Wenn Schlüsselspieler fehlen oder Glück gegen Arsenal

Einige Stunden, einige Tage sind vergangen seit der 0:2 Pleite gegen den Arsenal FC im Achtelfinale der UEFA Champions League. Es ist bis zu diesem Mittwochabend eine Selbstverständlichkeit gewesen, dass wir ohne Probleme ins Viertelfinale einziehen werden. Wer hätte das nicht als Fan dieses Teams gedacht, dass im Hinspiel in London eine 3:1-Führung erwirkte?

Ich möchte noch nicht mal sagen, dass wir schlecht gespielt haben. Aber wir haben eben auch nicht das abgerufen, was wir so oft in dieser Saison abgerufen haben. Ich würde gerne das Fehlen von Bastian Schweinsteiger und Franck Ribéry als Grund anführen, aber das wäre nicht ganz korrekt. Immerhin haben wir in Sinsheim gegen Hoffenheim und zuhause gegen die Fortunen aus Düsseldorf auch geschwächelt. Um es mal vorsichtig zu sagen.

Aber. Man darf Bastian Schweinsteiger doch wiederum ins Spiel bringen. Denn die Schaltzentrale oder, wie ich es auch gerne nenne, das magische Dreieck war gesprengt. Dante und Javi Martinez konnten das Fehlen nicht kompensieren und Luiz Gustavo, der als Schweinsteiger-Vertreter aufgestellt war, nicht sonderlich integrieren. Da zeigte sich, wie wichtig Schweinsteiger in diesem System geworden ist. Er ist das spielführende und sortierende Organ im Spiel. Ich hätte mir etwas mehr von Martinez erwartet. Natürlich hat er solide gespielt. Aber solide reicht eben nicht immer. Und oftmals erst recht nicht in der UEFA Champions League.

Es war mit Sicherheit keine gute Leistung. Sie war jedoch auch nicht schlecht. Leider wurde mal wieder eines unserer größten Probleme aufgezeigt. Unsere Chancenauswertung. Sie hat uns vor nicht mal einem Jahr etwas versaut und war auch in den letzten Spielen nicht rosig. Da können wir von Londoner Clubs irgendwie noch was lernen.

Was hat eigentlich Arjen Robben vor gehabt? Das war wieder ganz schlimm. Viel zu eigenbrötlerisch. Wollte wieder allen zeigen, dass er der Große ist. Wollte zeigen, dass er nicht auf die Bank gehört. Letztlich hat er mir gezeigt, dass er nicht in dieses Team passt. Eigentlich sehr schade. Ein Spieler wie Robben kann Spiele entscheiden. Hat er zuletzt in Dortmund ansatzweise gezeigt mit seinem Tor. Doch seine egozentrische Art wird ihm immer mehr zum Verhängnis. Selbstredend das Spieler nur ungern auf der Bank sitzen möchten. Manchmal lässt es sich aber nicht vermeiden und Robben hat es am Mittwoch nicht geschafft, nur annährend einen Ribéry ansatzweise zu ersetzen. Nun führen wir uns vor Augen, dass vor einigen Saison ähnliches auf Robben zuzutreffen war.

Hätte Robben einen seiner Alleingänge reingemacht, sähe es nicht ganz so duster im Finsterwalde aus. Logisch. Das ist die Schnelllebigkeit des Fußballs.

Glücklicherweise können wir nette Grüße nach London schicken. An die Adresse von Arsenal. Ich weiß nicht, was gewesen wäre, wenn Arsenal in irgendeiner Form heiß gelaufen wäre. Da kam nicht viel der Gunners und das ist unser Glück. Mir fällt es schwer daran zu glauben, dass wir ein wenig anders aufgetreten wären, wenn der Gegner mitgespielt hätte. Wenn er von Beginn an sich und einem weiterkommen geglaubt hätte. Seien wir doch ehrlich. Arsenal hat einfach nicht Willen und Mut gehabt. Auch mit dem frühen Treffer nicht.

Die Auslosung des Viertelfinals hat mir übrigens nicht viel Freude beschert. Juventus wird unser Gegner sein. Ganz schweres Los. Gerade das ungewohnte 352 System was Antonio Conte gut einstudiert hat, könnte gefährlich werden. Vor allem auf die Torgefährlichen Mittelfeldspieler wie Vidal, Pirlo oder auch der junge Pogba oder auch Marchisio sind nicht zu unterschätzen. Ich hoffe ein wenig, dass Conte sich für Marchisio in beiden Spielen und gegen Pogba entscheiden wird neben Vidal.

Zudem ist bei Conte auch immer die Frage, welchen Stürmern er den Vorzug gibt. Juves Trainer hat zwei „Sturmpaarungen“ im Angebot. Matri mit Quagliarella oder „Formica Atomica“ Giovinco und Vucinic.

Genug für den Moment. In einigen Stunden spielen wir schon wieder in der Bundesliga gegen unseren einzigen Bezwinger in der Liga Leverkusen.

Mit einem Bein im Viertelfinale

Hätte man mich nach 25 Minuten nach meiner Meinung über das bis dato gelaufene Spiel gefragt, hätte ich vermutlich von nahe zu den besten 25 Minuten der bisherigen Saison geredet. Doch danach glitt das Pendel etwas in die andere Richtung. Die Londoner des Arsenal FC wurden „bissiger“, um es vorsichtig zu sagen.

Aber warum kam Arsenal nach der souveränen Führung von uns besser ins Spiel? Schwer zu sagen. Irgendwie hat man sich von dem härteren Einsteigen, das teilweise schon leicht nach Frust aussah, aus dem Konzept bringen lassen. Vor allem nach der Halbzeit wurde Arsenal stärker und stärker.

Sei es drum. Ich bin eh alleine vom 1:0 von Toni Kroos verzückt. Genialer Angriff, geniale Ballabgabe durch Thomas Müller der Kroos verflucht genial bediente. Und dann schaffte es der Greifswalder seine Schusstechnik genial einzusetzen. So was möchte ich öfter sehen!

Das Bastian Schweinsteiger nach seiner 3. Gelben Karten im Rückspiel fehlt, geschenkt. Man sollte sich kaum sorgen machen müssen, dass das noch schief geht. Immerhin hat man in London einen 3:1 Sieg errungen und das mit gerade einmal 25 Spielminuten die man ordentlich gespielt hat. Vor allem in Anbetracht, dass das Tor von Mandzukic zum 3:1 auch noch aus einer Konteraktion kam. Da die Londoner früh aufmachen sollten, könnte das ein einfaches Unterfangen werden.

Ach ja. Das Tor von Mandzukic hätte ich im heimischen Sessel vermutlich gar nicht wirklich wahrgenommen. Ich drehte mich am Dienstagabend bei der Bogenlampe schon zu meinem Gläschen und, dank weiterer Fernsehgeräte, sah ich das Tor dann doch noch im Gänze.

Am Samstag geht es gegen Bremen. Ich bin vor Ort. Demnach: Gutes Spiel!

Viertelfinale oder alle weiteren Runden ohne Ribéry

Das wir am gestrigen Dienstagabend gegen den FC Augsburg gewonnen haben, war eine Pflichtaufgabe. Das wir dabei jedoch Franck Ribéry vermutlich für die restlichen Spiele im Wettbewerb verloren haben, war dann doch eigenes Verschulden des Franzosen.

Welcher Schnaps wurde eigentlich in der Halbzeit verabreicht? Ribéry ging ziemlich heißspornig und beinahe schon sehr aggressiv in einen Zweikampf, wenn man es so nennen möchte, gegen Ja-Cheol Koo. Das Foulspiel des Franzosen an den Südkoreaner war schon ziemlich an der Grenze. Das Koo dann einen Tritt in die Genitalien andeutet – ich formuliere das mal so zurückhaltend – ist eines. Das er Ribéry durchs Gesicht wischt, eine weitere Geschichte. Aber das Ribéry dann unüberlegt zurück wischt, wiederum eine ganz andere.

Natürlich hätten nach strenger (und „richtigerer“) Regelauslegung beide des Feldes verwiesen werden müssen. Denn das was Koo machte, war auch nicht astrein. Sei es drum. Ändern können wir das hier und jetzt eh nicht mehr und das sollte auch beispielsweise unser Kalle verstehen. Ziemlich unnötige Kommentare von Kalle in Richtung Schiedsrichter Kinhöfer.

Zurück zu unserem Franzosen. Ich kann mir bei solchen Sachen nie klar machen, weshalb bei ihm die Zündschnur so dermaßen kurz ist, dass er immer mal wieder solche Blackouts hat.

Der Franzose muss, wenn es ganz blöd läuft, die nächsten 3 Pokalspiele pausieren. Das würde auch ein mögliches Finale betreffen. Sein Glück könnte sein, dass er in der Vorsaison in der Bundesliga am 17. Spieltag gegen den 1. FC Köln nur gelb-rot nach einem Kopfstoß gegen Sereno bekam. Somit kann das Sportgericht des DFB in der Tat nur eine Sperre von 2 Spielen für akzeptabel aussprechen. Kann. Muss noch lange nicht.

Kleiner Statistikhupferl nebenbei: Ribéry flog bisher viermal vom Feld bei uns. Drei Spiele gewannen wir davon. Nur bei seinem ersten Platzverweis (gelb-rot) gegen Schalke in der Saison 2008/09 verloren wir.

Jetzt ist Winterpause. Für uns gibt es noch zwei „wichtige“ Termine. Heute Abend die Auslosung für das Viertelfinale. Morgen dann die Auslosung für das Achtelfinale der UEFA Champions League. Alles andere ist dann heute erst mal Geschichte.

Falls ich zu den Auslosungen am Freitag oder Wochenende nichts mehr schreiben sollte schon mal vor ab: Fröhliche Weihnachten!