Champions League: Zugast bei Manchester City

Heute Abend treten wir im City of Manchester Stadium – oder neumodisch Etihad Stadium – zum 2. Spieltag der UEFA Champions League Gruppenphase an. Das Spitzenduell in der Gruppe D gegen Manchester City.

Vor einigen Wochen hätte ich gesagt, dass das ein enges Spiel wird. Jetzt bin ich unsicher. Die Citizens sind eine Zufallskiste sonders Gleichen. Am ersten Spieltag gegen Newcastle United in der Premier League ein fabulöses und großartiges Spiel abgeliefert und mehr als verdient 4:0 gewonnen. Doch gleich eine Woche später einen Dämpfer mit einer 2:3-Niederlage bei Cardiff City bekommen.

Diese „Berg- und Talfahrt“ der Citizens setze sich fort. Zuhause gegen Hull City 2:0 gewonnen, anschließend bei Stoke City nicht über ein torloses Unentschieden hinausgekommen. Im Derby gegen Manchester United sollte dann aber wieder mächtig aufgespielt werden. Mit 4:1 schickte man den Stadtrivalen wieder auf seine Stadtseite und überzeugte dabei deutlich. Doch so richtig Power daraus zog City nicht. Im darauffolgenden Auswärtsspiel gab es erneut eine Niederlage.

Den einzigen Auswärtserfolg der bisherigen Saison holte City in der Champions League. Viktoria Plzeň konnte vor 2 Wochen keine Punkte gegen City holen.

Blöd das wir also nach Manchester müssen. Aber hey, das sollten wir dieses Mal doch packen. Nicht so wie vor 2 Jahren, als wir das Rückspiel in Manchester, mit 0:2 verloren und dabei eher spartanisch schlecht aussahen. Damals ging es zwar um nichts für uns, aber ich wollte damals dennoch nicht verlieren. Das Spiel in München gewannen wir allerdings mit selbigem Ergebnis.

Keine neuen Verletzungen nach dem Wochenende. Ist schön. Aber Neuigkeiten gibt es dennoch. Holger Badstuber wurde operiert. Er bekam ein neues Kreuzband verpasst und soll in einigen Tagen zurück nach München kommen wo für ihn ein Reha-Programm geplant ist.

Ihr wollt wieder einen genialen Tipp von mir lesen, oder? Ich tippe auf ein 3:1 für uns, wo die endgültige Entscheidung erst kurz vor dem Ende für uns fällt.

Keine Niederlage aber auch kein Sieg

Das vielleicht wichtigste Spiel der Hinrunde von uns endete 1:1 Unentschieden. Nach fünf Pflichtspielpleiten in Folge gegen den aktuellen Meister war es eigentlich an der Zeit, endlich wieder gegen Borussia Dortmund zu gewinnen.

In der ersten Halbzeit war es ein taktisch geprägtes Spiel wo beide Seiten nicht viel Räume frei räumten. Vor allem die Dortmunder machten ihre Sache hinten äußerst gut und haben eigentlich nie Räume für uns geöffnet. Das machte sich in Form von Rückpässen zu Manuel Neuer immer wieder bemerkbar.

In der vierten Minute spielte Holger Badstuber einen so schlechten Rückpass, dass Neuer sehr schlecht aussah. Aber: Was wäre passiert, wenn Neuer den Ball nicht zur Seite spitzelt sondern nach vorne drischt? Trifft er damit wohl möglich denn auf ihn stürmenden Dortmunder und von dort aus prallt der Ball ins Tor? Puh. Entscheidet selber, ob das nun ein Fehler gewesen ist oder nicht. Ich bin da zwiegespalten.

Die Schrecksekunde ereignete sich allerdings in der 35. Spielminute. Javi Martinez und Mario Götze sowie Badstuber kämpften um den Ball und Holger Badstuber verletzte sich in dieser Situation schwer. Kreuzbandriss. Damit ist die Saison so gut wie gelaufen. Ich rechne nicht mit einer ernsten Rückkehr von Badstuber in dieser Saison.

Gerade in dieser Phase wurde der BVB offensiv stärker und da kam die Umstellung natürlich nicht gut. Zwar kam Jerome Boateng direkt auf Spieltemperatur, aber man merkte dem Team an, dass das nicht sonderlich gut war.

Aus der anschließenden Pause kamen auch die Borussen etwas besser. Aber von Minute zu Minute schwankte dann das Spiel um und in der 67. Minute gelang es uns die Führung zu erzielen. Toni Kroos ließ erst Subotic und Hummels aussteigen und zog dann butterweich ins lange Eck ab. Führung für uns.

Doch so gut wie Aktion und das Tor von Toni Kroos war, so schlecht verteidigte er 7 Minuten später bei einem Eckball der Borussen. Kroos ließ Götze einfach in seinem Rücken alleine und das man das nicht machen darf, wusste Kroos auch sofort. Zumindest sah es in der Wiederholung so aus, als ob er wüsste, dass das sein Mann und somit seine Schuld war.

Anschließend verhinderte Roman Weidenfeller mit starken Paraden die Führung für uns. Man kann sich hier auch wenig vorwerfen. Man hat es nach dem 1:1 probiert wieder in Führung zu gehen, scheiterte aber an einem blendend aufgelegten Schlussmann des BVB.

Mein Spieler des Spieles: Javi Martinez. Meine Fresse, hat der Bastian Schweinsteiger in den Schatten gestellt. Hat viele Räume für die Dortmunder geschlossen. 21 Zweikämpfe gewonnen, Bestwert. Übrigens danach kommen Franck Ribéry und Mario Mandzukic auf den Plätzen 2 und 3 mit den gewonnen Zweikämpfen. Aber Martinez war schon ziemlich stark. Gute Antizipation von Pässen, klasse Zweikampfvorstellung (wie erwähnt!) und auch immer eine gute Übersicht.

Der Spanier lieferte deutlich sein bestes Spiel in unserem Gewand ab. Hat seine Leistung noch einmal getoppt und gezeigt, warum man ihn haben wollte. Wenn Schweinsteiger am Samstag auch noch in Topform sich gezeigt hätte, wäre das eine traumhafte Doppel-6 gewesen.

Es klingt jetzt natürlich bescheuert, im Blick auf die Tabelle, aber mir gefällt das Unentschieden nicht. Natürlich kann man mal gegen die Zweitbeste Mannschaft sich mit einem Unentschieden begnügen. Aber doch nicht nach 5 Niederlagen am Stück gegen die Borussen aus Dortmund. Und jetzt kommt mir nicht mit dem Supercup an. Das ist so viel Pflichtspiel wie Salat ein Fleischgericht ist. Am Ende ist ein Unentschieden gegen Dortmund aber immer noch besser als ein Nuller.

Am Mittwoch geht es bereits weiter. Revanche gegen BATE Borisov nehmen. Danke.

Nach Leverkusen, vor ManCity

Der FC Bayern München feierte am Samstagabend im “Topspiel” einen weiteren Erfolg. Dieses mal fungierte Bayer Leverkusen als netter Punktelieferant.

Das Spiel des FC Bayern war dabei nicht mal so überwältigend. Man hat sich relativ genügsam gegeben und das hat gegen Bayer Leverkusen schlussendlich gereicht. Weil von denen wenig bis sehr wenig kam und das, obwohl man selber nur mit angezogener Handbremse agierte.

“Spiele mit dem FC Bayern München waren auch schon mal interessanter”, ertönt es mittlerweile im Freundes- und Bekanntenkreis und auch in meinen Web2.0 Kanälen. Ich muss eingestehen, ich find diese “Langeweile” erholend. Wirklich. Und das hätte ich nach dem Auftakt gegen Borussia Mönchengladbach nicht mit gerechnet, so früh in der Saison. Wobei diese “Langeweile” eigentlich gar keine Langeweile ist. Sie ist purer Fußballgenuss unter der Handschrift von Don Jupp!

Es ist schön, diesen FC Bayern anzugucken. Aus dem öden Ballgeplänkel unter van Gaal ist mittlerweile ein schnelles und sicheres Spiel geworden. Und auch der Faktor Risiko ist immer mal wieder dabei. Aber, und das ist vielleicht das wichtigste, man setzt den Faktor Risiko nicht so ein, dass der Ball weg ist. Wenn es mal nicht geht mit dem schnellen Spiel, dann baut man halt neu auf und lässt so neue Freiräume entstehen. Diese Freiräume entstehen aber auch nur immer und immer wieder, weil dort ein Team aus 11 Spieler auf dem Feld steht. Das Spaß am Spiel hat und jeder sich für jeden einsetzt. Dann verzeiht man auch mal fehlgeschlagene Einzelaktionen und ähnliches. Das sah man unter van Gaal leider nur zu selten.

Jupp Heynckes scheint Schalter gefunden zu haben, die in den letzten Jahren eingestaubt sind. Ohne mich aus dem Fenster lehnen zu wollen, aber wir scheinen den besten FC Bayern seit langem bei der Entstehung zusehen zu dürfen. Ich freue mich auf mehr!

ManCity – Der erste Brocken?

Ähm ja. Eigentlich sollten Villareal CF, der FC Schalke 04 und Bayer 04 Leverkusen ja als “die ersten richtigen Brocken” gelten. Aber nun scheint man sich auf Manchester City in der Kategorie “1” zu freuen. Also alle, die was gegen den FCB haben.

Aber auch ich freue mich. Das Spiel am morgigen Dienstag ist vermutlich das Spiel, was dann alle Kritiker verstummen lassen wird. Hab ich Angst vor Manchester City? Nein. Respekt. Allerhöchstens. Wobei sich ManCity in den letzten Spielen wieder zu dem entwickelt, was man von ihnen erwartet. Einzelspielertum.

Natürlich braucht es ganz großes Teamwork um gegen City zu bestehen, aber hey, wir sind der FC Bayern und wollen die Mission München doch nicht gegen ManCity bereits abblasen.

Etwas sorgen macht mir die Offensivpower der Citizen. Wenn man sich alleine nur die Namen anschaut, dann ist da ganz viel Power vorne bei City. Edin Dzeko, ehemals VfL Wolfsburg, und Sergio ‘Kun’ Agüero bilden vermutlich auch am Dienstag die erste Sturmreihe. Und da hinter sind dann noch Mario Balotelli und Carlos Tevez auf der Bank. Da kommen wir dann nämlich auch zum Problem. Holger Badstuber könnte offenbar ausfallen. Berichtet Rafael Honigstein via Twitter. Wobei ich sowieso davon ausgegangen wäre, dass van Buyten spielt. Aber eben neben Badstuber. Jetzt dann natürlich eher neben Jerome Boateng. Rafinha wäre wohl geopfert worden damit man wieder an “Höhe” gewinnt.

Gut. Aber das sollte alles kein Hindernis sein. Da müssen wir durch, sollte Badstuber wirklich ausfallen. Ich mein, die bisherige Defensivarbeit lässt sich im ganzen Team ja als sehr gut betrachten. Kompaktheit, und so. Steffen Freund wird vermutlich beim kommenden Topspiel-Talk diese Kompaktheit mal wieder erklären.

Mein Tipp für morgen Abend: 3:1!