Erste Saisonniederlage und Futter für die Medien

Im 10. Pflichtspiel bescherten wir uns am gestrigen Dienstagabend die erste Niederlage der Saison im zweiten Gruppenspiel der UEFA Champions League gegen BATE Borisov.

Diese Niederlage war so nötig wie ein Sandkasten in Rub al-Chali*.

Man hat sich diese Niederlage selbst in Stein gemeißelt. Ich würde gerne mit wäre, wenn und aber ankommen. Aber das kann ich halt nicht, da Toni Kroos in der 13. Minute nach guter Balleroberung und gutem Dribbling gegen den Weißrussischen Keeper den Ball an den Pfosten aus spitzem Winkel zog, statt ins freie Tor. Mit der Führung wäre es vermutlich anders gelaufen. Doch dafür kann man sich hier heute nichts kaufen, da die Realität anders aussah.

Das schlimme ist immer wieder: Es ändert sich selten etwas beim Spiel des Gegners. Die meisten stellen bzw. versuchen sich hinten kompakt hinzustellen und das war, verständlicherweise, auch das Ziel von BATE. Wir können den Weißrussen keinen Vorwurf machen. Das ist halt legitim und sie machten es verdammt gut. Wir halfen aber auch extrem mit. Eine Rumpelabwehr, wie man sie aus den ersten 9. Pflichtspielen schon vergessen hatte, dazu nach vorne keine Durchschlagskraft.

Selbstverständlich existieren dann auch immer noch dieselben Probleme, wie seit sehr langer Zeit. Standardsituationen from Hell. 14 Eckbälle, keine einzige Zwingende war dabei. Warum nicht? Die Ecken von Holger Badstuber waren schon zu Beginn sehr unterirdisch. Da hatte man das Gefühl, dass der Ball für Badstuber zu schwer war. Aber auch von den anderen kam keine gute Ecke.

Überhaupt erwischte Badstuber den Raben schwärzesten Tag, den man erwischen konnte. Bei ihm lief gar nichts zusammen und beim 1. Gegentreffer stand er zudem noch sehr weit von seiner Position weg. Doch das ist nicht alleinig die Schuld von Badstuber. Da hat der gesamte Abwehrverbund geschlafen. Auch ein 40-Millionen Javier Martínez hatte nicht sein bisher gewohnt gutes Stellungsspiel ausgepackt.

Man gewinnt und verliert im Team. Gestern leider letzteres, aber vielleicht der richtige „Warnschuss“ zur richtigen Zeit.

Als ob das Spiel nicht schon für genug Gesprächsstoff sorgen würde, eröffneten Jupp Heynckes und Matthias Sammer einen Nebenkriegsschauplatz. Im Interview beim Bezahlsender SKY wurde Heynckes gefragt, was er von der Kritik von Matthias Sammer nach dem Spiel am letzten Samstag in Bremen halten würde. Er fand die Art und Weise nicht richtig, da man so was lieber intern ansprechen sollte.

Ob Heynckes sich im Klaren war, dass er das besser hätte lösen können und die Kritik an Sammer auch besser intern hätte ansprechen sollen? So wird das Bild zwischen Sammer und Heynckes in der Öffentlichkeit doch nicht besser. Liebe Herren. Bitte an einen runden Tisch setzen und die Kommunikation verbessern. Vielen Dank.

Am Samstag haben wir die Möglichkeit uns wieder von einer besseren Seite zu zeigen. Gegen die TSG 1899 Hoffenheim.

*Die Rub al-Chali ist die weltweit größte Sandwüste.