#5: Auftakt in die erste heiße Phase

IMG_1870Mit einem Sieg startet der FC Bayern München in die erste wichtige Phase der noch jungen Saison. Nach dem Spiel am Sonnabend gegen Hannover 96 folgen noch weitere 6 Partien bis zum 05.10.2013. Endlich wieder englische Wochen, wieder alle 3 Tage Fußball.

#1 Neuer
#13 Rafinha – #17 Boateng – #5 van Buyten - #27 Alaba
#21 Lahm
#25 Müller – #39 Kroos – #10 Robben – #7 Ribéry
#9 Mandzukic

Nach der Länderspielpause bekam Dante in der Abwehr erst mal eine kleine Denkpause. Der Brasilianer hat bisher noch nicht wieder die Form der letzten Saison abrufen können und so brachte Guardiola van Buyten in der Startelf. Ebenfalls verzichtet Guardiola neben Dante noch auf Bastian Schweinsteiger. Schweinsteiger hatte sich im Spiel gegen den SC Freiburg verletzt und sagte die Länderspiele gegen Österreich und die Färöer Inseln ab. Ich hatte schon in der Vorschau den Wunsch, dass Guardiola noch auf Schweinsteiger verzichtet und bin daher durchaus glücklich darüber. Eine 2012-Saison von Schweinsteiger tut uns nämlich nicht gut und daher war das schonen die, vermutlich, richtige Entscheidung.

Da Schweinsteiger nur auf der Bank saß und alle anderen nominellen 6er verletzt sind, stand erneut Philipp Lahm im Mittelfeld und Rafinha auf der Rechtsverteidigerposition. Bei mir hat sich auch mit Stadiumview nichts geändert, was Lahm und Mittelfeld angeht. Er wirkte Fremd im Mittelfeld, gar verschenkt.

Mir gar nicht gefallen hat Toni Kroos. Sehr passiv, wenig überzeugende Momente. So in der Zusammenfassung meiner Gedanken ist gar nur der Pass zum 1:0 mir in Erinnerung geblieben von Kroos. Ansonsten ein sehr verhaltenes Spiel, wenig Akzente, keine spektakulären Pässe und auch seine Weitschüsse hat er nicht auspacken können. Etwas zugute muss man Kroos aber halten, dass er in beiden Halbzeiten andere Ausrichtungen hatte. In der ersten war eher als 8er, also vor Philipp Lahm, unterwegs. In der zweiten Halbzeit ging er mehr auf die Flügel und lies die Mitte mehr und mehr für Arjen Robben offen.

Ansonsten war es das, von mir erwartet, schwere Spiel. Hannover mit Disziplin in der Verteidigung, hat die Räume eng gemacht und so kam wenig bis kein wirklicher ansehnlicher Fußball dabei in der ersten Hälfte rum.

Es war von mir auch ebenso erwartet worden. Sofern wir kein frühes Tor schießen, läuft es momentan noch nicht so brillant wie wir es gerne sehen würden. Dazu fehlen immer mal wieder kleine Prozente bei einigen. Man kann nun halten was man will von den Aussagen von Matthias Sammer, aber Unrecht hat er nun mal nicht. Das war nicht nur gegen den HSV aus Hannover so, sondern auch schon in den Spielen davor zu beobachten. Ich erinnere da nur mal an Freiburg, wo man sich den Sieg selbst vom Mettbrötchen nahm. Ob es der richtige Zeitpunkt ist? Wird sich zeigen, aber mir ist das lieber zu Beginn dieser heißen Phase als erst anschließend.

Immerhin ist das Ziel doch irgendwie die Titelverteidigung. Oder Titelverteidigungen. Je nachdem wie mutig man sein möchte.

Abseits des Spielfeldes gab es einige „Neuerungen“ betreffend für die Südkurve. Es war der erste von zwei Testläufen für die Südkurve mit neuen Zugangsmodalitäten. Wer ein Ticket für die Blöcke 109 bis 117 hat, durfte seinen Block solange freiwählen, bis die maximale Anzahl an Zuschauern im Block erreicht war. Dadurch waren vor allem die richtigen Stehplätze in 112/113 sehr früh gut gefüllt. Die Stimmung war zumindest im Stadion angenehm über die 90 Minuten. Wie es über die Fernsehbilder rüberkam, kann ich leider nicht beurteilen. Kleine Wehrmutstropfen gab es jedoch auch. Nicht immer harmonierten Süd- und Nordkurve. Leider.

Der nächste Testlauf ist dann bereits im nächsten Bundesliga-Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg. Das werde ich mir erneut aus der Nähe anschauen und vor allem anhören. Schauen wir mal, ob es dann noch besser funktioniert.

Bilder zum Spiel sind auf der Facebook-Fanpage hochgeladen.

Erste Saisonniederlage und Futter für die Medien

Im 10. Pflichtspiel bescherten wir uns am gestrigen Dienstagabend die erste Niederlage der Saison im zweiten Gruppenspiel der UEFA Champions League gegen BATE Borisov.

Diese Niederlage war so nötig wie ein Sandkasten in Rub al-Chali*.

Man hat sich diese Niederlage selbst in Stein gemeißelt. Ich würde gerne mit wäre, wenn und aber ankommen. Aber das kann ich halt nicht, da Toni Kroos in der 13. Minute nach guter Balleroberung und gutem Dribbling gegen den Weißrussischen Keeper den Ball an den Pfosten aus spitzem Winkel zog, statt ins freie Tor. Mit der Führung wäre es vermutlich anders gelaufen. Doch dafür kann man sich hier heute nichts kaufen, da die Realität anders aussah.

Das schlimme ist immer wieder: Es ändert sich selten etwas beim Spiel des Gegners. Die meisten stellen bzw. versuchen sich hinten kompakt hinzustellen und das war, verständlicherweise, auch das Ziel von BATE. Wir können den Weißrussen keinen Vorwurf machen. Das ist halt legitim und sie machten es verdammt gut. Wir halfen aber auch extrem mit. Eine Rumpelabwehr, wie man sie aus den ersten 9. Pflichtspielen schon vergessen hatte, dazu nach vorne keine Durchschlagskraft.

Selbstverständlich existieren dann auch immer noch dieselben Probleme, wie seit sehr langer Zeit. Standardsituationen from Hell. 14 Eckbälle, keine einzige Zwingende war dabei. Warum nicht? Die Ecken von Holger Badstuber waren schon zu Beginn sehr unterirdisch. Da hatte man das Gefühl, dass der Ball für Badstuber zu schwer war. Aber auch von den anderen kam keine gute Ecke.

Überhaupt erwischte Badstuber den Raben schwärzesten Tag, den man erwischen konnte. Bei ihm lief gar nichts zusammen und beim 1. Gegentreffer stand er zudem noch sehr weit von seiner Position weg. Doch das ist nicht alleinig die Schuld von Badstuber. Da hat der gesamte Abwehrverbund geschlafen. Auch ein 40-Millionen Javier Martínez hatte nicht sein bisher gewohnt gutes Stellungsspiel ausgepackt.

Man gewinnt und verliert im Team. Gestern leider letzteres, aber vielleicht der richtige „Warnschuss“ zur richtigen Zeit.

Als ob das Spiel nicht schon für genug Gesprächsstoff sorgen würde, eröffneten Jupp Heynckes und Matthias Sammer einen Nebenkriegsschauplatz. Im Interview beim Bezahlsender SKY wurde Heynckes gefragt, was er von der Kritik von Matthias Sammer nach dem Spiel am letzten Samstag in Bremen halten würde. Er fand die Art und Weise nicht richtig, da man so was lieber intern ansprechen sollte.

Ob Heynckes sich im Klaren war, dass er das besser hätte lösen können und die Kritik an Sammer auch besser intern hätte ansprechen sollen? So wird das Bild zwischen Sammer und Heynckes in der Öffentlichkeit doch nicht besser. Liebe Herren. Bitte an einen runden Tisch setzen und die Kommunikation verbessern. Vielen Dank.

Am Samstag haben wir die Möglichkeit uns wieder von einer besseren Seite zu zeigen. Gegen die TSG 1899 Hoffenheim.

*Die Rub al-Chali ist die weltweit größte Sandwüste.

#6: Mit Ruhe zum Sieg

Der Nord-Süd-Gipfel gegen den SV Werder Bremen ist immer so ein Spiel, auf das ich mich persönlich sehr freue. Seit letzter Saison haben dann auch die Giftpfeile aus München in Richtung Bremen und umgekehrt nachgelassen bzw. sind sogar ganz verschwunden. Vor ab keine heißen Gefechte in den Medien mehr. Man konzentriert sich nun komplett auf das Spiel selber und lässt es, den Gegner schlecht zu machen.

Der 2:0-Erfolg über die Werderaner in deren Weserstadion war keineswegs einfach. Dafür mussten wir schon einiges tun, weil die Bremer vor allem in den ersten 45, 60 Minuten ungeheuer viel Disziplin hinten hatten und alles versuchten. Anders als beispielsweise der FC Schalke 04 oder der VfL Wolfsburg in den letzten beiden Spielen. Die opferten sich recht früh und ließen das Unheil auf sich zukommen. Bremen nicht, die wollten.

Am Ende siegte jedoch die stärkere Bank. Claudio Pizarro spielte von Beginn an für Mario Mandzukic, Thomas Müller rückte für Arjen Robben (muskuläre Probleme) in die Startelf. Ebenso spielte Luiz Gustavo für Javier Martínez. Auch Xherdan Shaqiri durfte sich den Beginn erst mal wieder von der Bank anschauen, für ihn kam Toni Kroos in die erste Elf.

Meine Fresse. Solche personellen Änderungen von Spiel zu Spiel hätte ich mir letzte Saison bereits gewünscht.

Unser Vorteil gestern war, dass wir von der Bank mit Shaqiri und Mandzukic aufwarten konnten. Beide kamen nach knapp einer Stunde in die Partie (für Kroos und Pizarro). Das waren die entscheidende Wechsel im Spiel. In der 81. Minute sollte zwar erst noch Luiz Gustavo den Ball gefühlvoll ins Spiel buxieren, keine 120 Sekunden später konterten wir nach einer Bremer-Ecke gnadenlos eiskalt. Shaqiri bereitete das bereits 6. Tor von Mandzukic mit einer passgenauen Flanke vor. Die Messe war gelesen.

Im Vergleich zu Dienstag war unser Spiel leistungstechnisch natürlich anders. Bremen hat es uns definitiv schwerer gemacht als die Wölfe unter der Woche. Dazu haben wir zu viele kleine Fehler begangen. Sportdirektor Matthias Sammer war nach dem Spiel nicht umsonst leicht angesäuert. Auch er hat ein Spiel gesehen, dass nicht immer optimal war. Darüber hinaus weiß er aber auch, dass es von Qualität zeugt, Spiele zum Ende hin dann doch zu entscheiden.

Alles in allem stimmt es aber. 6 Siege aus 6 Bundesliga-Spielen. Dazu der Sieg im Supercup, in der 1. DFB Pokalrunde und im 1. Spiel der Gruppenphase in der UEFA Champions League. 9 Siege aus 9 Spielen. Da ist es natürlich klagen auf hohem Niveau von Sammer (und auch Heynckes war nicht ganz zufrieden). Aber: Besser früher als zu spät!

Am Dienstag spielen wir bereits wieder. Dieses mal in der UEFA Champions League gegen BATE Borisov. Und auch in Weißrussland.