Trotz Unentschieden fürs Achtelfinale qualifiziert

Der gestrige Auftritt in der UEFA Champions League bei Valencia CF gehört eher in die Kategorie: Muss man sich nicht ein zweites Mal antun.

Dank den Weißrussen von BATE Borisov die im heimischen Rund gegen die Franzosen vom OSC Lille nicht über eine 0:2-Heimpleite hinaus gekommen sind und mit unserem einen Punkt von gestern sind wir für das Achtelfinale bereits einen Spieltag vor Ende der Gruppenphase für das Achtelfinale qualifiziert.

Es ist dann quasi wie Samstag. Mit bescheidener, um nicht von einer schlechten sprechen zu müssen, Leistung wurde wir trotzdem, irgendwie, belohnt. Während wir Samstag die Tabellenführung ausbauten, sicherten wir gestern das Achtelfinale. Sind mittelprächtige Zeichen. Immerhin darf man in der Liga nicht vergessen, dass Borussia Dortmund dadurch den Vorsprung auf uns verkleinerte. Und mal im Ernst: Dortmund ist in erster Linie unser Gegner und nicht Frankfurt oder Schalke. Letztere maximal vielleicht, wenn Dortmund schwächelt.

Aber woran liegt es den, dass wir momentan nicht das Spielen, was wir eigentlich können? War es am vergangenen Samstag für die Medien noch die Abhängigkeit von Franck Ribéry kann das gestern nicht der Fall gewesen sein. Immerhin stand Ribéry auf dem grünen Geläuf in Valencia. Auch wenn der Franzose nicht wirklich überzeugen konnte.

Natürlich besitzt man eine gewisse Abhängigkeit an einigen Personen. Darunter gewiss auch Franck Ribéry. Aber das darf nicht als Alibi/Ausrede für Samstag gelten. Und für gestern noch weniger, nur weil er nach seiner Verletzungen erst wieder ins Team kam.

Momentan hängt es viel mehr an der mannschaftlichen Leistung. Genau dieser, die es verhindert, dass zu spielen, was man auf dem Kasten hat.

Wenn man nach dem ersten härteren und/oder unsauberen geführten Zweikampf vom Gegner mit Taschentüchern über den Platz rennt, muss man sich nicht wundern. Nicht über Nürnberg. Nicht über das gestrige Spiel.

Wir sind beim Fußball. Nicht beim Hallen-Halma.

Immerhin positiv war die Antwort nach dem Rückstand. Den wir auch noch in Überzahl bekamen, nach dem Barragan bereits in der ersten Halbzeit duschen gehen musste. Da kam dann mal so etwas wie ein Gefühl zum Tragen, hier um jeden Preis noch den Ausgleich zu erzielen und vielleicht sogar mehr.

Am Ende sollte es nicht mehr werden. Kann uns in erster Linie auch wiederum egal sein. Wir haben es in eigener Hand, den Gruppenköpfen im Achtelfinale aus dem Weg zu gehen. Einfach nur mit einem furztrockenen Sieg über die Weißrussen am letzten Spieltag. Mehr ist gar nicht nötig. Valencia hätte mehr benötigt, ist aber nicht wirklich gewillt gewesen am Ende, auf Sieg zu spielen und damit uns ein Bein zu stellen wie für sich selber sogar den Gruppensieg perfekt zu machen.

Schützenfest ohne Südkurven-Egomanen

Ein entspannter UEFA Champions League Abend ereignete sich am gestrigen Mittwochabend. Frühzeitig machte der FC Bayern gegen den OSC Lille klar, was es für die Franzosen zu holen gibt.

Nach 23 Minuten war das Spiel bereits gelaufen. 3:0, zwei direkte Freistöße – auch wenn der von Arjen Robben zum zwischenzeitlichen 3:0 abgefälscht war. 10 Minuten später stand es bereits 5:0 im weiten Rund der Allianz Arena.

Die zweite Halbzeit flachte dann entsprechend ab. Wir wollten nicht mehr. Lille konnte weiterhin nicht. Salomon Kalou brachte aber in der 58. Minute einen sehenswerten Sonntagsschuss im Tor unter. Sympathisch dabei war mir Manuel Neuer, der sich über das Gegentor doch sichtlich ärgerte, auch wenn er da machtlos war.

Toni Kroos machte wenige Minuten später den 6:1 Schlusspunkt. Man hätte noch viele Tore mehr erzielen können. Ist aber auch nur ein Zahlenwert. Die 3 Punkte waren wichtig. So kann das weiter gehen!

Der Aufreger des Spieles ereignete sich derweil viel mehr auf den Rängen. Teile der Südkurve protestierten mal wieder nach einem Fantreffen vorab. Grund hierfür waren die erneut strenger gezogenen Einlasskontrollen für die Blöcke 112/113 in der Südkurve.

Der Verein hat vor dem gestrigen Spiel noch einmal die Einlasskontrollen vor der Süd und vor allem für die Blöcke 112/113 verstärkt. Man möchte mittlerweile das reinschmuggeln von weiteren Leuten unterbinden und das scheint offenbar mit Maßnahmen gemacht zu werden, die bei den „organisierten“ Fans nicht gut ankommen.

Sicherlich wird es hier immer zwei Seiten geben. Die einen finden härtere Kontrollen doof, vor allem wenn man normalerweise in der Südkurve steht und sich dort jetzt nicht mehr reinschmuggeln kann. Die anderen finden die Aktion der Südkurve eher doof.

Ich persönliche gehöre ja eher zu letzterem. Warum? Weil Fans ihren Verein anfeuern sollten. Da wir sowieso so ein gutes Standing genießen bei anderen Fans, wenn es um die Stimmung im Stadion geht, sind solche Aktionen doch nur ein weiterer Beweis, dass das oftmals nicht zu Unrecht ist. Aber nun gut. Von diesem Standing möchte man im Münchner Süden wohl auch nicht weg.

Zumal die Aktion auch eher kaum dem Verein schadet. Schön, es sieht scheiße aus wenn im Stadion ein größerer Bereich frei bleibt. Aber die Eintrittskarten sind trotzdem bezahlt. Darum stört es in der Geschäftsstelle des FC Bayern an der Säbener Str. auch eher nur bedingt. Zumal sich die Vereinigungen doch eher selbst in Fleisch schneiden. Vermutlich wird es so auf lange Sicht keine vernünftige Einigung und Aussprache zwischen Fangruppierungen und Verein kommen.

Schade, dass im Münchner Süden kein Champions League Niveau hat. Darüber hinaus braucht man sich dann auch nicht beschweren, wenn die Spieler nach einer Niederlage nicht in die Kurve der (mitgereisten) Fans gehen.

Rückspiel gegen Lille

Die nächste englische Woche für uns. Hatten wir in dieser Saison eigentlich einmal keine englische Woche? Ich kann mich nur schwer daran erinnern, aber das ist auch das schöne daran. Spiel um Spiel gefolgt. Keine lange warten Zeiten bis zum nächsten Spiel.

So auch wieder in dieser Woche. Und es ist ein sehr wichtiges Spiel für uns, den das 4. Spiel der Gruppenphase in der UEFA Champions League muss gewonnen werden. Gegen den klaren Tabellenletzten OSC Lille darf man sich keine Niederlage erlauben, wenn man die Gruppe gewinnen will.

Nach 3 Spieltagen sieht es nämlich sehr interessant aus der unserer Gruppe F. BATE Borisov, Valencia CF und wir haben momentan 6 Punkte inne. Mit einem Sieg würden wir uns also gut positionieren, auch wenn uns eine Niederlage noch in keinen K.O. versetzen würde. Immerhin spielen wir noch gegen die direkte Konkurrenz.

Vermutlich wird uns das Heimspiel gegen den OSC aber sicherlich einfacher fallen. In Frankreich hat sich Lille sehr aggressiv präsentiert. Man wollte die einzige Chance nutzen, die man eigentlich hatte. Uns mit Härte aus dem Spiel nehmen und eventuell auf einen Konter hoffen. Erstes geling größtenteils, letzteres war dann nicht zutreffend, weil die Franzosen doch etwas zu viel Angst hatten.

Die Franzosen sind nach unserem Spiel gut in Tritt gekommen. Drei Siege in Folge. Einen im französischen Pokal, zwei in der Liga. Darunter auch ein Sieg gegen den aktuellen Tabellenvierten Valenciennes FC. Es wird also weiterhin ein heißer Ritt. Selbstvertrauen haben die Franzosen genug getankt nach unserem Spiel.

Aber wir dürfen uns nicht kleinkriegen lassen. Auch nicht, wenn die Franzosen erneut ähnlich aggressiv spielen sollten wie im Hinspiel. Vermutlich brauchen wir wieder Geduld.

Vielleicht schaffen wir es aber auch frühzeitig ein Tor zu erzielen und Lille muss dann offener Spielen um eventuell doch noch auf Platz 3 irgendwie zu kommen. Das könnte uns ein fröhliches Spiel bereiten. Ansonsten heißt es eben geduldig spielen und auf die Chance warten und dann nutzen.

Auf geht’s ihr Roten!