Kann man mögen, muss man nicht.

Was fiel sonst noch auf?

Götze als „Falsche-9“, eigentlich mag ich den Begriff überhaupt nicht, funktionierte tadellos. Vor allem das Zusammenspiel mit Müller konnte immer wieder begeistern. Generell scheint Müller eine unglaublich gute Saison zu spielen, auch wenn er oftmals nicht glücklich wirkt in seinen Aktionen. Die Statistik mit 8 Toren und 8 Assists in 17 Spielen spricht aber für Thomas Müller.

Als Ersatz für Franck Ribéry durfte sich Xherdan Shaqiri fühlen. Knapp 80 Minuten war der Schweizer Bestandteil des Spieles und konnte nicht wirklich Akzente setzen. Viel mehr wirkte Shaqiri für mich wie ein Fremdkörper in unserem Spiel. Vieles lief über die andere Seite und damit über Müller. Auf der linken Seite ist das Spiel an Shaqiri, mehr oder weniger, vorbei gegangen.

Durch die Ausfälle von Schweinsteiger und Javier Martinez musste Philipp Lahm wieder im Mittelfeld agieren. Zusammen mit Nebenmann Thiago machte der Kapitän erneut eine überzeugende Vorstellung. Bundestrainer Jogi Löw ließ sich in der Halbzeit entlocken, dass bei der aktuellen Verletztenmisere für die Nationalmannschaft auf der Zentralen Position im Mittelfeld (u.a. Khedira, Schweinsteiger, Gündogan) Lahm eine alternative darstellen könnte. Bis Juni wird noch einige Zeit vergehen und daher kann noch viel passieren. Dennoch ist es für Löw eine Einstellungsänderung, der noch vor nicht allzu langer Zeit Lahm als festen Bestandteil innerhalb der Verteidigungskette sah.

Bereits am Mittwoch geht es für uns weiter mit dem Nachholspiel gegen den VfB Stuttgart. Wir können unseren Vorsprung auf 13 Punkte ausbauen. Dreizehn! Ziemlich öde diese Bundesliga-Saison.

Rückrundenauftakt: Souverän.

Nicht weltbewegend. Spielerisch nicht überzeugend. Aber souverän. Das 2:0 bei unserer Rückrundeneröffnung gegen die SpVgg Greuther Fürth war nichts anderes als souverän.

Fürth hat uns, auch als Tabellenletzter, den Auftakt nicht einfach gemacht. Oft haben die Fürther unsere Außen doppelt, gar dreifach abgeschirmt. So entwickelte sich nur bedingt ein guter Spielfluss und es entwickelte sich reichlich zäh. Ein Glück spielte nach einer tollen Kombination Fürths Torhüter Wolfgang Hesl mit und lies den Schuss von Mario Mandzukic durch.

Die Fürther kamen selten in den gefährlichen Bereich. Ein, zwei Mal kurz nach der Pause. Aber wir waren, wie es sich gehört, in der Lage den Deckel auf den Topf zulegen. Nach knapp einer Stunde vollstreckte erneut Mandzukic zum finalen 2:0.

Es ist wunderbar, unsere „Luxusprobleme“. Ich möchte es eigentlich nicht so nennen, doch vermutlich ist das in Deutschland noch der beste Ausdruck für eine starke Bank. Man muss sich nur mal anschauen, wer Samstag auf der saß: Starke, Boateng, Rafinha, Tymoshchuk, Shaqiri, Robben, Gomez. Um das L-Wort von oben noch einmal aufzugreifen: Nein, es ist kein Problem. Das ist eine Bank für einen Verein von unserer Klasse.

Nächste Woche haben wir ein Sonntagsspiel. Wir schließen den Spieltag ab gegen den VfB Stuttgart. Warum auch nicht.

Winterschlaf nicht beendet

Das wir den Rückrundenauftakt gegen Borussia Mönchengladbach verloren haben. Ist eigentlich halb so wild. Viel mehr bestürzt die Art und Weise.

Die Art und Weise wie uns die Borussia aus Mönchengladbach bezwungen hat, ist nicht anders als die Niederlagen aus der Hinrunde, die wir uns eingefahren haben.

Sobald uns Teams mit einer Kompaktheit gegenüber stehen, stehen wir vor Problemen. Mittlerweile hat sich das halt durch die Liga gesprochen.

Das sich das durch die Bundesliga gesprochen hat, ist eigentlich nicht schlimm. Mit unserem Potenzial sollte man trotzdem gegen diese Abwehrbollwerke bestehen können und das Scheunentor öffnen können. Das gelingt uns aber nicht gegen Teams wie Dortmund oder Gladbach, die das mit der Kompaktheit par excellence ausüben.

Wir schaffen dann oft zwar genügend Ballbesitz. Aber Ballbesitz ist eben nicht alles. Man muss sich nur mal die Zweikampfstatistik von Freitag anschauen. Unsere Zweikampfquote spricht für sich.

Nimmt man den Wert vom Statistikanbieter Impire kommt der FC Bayern immerhin auf 43 % gew. Zweikämpfe. Schaut man sich die Daten von Opta an, sind es auf einmal nur noch 34 %. Ganz ehrlich: Für mich ist der zweite Werte irgendwie realistischer mit meiner Wahrnehmung vom Freitag.

Unser Ballgeschiebe bringt nichts ohne Ideen. Und genau diese Ideen haben wir derzeit nicht. Ob wir mit einem nicht gesperrten Franck Ribéry besser gewesen wären. Großes Fragezeichen.

Wenn man keine Ideen hat und hinten dem Gegner so aushilft wie wir, wird es halt immer schwieriger aus solchen Spielen als Sieger hervorzugehen.

Manuel Neuer hat gebockt. Groß gebockt. Er mag auch die Niederlage eingeläutet haben. Aber das war es dann auch schon, mehr oder weniger. Das Spiel wurde im Team verloren, nicht auf der Torhüterposition. Auch wenn der Fehler zum ins Grab drehen war. Da darf auch ein Manuel Neuer gerne mal den Ball auf die VIP Tribüne bolzen.

Neuer machte nur das vor, was er von der eigenen Abwehr offenbar erwartet hatte. Was für Lücken wir hinten drin hatten. Unfassbar. Als ob man einfach nur ein Seil zerschneiden müsse als Gegner bei uns und damit die Abwehr überwunden hat.

Eigentlich unglaublich, das wir diese Abwehrdefizite überhaupt nicht in den Griff bekommen. Ganz schön Übel.

Arjen Robben wäre übrigens ein Kandidat für die Nachfolge von Ilkay Gündogan. Derzeit zumindest. Dieser »Integration gelingt spielend.«-Spot wäre definitiv etwas für Robben. Am Freitag machte Jerome Boateng deutlich, wie wenig integriert Herr Robben scheint.

Alleinikov?

Ich halte es für schwierig, die alleinige Schuld bei Robben zu suchen. Natürlich trägt er dazu bei. Mit seinem Egoismus, seiner Körpersprache. Das ist nicht hilfreich, um angenommen zu werden. Aber so Aktionen wie die vom Boateng, der ihn dann komplett ignoriert, sprechen auch eine Sprache, dass das innerhalb des Teams als großes Problem dar steht.

Also die Integration eines »Alleinikov«.

Natürlich ist dann auch noch ein Boateng hinter ihm, der als Außenverteidiger nicht geschaffen ist, ein weiteres Problem. Das durch das Trainerteam forciert wird. Hätte man sich auch abschminken können, wenn man auf Rafinha bauen würde. Würde Robben sicherlich besser passen.

Gegen Gladbach kann man mal verlieren. Oder auch zwei mal.

Die richtigen Adjustments kommen hoffentlich bis zum nächsten Spiel, nächste Woche geht’s dann gegen den VfL Wolfsburg. Dann starten wir halt einen Lauf, wie in der Hinrunde.

Mist. So richtig glaub ich daran nicht. Hoffentlich trügt mich mein Gefühl.