Nach der Länderspielpause: 2 Spiele, 2 Siege

Zwei Spiele, zwei Siege. So lautet die Bilanz nach der Länderspielpause. Sowohl der 1. FSV Mainz 05 als auch Viktoria Plzeň konnten keinen Punkt gegen uns holen. Dabei waren die Mainzer am Sonnabend eher ein Gegner als Plzeň in der UEFA Champions League am Mittwochabend.

Thomas Tuchel versuchte mit seiner Mainzer Truppe uns durch eine Fünferkette aus dem Spiel zunehmen. Das funktionierte anfänglich leider auch ziemlich gut. Bis zur Halbzeit hatten wir eigentlich keine wirkliche Chance. Die Mainzer hatten ihren Plan und den haben sie diszipliniert und vernünftig gespielt.

Die Mainzer nutzen dann eine ihrer wenigen Konterchancen im 1. Durchgang auch aus. Dabei profitierte Mainz von einem Schnitzer von Jerome Boateng und der Umstellungen durch die verletzungsbedingte Auswechslung von Dante. Guardiola brachte David Alaba für den Brasilianer in die Partie, der sich nach der Einwechslung auch erst mal die letzten Minuten der 1. Halbzeit als 2. Innenverteidiger orientierte. Shawn Parker nutze die ungewohnte Innenverteidigung und den Schnitzer von Boateng aus und brachte Mainz vor der Pause in Führung.

Guardiola reagierte in der Halbzeit und brachte zum Anpfiff Mario Götze für Rafinha. Damit ging Philipp Lahm aus dem defensiven Mittelfeld zurück auf seine Position rechts in der Viererkette. Ebenfalls auf seine angestammte Position beim FC Bayern ging David Alaba. Für ihn rückte Diego Contento neben Boateng in die Innenverteidigung.

Ich wusste gleich nach dem Rückstand, dass sich das positiv für uns ausgeht. Die letzten Angriffe der 1. Halbzeit, bereits nach dem Tor der Mainzer, wirkten plötzlich viel zielstrebiger. Nach dem Seitenwechsel setze sich diese Zielstrebigkeit dann auch recht schnell in Torerfolge um. Vor allem weil Götze wahnsinnig gute Aktionen zeigte. Götze mit einem tiefen Pass auf Robben, der normalerweise auch hätte querlegen können, und dieser vollendet zum Ausgleich.

Keine 2 Minuten später erzielte der FCB die Führung. Eine wunderbare Passstafette über Lahm, Götze, Robben und dem Torschützen Müller. Lahm kam über die rechte Seite, spielte flach zu Götze der direkt mit dem ersten Ballkontakt den Ball zu Robben lenkte. Der Niederländer spielte zu Müller, der den Ball kurz stoppte und einschob. Wunderbar gespielt auf teilweise engstem Raum im Strafraum.

Auch beim 3:1 war Götze beteiligt, dieses Mal wieder als direkter Torvorbereiter. Von der rechten Seite spielte er flach in die Mitte auf Mandzukic. Ich war schon ein wenig verwundert, wie angekommen Götze in diesem Team ist, mit dem er bisher kaum spielte. Als ob er seit Jahren mit dem Team spielte fand er seine Mitspieler bei den zuspielen. Wow. Ich bin leicht fasziniert.

Die 4:1 Krönung setze Thomas Müller per Elfmeter drauf. Dabei machte Pep Guardiola aber unnötigerweise ein Fass auf. Eigentlich wollte Robben schießen, hatte sich auch schon den Ball gesichert, doch Guardiola wollte das Müller schieß und so kam es auch. Irgendwie sehr unnötig, aber letztlich wurde der Spanier für seine Entscheidung nicht enttäuscht. Müller traf schließlich.

Mühelos gegen Plzeň

Die größte Spannung für das Spiel gegen die Tschechen baute sich letztlich durch die Aufstellung in der Innenverteidigung auf. Es wurde darüber diskutiert ob eventuell sogar Lahm in die Innenverteidigung rücken. Doch Guardiola entschied sich für van Buyten und Contento um den gesperrten Boateng und den verletzten Dante zu ersetzen.

Vermutlich hätten auch zwei Baumstämme genügt um die Offensivbemühungen der Tschechen im Nirwana enden zu lassen.

Sollte man kritische Worte über dieses Spiel finden wollen, dann einzig in der Chancenverwertung. Bis zum Elfmeter in der 25. Minute, den Franck Ribéry verwandelte, hatten wir schon eine handvoll sehr guter Chancen aus denen man eigentlich bereits min. 2 Tore machen musste.

Das Spiel verlief jedoch, wie gehofft. Alaba erhöhte nach sehr gelungener Kombination auf 2:0 noch vor der Halbzeit. Nach 15 Minuten in Durchgang 2 erhöhte Franck Ribéry wundervoll auf 3:0. Kurz danach wurde Götze eingewechselt der mit seinem ersten Ballkontakt nach knapp einer halben Minute im Spiel das 4:0 von Schweinsteiger vorbereitete. Götze stand beim Zuspiel von Robben eigentlich im Abseits. Auch stark wie Schweinsteiger gegen 2 Verteidiger den Ball behauptete und sich drehte. Den Schlusspunkt zum 5:0 setze Götze nach Flanke Robben.

Einzig die Elfmeterdiskussion wurde beim 1:0 etwas angeheitert. Offenbar wollte Guardiola das Robben schießt, Robben war aber noch beleidigt. Argh. Diese Mädchenhafte nervt mich, obwohl es momentan nichts gibt, was negativ ist. Man man man. Aber schön, dass es beim FC Bayern derzeit so gut läuft, dass man solche Lappalien bereitstellt.

Seit 20 Jahren keine Heimniederlage gegen Nürnberg

Endlich wieder Wochenende. Endlich wieder 90 Minuten gekicke und, hoffentlich, keine Südkurven-Problematik* in meiner Timeline. Zumindest kurzfristig. Über kurz oder lang wird das Thema auch in den kommenden Wochen noch weiter etliche Minuten bestimmen, aber am Wochenende ist ein wichtiges Spiel gegen den 1. FC Nürnberg.

Unter der Woche trainierte Franck Ribéry nicht mit, dafür stieg Javier Martínez wieder ein. Ribéry laborierte an einer leichten Sprunggelenksverletzung aus dem Frankfurt-Spiel. Aber der Franzose trainierte am Donnerstag wieder mit der Mannschaft.

Die Statistik spricht für uns. In 58 Spielen gingen wir gegen die Clubberer immerhin in 35 Partien als Sieger vom Platz, in 12 weiteren kam es zu einem Remis. Die restlichen elf gingen leider verloren. Die letzte Niederlage gegen die Nürnberger resultiert vom 20. Spieltag aus der Saison 2006/07. Damals kamen wir eher bescheiden in die Rückrunde und das Team von Hans Meyer wusste dieses relativ gut auszunutzen.

Zuletzt haben wir Zuhause gegen die Nürnberger 4:0, 4:0 und 3:0 gewonnen. Letzter Punktverlust Zuhause resultiert übrigens auch aus der Saison 2006/07. Hans Meyer wusste schon im Hinspiel, wie er uns ärgern kann. Die letzte Heimniederlage ist über 20 Jahre her. Damals in der Saison 1991/92 mit einem 1:3 am 30. Spieltag. Der glorreiche Mazinho brachte uns damals nach nur 2 Minuten in Führung, aber Wück und ein Doppelpack von Sergio Zárate brachten dann die Nürnberger auf die Siegerstraße. Eventuell wäre das Spiel unentschieden ausgegangen, hätte Stefan Effenberg nicht einen Elfmeter in der 82. Spielminute zum möglichen 2:2 verschossen.

Nürnberg ist relativ pomadig in die Saison gestartet. Gegen Sandhausen im DFB Pokal ausgeschieden, mit Glück am 1. Spieltag in Hoffenheim einen Punkt geholt und erneut auch mit Glück am Ende einen Punkt gegen die Hertha geholt.

Never change a winning system, daher auch heute mein langweiliger Tipp: 3:0. Vielleicht tippe ich auch einfach solange 3:0, bis es endlich mal eintrifft. Egal. Hauptsache 3 Punkte gegen die Nürnberger!

*Falls noch jemand etwas über ein paar Details der Südkurven-Problematik lesen möchte, kann das gerne bei miasanrot.de machen.

Auch solche Spiele muss man gewinnen…

Nach der Niederlage in Weißrussland gegen BATE Borisov mussten wir am Dienstagabend mit einem Sieg im französischen Lille aufwarten. Die Mission ist uns auch geglückt und damit ist die Gruppe um das Weiterkommen nach der Hälfte der Gruppenphase sehr eng. BATE, Valencia und wir haben nun 6 Punkte. DER OSC Lille mit keinem Zähler dürfte bereits sämtliche Ambitionen auf irgendetwas in dieser Gruppe bei Seite legen.

Doch ich bin mit dieser Leistung von Dienstagabend nur bedingt zufrieden. Natürlich kann man jetzt sagen, du musst halt auch diese Spiele für dich entscheiden. Dreckig und hauchdünn mit 1:0. Das haben wir letztlich auch gemacht und wir waren halt auch nicht in der heimischen Arena sondern on Tour. Da kann man dann auch mal einen so schmierigen Sieg hinnehmen.

Was mich dabei aber stört, dass Lille eigentlich allen aufzeigte, wie man gegen uns spielen sollte. Das Stichwort bei der Spielweise ist dabei „Aggressiv“. Letztlich hat Lille nichts für das Spiel getan, sich dabei keine richtigen Torchancen herausgespielt. Aber unser Spiel funktionierte nicht. Zu keinem Zeitpunkt so richtig. Wir hatten nicht die Körpersprache um gegen die Aggressiven Franzosen auch nur eine Antwort zu geben.

Ja klar, der OSC ist nicht immer lupenrein in die Zweikämpfe gegangen, aber das niemand von uns dagegen hält, ist dann auch eine schlechte Antwort. BATE zuvor war ebenso aggressiv. Ergebnis sollte bekannt sein.

Da liegt momentan unsere Schwäche. Eigentlich wie letzte Saison bereits. Wenn der Gegner versucht irgendwie nicht ins offene Messer zu rennen und dabei noch mal das eine oder andere Tackling zusetzen, die gerne mal nahe an der Grenze waren. Überhaupt hat der OSC sehr nickelig gespielt und auch gerne mal dahin gezwickt, wo es weh tut. Darauf haben wir uns nie eingestellt und Schiedsrichter Atkinson hat den OSC auch gewähren lassen. Eine Kombination die uns, gegen einen Gegner der auch mal Chance herausgespielt hätte, sicherlich wehgetan hätte.

Da muss noch mehr kommen in den nächsten Spielen gegen solche Gegner. Es muss dagegen gehalten werden. Wir werden nicht immer Spiele haben, wo uns der Gegner unser Spiel quasi aufzwingt. Nein, es wird Gegner geben, die das verhindern wollen und können. So wie gestern Lille oder vor kurzem auch BATE Borisov.