Schalke NULL:VIER

Ok. Ich gebe zu, die Headline war irgendwie vorhersehbar und wenig einfallsreich ist sie auch. Aber wann haben wir sonst schon mal die Möglichkeit so einfach über Schalke herzuziehen als mit dieser einfachen Headline?

#1 Neuer
#13 Rafinha – #17 Boateng – #4 Dante – #27 Alaba
#21 Lahm – #31 Schweinsteiger
#10 Robben – #39 Kroos – #7 Ribéry
#9 Mandzukic

Nach seiner Verletzung und den zwanzig Minuten am Dienstag gegen die Moskauer stand Bastian Schweinsteiger gegen den FC Schalke 04 in der Startformation. Formationstechnisch bedeutete das nicht, dass von mir oben dargestellte 4231 sondern eher eine komplette Mischform aus dem 4141 und dem 4231. Also mal das eine, mal das andere.

Die ersten 20 Minuten waren wir die unterlegene Mannschaft. Wir hatten zwar mehr Ballbesitz, aber gefährliche Angriffe kamen eher von den Schalkern. Die Königsblauen haben es das eine oder andere Mal gut geschafft, uns auszukontern. Doch ihre Chancen konnten sie glücklicherweise nicht nutzen.

Mit unserer ersten guten Chance haben wir dann aber das Spiel ein wenig auf den Kopf gestellt. Eckstoß durch Robben, Kopfballtreffer Schweinsteiger. Es dauerte anschließend keine 2 Minuten, da stand es dann 2:0 für uns. David Alaba flankte mustergültig auf Mario Mandzukic der ebenfalls einköpfte. Wahrscheinlich wussten alle, wohin Alabas Flanke ging nur die Schalker-Spieler nicht. Aber das sah auch beim Tor von Schweinsteiger ähnlich aus. Da hatte sich in der Hintermannschaft der Schalker auch niemand für den Torschützen zuständig gefühlt.

Nach diesem Doppelschlag änderte sich das Spiel völlig. Die Schalker waren verunsichert, hatten gar keine Idee, wie sie gegen diesen Teams spielen müssen. Dazu kam ein FC Bayern der im Spiel selbst unglaublich variabel war. Die gesamte Offensivabteilung – einschließlich der beiden Außenverteidiger – wechselte sich fast minütlich ab mit den Positionsrochaden. Mal standen Rafinha und Alaba zentral im Mittelfeld, Mario Mandzukic war oftmals auf den Flügeln zu finden. Um nur mal kleine Beispiele für diese Flexibilität zu nennen.

Dass in unserer Offensive eigentlich jeder jede Position bekleiden kann, macht uns natürlich auch unberechenbar und gefährlich. Das Manko dahinter ist aber noch die Defensivarbeit. Durch die sehr weit aufrückenden und auch teilweise in die zentrale rückenden Außenverteidiger sind wir natürlich derzeit auch sehr anfällig für Tempogegenstöße. In naher Zukunft darf das ruhig noch abgestellt werden, ansonsten machen uns anderen Teams schon mal das eine oder andere Tor rein.

Größter Kritikpunkt für Samstag ist ganz klar, dass man nicht frühzeitig die Entscheidung schaffte. Schalke war nach dem 2:0 einfach ausgeknockt. Die wussten nicht, wie der Ball von A nach B kommt. Da fehlte mir der letzte Messerstich.

Ansonsten waren das die besten 70 Minuten der bisherigen Saison. Das lag vor allem auch daran, dass Schweinsteiger nach seiner Verletzung enorm schnell ins Spiel gefunden hat. Philipp Lahm hatte durch den auffälligen Rückkehrer Schweinsteiger eine äußerst unauffällige Partie. Aber unauffällig muss nicht unbedingt schlecht sein.

Ich mochte diese sehr guten 70 Minuten. Diese Art aus dem Heynckes’schen Flügelspiel und dem Pep’schen Tiki-Taka hat was. Ich hoffe dieser Mix wird vorhanden bleiben. Das hat was ganz feines, wenn die Umsetzung funktioniert.

Am Mittwoch geht es mit dem nächsten wichtigen Spiel weiter. DFB Pokal gegen Hannover 96.

Champions League: Gelungener Auftakt

Gelungener Auftakt in die Gruppenphase der UEFA Champions League. Am Dienstagabend schlugen wir im Auftaktspiel CSKA Moskau mit 3:0.

#1 Neuer
#13 Rafinha – #17 Boateng – #5 van Buyten – #27 Alaba
#21 Lahm
#10 Robben - #39 Kroos – #25 Müller – #7 Ribéry
#9 Mandzukic

Wechsel:
71′ #31 Schweinsteiger für #39 Kroos
75′ #14 Pizarro für #9 Mandzukic
79′ #11 Shaqiri für #10 Robben

Mit einer Veränderung zum Sonnabend in der Bundesliga startete der FC Bayern in die neue Champions League Saison. Dante rückte wieder ins Team für Daniel van Buyten. Zu Beginn musste Bastian Schweinsteiger weiter geduldig auf der Bank platzt nehmen und zuschauen wie er durch Philipp Lahm vertreten wurde.

Das Spiel begann mit einem direkten Freistoß nach noch nicht mal fünf Minuten. David Alaba führte diesen aus und Moskaus Akinfeev konnte den Ball nicht halten. Ein Torwart in Guter Verfassung hätte den Freistoß pariert.

Mit dem 1:0 im Rücken hatte ich erwartet, läuft es mal wieder wie von selbst. Aber ich wurde nach knapp 10 Minuten eines besseren belehrt. Die erste Viertelstunde war in der Tat gut, aber danach wurde es im „Angriffsdrittel“ für uns immer schwieriger gescheite Aktionen durchzubringen.

Natürlich stand CSKA hinten teilweise mit allen Mann, doch das darf nicht als Ausrede oder gar Erklärung herhalten. Selbstredend hatten wir auch nach den ersten 15 Minuten noch einige Chancen, aber die richtig große Chance kam erst in der 37. Minute als Mario Mandzukic den Ball an den Innenpfosten köpfte. Glück für die Moskauer, die so vorerst eine Münchner 2:0 Führung entgingen.

Doch nur vier Minuten später gab es einen Freistoß aus halbrechter Position. Ribéry und Robben stellten sich zum Ball und Robben brachte den Ball dann hoch in die Mitte. Mandzukic köpfte ein. Für mich stand der Torschütze bei Robbens Freistoß hauchdünn nicht im Abseits. Allerdings darf man darüber diskutieren ob Dante und Boateng, die ungefähr zusammen mit Mandzukic standen, nicht eine entsprechende Behinderung darstellten und man dennoch auf Abseits entscheiden hätte können. Muss eine Abwehr damit rechnen, dass ausgerechnet der Spieler nicht im Abseits steht, der den Ball bekommt? Ja muss sie. Demnach kann man das Tor als regulär ansehen.

In der zweiten Halbzeit wurde es, was diese leichtsinnigen und total unnötigen Fehler angeht besser. Die Vorlage von David Alaba, übrigens mein Spieler des Spiels, zum 3:0 erinnerte ein wenig an vergangene Saison. Die Leichtigkeit einfach den Ball zu spielen oder in diesem Fall über die gesamte Abwehr zu heben für den nötigen Platz für Arjen Robben der dann in Ruhe den Ball rein donnern konnte. Das war erfrischend.

Wahrscheinlich machen wir uns das momentan alles selber ein wenig schwieriger als es ist. Letzte Saison hatten wir auch kleine Startschwierigkeiten, vor allem in der Königsklasse. Da verloren wir gegen BATE Borisov, was auch ungefähr so nötig wie ein Sandkasten in der Wüste gewesen ist.

Vielleicht tun uns die nächsten Wochen auch gut, mit den vielen Spielen. Mit der wenigen Chance drüber nachzudenken, was den nicht so gut lief und gleich die Chance zu haben dieses zu ändern.

Philipp Lahm hat übrigens sein bestes Spiel als 6er gemacht. War deutlich aktiver, hatte mehr Bezug zum Spiel. Mag sein, dass der schwache Gegner daran mitschuldig war, aber das muss man halt auch nutzen. Ebenfalls sehr gut gefallen hat mir Rafinha. Sein vermeintlich bestes Spiel im Dress des FC Bayern.

Aber auch die Entwicklung von Jerome Boateng zeigt sich. War er letzte Saison noch neben Dante eher der kleine Unruheherd, ist es diese Saison bislang komplett anders. Boateng trifft momentan Entscheidungen, die in fast allen Fällen Goldwert sind. Der Nationalverteidiger macht momentan einen wackelfesten Job.

Bastian Schweinsteiger durfte für 20 Minuten wieder auf dem Feld agieren. Die ersten Minuten Spielpraxis um zu schauen, ob die Verletztung nun gänzlich abgeklungen sei.

Am Wochenende spielen wir auf Schalke. Merkt euch schon folgendes: Boateng-Brüder-Duell.

Wenn die Liebe gegen die Affäre spielt

Die Aufeinandertreffen zwischen dem FC Bayern München und Hannover 96 sind für mich persönlich immer sehr unterschiedliche Begegnungen. Da spielt dann die große Liebe, der FC Bayern, gegen die Affäre von der Leine.

Vor einigen Jahren hätte ich ein gespaltenes Herz für unmöglich gehalten. Seit einigen Jahren wohne ich jetzt in der Region Hannover und dadurch hat sich eine gewisse Sympathie für 96 entwickelt. Dennoch ist diese Sympathie nicht groß genug, um an diesen 90 Minuten, an diesen Spieltagen sich gegen meine große Liebe zu wehren.

Auch an diesem Spieltag war das nicht anders. Da ist dann das Herz wieder zu 100% bajuwarisch aufgestellt. Nicht mal mehr ein Resttropfen ist im Herz der für Hannover Sympathie empfinden. Dieses Gefühl wird vermutlich auch erst am Dienstagabend wieder schwinden, wenn Hannover gegen Fürth spielt und wir tags darauf beim SC Freiburg.

Was für ein Spiel war das am Sonnabend eigentlich? Herbstdepression? November Blackout? Ich habe davon nichts wahrnehmen können. Und überhaupt. Ein Tor nach einem Eckball. Tore von Javi Martinez und Dante. Comeback-Tor von Mario Gomez.

Das war ganz schön flauschig gegen Hannover.

Bereits nach 3 Minuten stand ich mit vollverblüffter Miene da. Der FC Bayern erhielt einen Eckball und ich sagte schon ganz lässig aus der Hüfte geschossen: „Eckball? Lass uns lieber gleich Abstoß Hannover machen.“ Neben mir auf dem Sofa erschallte es ganz fröhlich: „Pass auf. Der geht jetzt rein.“ Wenige Sekundenbruchteile später vollstrecke Javi Martinez zur 1:0 Führung. Ich konnte meine Kauleiste nicht mehr schließen vor Verwunderung. Das vielleicht noch unfassbarere an dieser Ecke, sie sah ziemlich einstudiert aus. Eckball von Kroos auf Schweinsteiger, der mit dem Kopf den Ball in Richtung Dante und Martinez passt. Aber holla die Waldfee, wie frei Martinez am Fünfmeterraum der Hannoveraner einen Fallrückzieher ansetzen durfte.

Danach kamen die Hannoveraner zwar etwas ins Spiel, aber irgendwie hatte nicht wirklich Angst, vor einem Rückfall in das Nürnberg-Spiel. Spätestens in der 24. Minute war dann auch alles in Ordnung, als Toni Kroos mit einem Seitfallzieher/im fallen Rechtsschuss zum 2:0 traf.

Das man vor der Pause noch das 3:0 drauflegte, Formsache. Besonders gefreut haben mich aber das 4:0 und 5:0. Nicht, wegen der Höhe. Sondern einfach nur wegen der Torschützen. Dante traf nach einer Freistoßflanke per Kopfball und tanzte anschließend mit voller Freude und Begeisterung den „Dante Style“. Wer braucht da schon Gangnam Style, wenn er Dante Style hat?

Wenig später nach dem 4. Treffer von uns wechselte Jupp Heynckes Mario Gomez ein. Der defensivstarke, aber offensiv wenig glückliche Mandzukic machte für Gomez platzt und der deutsche Nationalspieler brauchte keine 27 Sekunden bis zu seinem Tor. Technisch wie auch körperlich hervorragend gemacht.

Das weckte dann förmlich wieder so ein ungemein ungewohntes Gefühl in mir. Auswechselbare Stürmer? Wann hatten wir das zuletzt? War das noch in einer Zeit in der Roy Makaay und Claudio Pizarro bei uns spielten? Oder war es doch noch etwas länger her? So mit Jancker, Zickler und Elber? Ist mir dann irgendwie auch egal. Dieses Gefühl ist toll und darf langfristig in München verweilen!

Eine grandiose Antwort auf die Leute, die eine Krise herbei reden wollten.

Einzelkritik? Eigentlich nicht notwendig. Aber was ein David Alaba defensiv mittlerweile anbietet, das ist ganz große Fußballkunst. Diese Entwicklung kann man nicht in Worte fassen.

Doch nicht nur der kleine Österreicher wusste zu überzeugen. Auch Javi Martinez ist endlich mal so richtig eingeschlagen. Und das nicht nur wegen seines Tores in der Anfangsphase des Spieles. Viel mehr durch seine gesamte Leistung. Etwas geschmälert hat die Leistung das eine oder andere taktische Foul wo er sich noch nicht clever genug anstellte. Aber nun gut. Der Rest stimmte darüber hinaus aber beim Spanier.

Ansonsten braucht man auch nicht viel mehr Einzelkritiken zu vertippen. Waren alle gut. Auch der vorne eher glücklose Mandzukic. Dieser überzeugte vor allem durch seine Defensivarbeit. Weiter so!

Ach glänzend. Alles an diesem wunderschönen Spieltag.

Am Mittwoch geht es bereits weiter. Dieses Mal müssen wir beim SC Freiburg ran. Das Team konzentriert sich hoffentlich vollkommen auf den Sportclub. Wenn die Gedanken und die Konzentration bereits auf Samstag beim Topspiel gegen Dortmund ist, dann ist das reichlich schlecht und halbgar wird es gegen Freiburg schwer.