#19: FC Bayern München – Eintracht Frankfurt 5:0 (2:0)

Souverän, Souveräner, FC Bayern. Ein leicht erspieltes 5:0 über Eintracht Frankfurt sorgte zum Abschluss des 19. Spieltages in der Fußball Bundesliga für die Wiederherstellung des 13 Punkte Vorsprung, der am Sonnabend durch den Sieg von Bayer 04 Leverkusen kurzzeitig auf 10 Punkte schrumpfte.

Guardiola stellte das System wieder um. Brachte Mario Mandzukic und Franck Ribéry für Toni Kroos und Thomas Müller. Mit Mandzukic spielten wir wieder von Beginn an mit einem klassischen Stürmer, während Mario Götze ins Mittelfeld rückte. Auf der rechten Seite agierte erneut Xherdan Shaqiri auf der Robben-Position.

Die Frankfurter hingegen versuchten es von Beginn an mit Schonung. Mit Sebastian Rode und Carlos Zambrano lies Armin Veh gleich in Frankfurt. Eintracht-Coach Veh wollte für beide kein Risiko eingehen in Bezug auf eine mögliche Gelbsperre. Das angebliche Bonusspiel für die Eintracht wirkte dadurch nur noch wie ein lausig nerviges Pflichtspiel, an dem man gar nicht teilnehmen wollte.

Für uns war es ein recht leichtes Unterfangen daher. Bereits in der 12. Minute erzielte Mario Götze den Führungstreffer, nach Vorarbeit des zuletzt gescholtenen Mandzukic. Götze hat eine unfassbare Entwicklung hingenommen. Wirkt für mich ballsicherer, spielfreudiger und torgefährlicher als noch bei Borussia Dortmund. Was ihm vielleicht etwas fehlt, sind seine starken Dribblings. Die hat er nicht verlernt, aber er lässt sie viel seltener zur Schau kommen. Seine Dribblings schwinden vermutlich mit der Anzahl an guten Anspielstationen, wovon er bei uns natürlich einige hat.

Noch vor der Halbzeit erhöhte Ribéry auf 2:0 für uns. In der zweiten Hälfte ebbte das Spiel ein wenig ab, ehe Arjen Robben nach 20 Minuten Spielzeit im 2. Durchgang in die Partie kam. Der Niederländer wollte nach seiner Zwangspause wieder von sich reden machen und das klappte. Nach Vorarbeit von Götze machte Robben den Sargnagel bereits in der 67. Minute Dingfest. Zwei Minuten später köpfte Dante nach einem Eckball zum 4:0 ein.

Das vermutlich wichtigste Tor erzielte dann kurz vor dem Abpfiff Mandzukic. Der Kroate vernaschte Russ und netzte dann gewohnt kaltschnäuzig ein. Das gesamte Team war beim Torschützen. Schönes Bild.

Ein leichtes Spiel. Frankfurt wollte nicht, wir haben ausreichend daraus gemacht. Nächstes Wochenende spielen wir beim 1. FC Nürnberg und anschließend unter der Woche im DFB Pokal in Hamburg gegen den HSV.

Vorschau: VfB Stuttgart leider ohne Labbadia

Am Mittwochabend werden wir unser Nachholspiel vom 17. Spieltag bestreiten und schließen damit offiziell die Hinrunde der Fußball Bundesliga ab. Der Gegner dabei ist einer unserer letzten Lieblingsgegner, der VfB Stuttgart.

Es wird das erste Spiel der »Nach-Bruno-Labbadia-Ära« sein. Der VfB trat insgesamt neunmal mit Trainer Labbadia gegen uns an und musste sich dabei neun Niederlagen einfangen, bei einer Torbilanz von 30:11 Toren für uns. Besonders in Erinnerung dürfte für viele noch das letzte Duell sein, als wir im Berliner Olympiastadion das Triple perfekt machen konnten. Doch auch die ersten Spiele des VfB unter Labbadia gegen uns sollten nicht vergessen worden sein. Im Winter 2010 kam es kurz vor Weihnachten zum back-to-back Duell. Sowohl in der Bundesliga als auch drei Tage später im DFB Pokal fielen massig Tore.

Nun hat der VfB mit Thomas Schneider einen neuen Cheftrainer an der Seitenlinie und steht in der Tabelle mit 19 Punkten nur auf dem 12. Tabellenplatz. Nach unten hin sind es auf den Relegationsplatz nur drei mickrige Punkte Luft. Natürlich denkt in Stuttgart niemand ernsthaft daran, gegen den niederlagenlosen Tabellenführer zu gewinnen, aber ein Punkt könnte den Schwaben sicherlich gut in den Klammerbeutel passen.

Der Auftakt in die Rückrunde war allerdings für die Schwaben alles andere als optimal. Mit einer 1:2 Niederlage gegen den 1. FSV Mainz 05 ging es für die Schwaben in 2014 los. Dabei sah man vor weiterhin die alten Schwächen der Stuttgarter. In der Verteidigung hapert es gewaltig.  Dazu steht mit Sven Ulreich ein Torhüter zwischen dem Aluminium, der immer wieder für grobe Patzer gut ist. Mag sein, dass das bei Manuel Neuer auch immer wieder möglich ist, aber wir können das besser ausgleichen.

Unsere Probleme liegen momentan eher wo anders. Falls wir unsere kleinen „Buckel“ überhaupt als Probleme anerkennen kann. Da wäre einmal Mario Mandzukic. Ich wäre nicht sonderlich verwundert, wenn wir das Thema bis zum Ende der Saison in einer Dauerschleife ertragen müssen. Wobei ich mir das natürlich anders wünschen würde. Zwei gute Stürmer brauchen wir. Warten wir mal ab, was die nächsten Wochen passieren wird.

Darüber hinaus ist der nächste Buckel die Transfergerüchte um Toni Kroos und Dante, die beide offenbar bei Manchester United auf der Liste stehen. Nüchtern betrachtet brauchen wir uns aber keine Sorge machen. Wann hat der FC Bayern München zuletzt einen Spieler abgegeben, der aus der vorderen Belegschaft stammt? Selbst Mario Gomez war zum Zeitpunkt der Abgabe bereits ins hintere Glied gerutscht.

Franck Ribéry hat am Sonnabend bereits wieder den Einstieg ins Training gefunden. Ein Einsatz gegen Stuttgart kann ich mir gut vorstellen, die letzten 10 oder 20 Minuten sind da sicherlich auch von Guardiola zu befürworten.

#18: Borussia Mönchengladbach – FC Bayern München 0:2 (0:1)

Mit einem 2:0 Erfolg bei Borussia Mönchengladbach haben wir am Freitagabend die Bundesliga Rückrunde 2013/14 eröffnet. Dabei fehlten aus der „1. Garde“ immerhin Namen wie Franck Ribéry und Bastian Schweinsteiger die verletzungsbedingt fehlten. Zusätzlich war Arjen Robben nach seiner Verletzung aus dem Pokalspiel gegen den FC Augsburg zu Beginn nur auf der Bank.

Doch die Bombe schlug eigentlich knapp eine Stunde vor Anpfiff auf. Mario Mandzukic befand sich für den Rückrundenauftakt nicht im Kader. Pep Guardiola verbannt den Kroaten offenbar wegen mangelnder Trainingsleistung auf die Tribüne. Im ersten Pflichtspiel des neuen Jahres und vor allem nach dem abgeschlossenen Transfer von Robert Lewandowski eine erste Ansage. Der Kroate ist kein einfacher Typ und mit Guardiola hat er dann einen Trainer vor sich, der schon in Barcelona aufzeigte, wie er mit Störfaktoren umgeht. Es kann eine lange Rückrunde werden, sollte Mandzukic sich nicht zeitnah am Riemen reißen.

Kommen wir aber zum Spiel geschehen. Wir haben einen starken Beginn gehabt. Zogen, nach der Pleite im Testspiel gegen Salzburg, wieder unser Spiel auf. Das gewohnte Pressing gegen anfänglich sehr zaghafte Gladbacher. Nach knapp fünf Minuten die erste gute Chance nach einem Zusammenspiel zwischen Thomas Müller und Mario Götze. Doch Götze touchierte nur den Außenpfosten, in diesem Moment noch Glück für die Borussia. Den Gegenangriff der Borussia fing Rafinha gegen Arango bereits im Mittelfeld ab und leitete postwendend über Müller das 1:0 von Götze ein. Götze lief sich im Strafraum frei und Müller legte von der rechten Seite den Ball flach auf. Müller war in der Offensive zusammen mit Götze eigentlich der Kern, der so ziemlich an jeder guten Offensivaktion dabei war.

Wobei so viele Offensivaktionen hatten wir schlussendlich gar nicht. Vor der Halbzeit ist letztlich nur noch der Weitschuss nach einer Ecke von Rafinha nach 13 Minuten in Erinnerung. Danach kam Gladbach einfach immer besser ins Spiel und hat, obwohl mehr Ballbesitzanteile bei uns, eigentlich die größeren Chancen erarbeitet. Vor allem kurz vor der Pause hätte Gladbachs Max Kruse ausgleichen können. Doch die Finger von Neuer lenkten den Schuss gerade noch an den Pfosten.

In unserem Spiel ist sehr auffällig, wie anfällig wir hinten sind, wenn das Pressing vorne nicht wirkt. Durch unsere Raumaufteilung ist bei Ballverlusten zu sehen gewesen, dass bis zu 4-5 Spieler von uns in Ball nähe sind und diesen zurück erobern möchten. Vier bis fünf unserer Leute. Wenn wir mit unserem Pressing fehlschlagen, sind wir in der Verteidigung recht dünn besetzt und oftmals geht es dann in 1:1 Duelle.

Ich mag diese Variante durchaus. Nur ist es eben auch gegen schnelle und wendige Spieler, wie sie bei Gladbach auch vorhanden sind, ein noch etwas größeres Risiko. Auch sollte es nach einer 2:0 Führung einfach einen etwas konservativen Spielplan geben, natürlich nur wenn es notwendig ist. Die Borussen hatten immer wieder Chancen und hätten auch durchaus treffen können.

Das 2:0 fiel kurz nach der Halbzeit durch einen verwandelten Handelfmeter von Müller. Wenn ihr mich fragen würdet, ob ich diesen Pfiff getätigt hätte, ich wüsste es nicht. Es war eine relativ kurze Distanz. Für mich wäre es durchaus nachvollziehbar gewesen, den Elfmeter nicht zu geben. Betrachten wir uns allerdings die heutige Regelauslegung, war der Pfiff von Schiedsrichter Gagelmann wohl korrekt. Offenbar ist man mittlerweile soweit, dass man den Spielern unterstellt, dass sie genügend Kontrolle über ihren Körper haben müssten. Eben auch um solche Handspiele aus kürzester Distanz zu meiden. Kann man mögen, muss man nicht.

Was fiel sonst noch auf?

Götze als „Falsche-9“, eigentlich mag ich den Begriff überhaupt nicht, funktionierte tadellos. Vor allem das Zusammenspiel mit Müller konnte immer wieder begeistern. Generell scheint Müller eine unglaublich gute Saison zu spielen, auch wenn er oftmals nicht glücklich wirkt in seinen Aktionen. Die Statistik mit 8 Toren und 8 Assists in 17 Spielen spricht aber für Thomas Müller.

Als Ersatz für Franck Ribéry durfte sich Xherdan Shaqiri fühlen. Knapp 80 Minuten war der Schweizer Bestandteil des Spieles und konnte nicht wirklich Akzente setzen. Viel mehr wirkte Shaqiri für mich wie ein Fremdkörper in unserem Spiel. Vieles lief über die andere Seite und damit über Müller. Auf der linken Seite ist das Spiel an Shaqiri, mehr oder weniger, vorbei gegangen.

Durch die Ausfälle von Schweinsteiger und Javier Martinez musste Philipp Lahm wieder im Mittelfeld agieren. Zusammen mit Nebenmann Thiago machte der Kapitän erneut eine überzeugende Vorstellung. Bundestrainer Jogi Löw ließ sich in der Halbzeit entlocken, dass bei der aktuellen Verletztenmisere für die Nationalmannschaft auf der Zentralen Position im Mittelfeld (u.a. Khedira, Schweinsteiger, Gündogan) Lahm eine alternative darstellen könnte. Bis Juni wird noch einige Zeit vergehen und daher kann noch viel passieren. Dennoch ist es für Löw eine Einstellungsänderung, der noch vor nicht allzu langer Zeit Lahm als festen Bestandteil innerhalb der Verteidigungskette sah.

Bereits am Mittwoch geht es für uns weiter mit dem Nachholspiel gegen den VfB Stuttgart. Wir können unseren Vorsprung auf 13 Punkte ausbauen. Dreizehn! Ziemlich öde diese Bundesliga-Saison.