Aktion Libero

Ein Spiel dauert neunzig Minuten. Zumindest im besten Fall, für schwule Profifußballer dauert das Versteckspiel ein Leben lang: Keiner wagt es, seine Homosexualität offen zu leben. So schön Fußball auch ist – Ressentiments halten sich in seinem Umfeld hartnäckig.

Ein unerträglicher Zustand! Ob jemand schwul  ist, oder rund, oder grün, das darf keine Rolle spielen. Wir alle sollten ein bisschen besser aufpassen – auf unsere Worte, unser Denken, unsere Taten: Die Freiheit jedes Einzelnen ist immer auch die eigene Freiheit.

Wir schreiben in unseren Blogs über Sport, und unsere Haltung ist eindeutig: Wir sind gegen Homophobie. Auch im Fußball.

Homosexualität ist Realität

Wir schreiben das Jahr 1970. Der Deutsche Fußball Bund gibt dem Frauenfußball “grünes Licht”. Nach dem 15 Jahre zuvor der DFB dem Frauenfußball wegen dem schwindenden “weiblichen Anmut” im “Kampf um den Ball” verboten hatte.

Keine 50 Jahre später ist der Frauenfußball durch die Frauen-Fußball Weltmeisterschaft 2011 in Deutschland vermutlich auf dem “Allzeithoch”, was Medien, Fans und Gesprächsbereitschaft angeht.

Gehen wir wieder ein Jahr zurück. Ein Jahr vor der Weltmeisterschaft der Damen im eigenen Land gab Nationaltorhüterin Ursula Holl ihre eingetragene Lebenspartnerschaft bekannt. Eine Nationalspieler die homosexuell ist. Ihre Kollegin, im Tor der deutschen Nationalmannschaft, Nadine Angerer, gab offen ihre Bisexualität zu. Holl und Angerer sind nicht die einzigen Fußballerinnen, die nicht dem “Standard” entsprechen.

Doch sind es nur Ausnahmen. Ausnahmen in einer Genre dem viele Menschen nach gehen. Dem Sport. Egal welche Sportart, das Thema Homosexualität ist nach wie vor ein Tabuthema. Selbst der Frauenfußball ist nicht befreit von diesem “Tabu”. Die Medien nehmen solche Meldungen im Frauenfußball auch nur neutral auf. Neutral im negativen Sinne, versteht sich. Gleichgültigkeit ist auch nur eine Form des Verschweigens. Es ist keine Frage, dass die Damen generell weniger Medienpräsenz haben, aber man versucht auch gar nicht, solche Geschichten positiv zur Integration aller aufzunehmen.

Generell ist es im Sport nicht einfach, über seine Homosexualität zu sprechen. Warum auch? Wenn wie in Fußballstadien gerne mal Sprechchöre zur Verunglimpfung mit “Schwul” angestimmt wird, dann ist das nicht förderlich. Der Druck wird oft von allen Seiten an die Homosexuellen herangetragen. Mitspieler, Medien, Fans/Zuschauer. Mir persönlich tut jeder Leid, der für “seinen Sport” seine Leidenschaft verbergen muss. Der sich verstellen muss, der auf Gestik und Mimik achten muss, damit keiner auch nur einen Funken ahnen könnte. Das sind Vorstellungen, an die ich schon im Gedankengang zerbrechen würde. So fühlt es sich an bei mir.

2011. Wir schreiben das 21. Jahrzehnt und haben im Sport immer noch ein Tabuthema. Ein Tabuthema, dass ansonsten in Deutschland kein Tabuthema mehr ist. Seit 10 Jahren ist es möglich, eine eingetragene Lebenspartnerschaft zu haben. Der Beweis zweier gleichgeschlechtlicher Menschen, dass man zueinander steht.

Im Sport ist diese Akzeptanz noch weit entfernt. Daher unterstütz auch du die Aktion Libero!

Und als kleines Feature hab ich noch von zwei Hochschulstudenten einen 11-minütigen Film über 3 Sportler, die über ihre Sexualität offen sprechen – vor der Kamera!

Aus dem Abseits – Ein Film über Homosexualität im Amateurfußball from Dino B on Vimeo.