Danke Dortmund!

Deutscher Fußballmeister! Ich habe noch immer einen Ohrwurm. Was waren das für zwei „schreckliche“ Vorsaisons. Was ist dieser Dominanz in dieser Bundesliga-Saison ein geniales Medikament für die eigenen Nerven.

Im Waldstadion am Samstag ist in mir irgendwas Unbeschreibliches abgefallen. Eigentlich im gesamten Block. Und das wunderbare: Man hat bei Spielern wie Bastian Schweinsteiger, Dante, Thomas Müller und Co. ebenso eine Erlösung wahrgenommen.

Gerade Schweinsteiger und Dante waren die Spieler, die sich wohl am meisten gefreut haben.

Gibt es wirklich Unverständnis darüber, dass die Feierlichkeiten sich in Grenze hielten? Für viele waren sie offenbar nicht existent. Vergesst ihr eigentlich, dass dieser Titel, anders als 2001, eben nicht am letzten Spieltag, in der letzten Minute, kam? Dieser Titel ist das Produkt von 28. starken Spieltagen! Achtundzwanzig. 28.

Eine Meisterschaft am 28. Spieltag kommt halt nicht von ungefähr, sondern steht bereits seit einigen Wochen „fest“. Die Freude ist dennoch groß, auch wenn die Feierlichkeiten hinten angestellt werden. In München hat man dieser Tage große Ziele. Man möchte in Wembley spielen und gewinnen. Das selbe übrigens in Berlin.

Morgen Abend wartet ein Rückspiel gegen Juventus. Das ist momentan doch wichtiger als der Meistertitel, der am Wochenende nur rechnerisch fix gemacht worden ist und seit Wochen kaum noch zu nehmen war. Klingt das Abgebrüht? Mag sein. Ich hatte in Frankfurt trotzdem meinen Spaß, meine Freude und meine Feierlichkeiten.

Im übrigen möchte ich Borussia Dortmund danken. Ohne euch stünden wir heute nicht so dominant in der Liga oben. Wir hätten vermutlich weiterhin wie die letzten Jahre 11 „Stammspieler“ plus Ergänzungsspieler und nicht wie heute, eine Truppe aus 18, 20 Spielern die sich gegenseitig ohne Probleme ersetzen können. Auch wenn das einigen Herren in München nur bedingt gefällt. Aber genau das ist der Schlüssel dieser Meisterschaft. Dieser überaus dominanten Meisterschaft. Danke Dortmund! Danke Watzke! Danke Jürgen Klopp!

Arbeitssieg in Franken

Nach dem der 28. Spieltag der Fußball-Bundesliga fulminant mit einem 4:4 zwischen dem amtierenden Meister Borussia Dortmund und VfB Stuttgart losging, wurde vermutlich wieder allen bewusst, dass der Titel erst vergeben ist, wenn es rechnerisch perfekt ist.

Die Dortmunder haben ein Tor für uns aufgestoßen, dass wir wieder aus alleiniger Kraft den Titel holen können. Damit das überhaupt klappt, mussten wir natürlich am Samstag Nachmittag selbst drei Punkte einfahren. In der Rubrik wichtiger “Arbeitssieg” haben wir dieses schlussendlich auch geschafft.

Mir ist bewusst, dass das mit dem Titelgewinn noch lange kein Selbstläufer ist. Vor allem kommen wir mit der gezeigten Leistung vom Samstag in Dortmund nicht sehr weit. Das sollte klar sein.

Letztlich erfreut es mich, dass wir wieder diese Ansätze des “Bayern-Gen” zeigen. Diese Spiele, die auf der Kippe zwischen Niederlage und Sieg stehen, entscheiden. Vermutlich hätten wir vor einigen Wochen den “Patzer” der Dortmunder mit der gestern gezeigten Leistung nicht nutzen können.

Das Spiel gestern hat aber auch gezeigt, dass uns Alternative fehlen um wirklich rotieren zu können. Mit den Wechseln in der Aufstellung zu Marseille, dass Ribéry, Alaba und Luiz Gustavo draußen blieben und damit die zuletzt gut funktionierende linke Achse aus Alaba und Ribéry damit vom Feld war, fehlte was. Danijel Pranjic und Diego Contento konnten selbstverständlich das nicht ersetzen.

Ich kann Jupp Heynckes verstehen, dass er in diesen Wochen rotiert. Irgendwann braucht jeder mal eine Pause, um seine Leistungen abrufen zu können. Die Frage ist nur, ob man mit dem aktuellen Kader wirklich rotieren kann? Nur bedingt. Es fehlt an guten Alternativen.

Wie wäre es also, im Sommer, Herr Nerlinger, dem Kader endlich mal ihre Handschrift zu geben?

Und können Schiedsrichter endlich mal gelbe Karten für Schwalben vergeben? Arjen Robben und Nürnbergs Pekhart hatten gestern die eine oder andere verdient gehabt. (Immer wieder Arjen R.)

Ansonsten Felix Zwayer aber mit einer tadellosen und guten Leistung. Das nicht gegeben Tor war nicht sein Bock. Der Assistent hat auf Abseits entschieden.

1. FC Nürnberg – FC Bayern München 0:1 (0:0)
Tore
: 0:1 #10 Robben (69’)
FC Bayern: #1 Neuer; #26 Contento – #28 Badstuber – #17 Boateng – #21 Lahm ; #39 Kroos (80’ #30 Luiz Gustavo) – #44 Tymoshchuk (55’ #31 Schweinsteiger; #23 Pranjic (57’ #7 Ribéry) – #25 Müller – #10 Robben; #33 Gomez

Die Qual gegen Gladbach

Oh man. Das war vielleicht ein Spiel. Grausam, grausam, grausam. Ich find eigentlich nichts Positives im Spiel gestern außer: 3 Punkte, zu null. Sonst fällt mir wahrlich nichts ein, womit ich das Spiel mit Pluspunkten versehen kann.

Wir spielten gegen Borussia Mönchengladbach. Seines Zeichens immerhin Tabellenletzter der Fußball Bundesliga. Und da nichts Erfreuliches rauszulesen außer eben 3 Punkte und dem zu null ist schon nicht sonderlich prall.

Eine Befürchtung die ich hatte, scheint sich bei mir immer stärker in den Vordergrund zu stellen. Die Frage nach der Einstellung der Spieler in den letzten Spielen nach dem der Auseinandergang mit Louis van Gaal offiziell bekannt gegeben wurde. Entweder haste dort Spieler, die sich beweisen wollen oder die auf die restlichen Spiele pfeifen. Ein Schuldiger ist ja schließlich schon ausgemacht und entlassen.

Zweiteres befürchtete ich und die Signale werden stärker. Das gestern war ein Sinnbild und die Spiele davor auch schon. Selbst dieses „tolle“ 6:0 gegen den Hamburger SV fand ich nicht prall und ich weiß jetzt auch immer mehr, warum ich über das 6:0 eben nicht froh war.

Die Schuld bei van Gaal suchen ist einfach und ja, sicherlich trägt auch er einen Teil immer dazu bei. Aber das was das Team abliefert, das kann man nicht nur van Gaal zu schreiben. Ich habe gestern nicht wirklich einen Spieler gesehen, der versuchte das Spiel zu gewinnen. Einzig am Ende, nämlich zum Tor hin, gab Arjen Robben mal etwas Tempo mit rein. Alles andere war trostloses abspulen von 90 Minuten Fußball. Von allen! Und wenn ich von allen sage, dann heißt das von allen. Selbst der Gegner hat eigentlich nichts gemacht außer darauf zu warten, dass man Duschen darf.

Ich war froh, als das Spiel vorbei war. Das konnte man sich letztlich nicht anschauen und, dank Dortmund, wurden wir neben einem Sieg auch noch mit dem 3. Platz belohnt. Wollen wir hoffen, dass sich in den letzten Wochen der Saison da noch einige am Riemen reißen und dafür sorgen, nächstes Jahr in der Champions League zu spielen.