Finale Dahoam!

Als Uli Hoeneß im Herbst 2011 seinen Satz „Da müssen wir dabei sein!“ in das Mikrofon setze, war halb Fußball-Deutschland erbost. Wie konnte der „Macher“ der Bayern nur dieses klare Ziel ausgeben: Im heimischen Stadion beim Finale der UEFA Champions League am 19. Mai 2012 dabei zu sein.

Selbst der Bayern-Fan-Tross war relativ gespalten ob dieser Aussage von unserem Präsidenten. Ich gehöre, wie immer, zu dem Teil, der einen Titel erst dann ad acta legt, wenn er außer Reichweite ist. Ich möchte immer ins Finale kommen. Warum? Weil ich ungerne verliere. Egal wo drin. Ob Gesellschaftsspiele, damals schon in der F- und E-Jugend, bei Gewinnspielen oder wenn es um „meinen Verein“ den FC Bayern geht. Nicht falsch verstehen, aber ich kann auch mit Anstand und Respekt verlieren. Ich tue es nur nicht gerne.

Als vor gut einer Woche das Hinspiel gegen Real Madrid gewonnen wurde, sprach ich hier im Blog vom „kleinen Schritt Richtung Traum“. Der Traum ein Finale im eigenen Stadion bestreiten zu können. Eines dieser großen Finals. Vielleicht sogar das Zweitgrößte nach einem Weltmeisterschaftsfinale und somit vor dem diesjährigen Europameisterschaftsfinale.

Ich erinnere mich noch haargenau an mein erstes Finale mit Beteiligung des FC Bayern. Ich war noch keine 10 Jahre alt. Nächsten Tag wartete die ach so langweilige Schule. Am Tage noch Mittagsschlaf gehalten, damit man länger aufbleiben durfte. Selbstverständlich nur Ausnahmsweise und eigentlich durfte ich auch nicht so wirklich. Sei es drum. Damals konnte ich schon nicht widerstehen, das Finale zugucken. Wir schreiben übrigens das Jahr 1999. Dieses verfluchte Finale mit dieser verfluchten Nachspielzeit. Oder wie man heute sagen würde: Diese verfluchte Fergie-Time. Meine erste große Niederlage als Bayern-Anhänger. Sofern man das in den jungen Jahren bereits sagen darf/kann. Es ist für mich bis heute noch die schmerzlichste Niederlage, weil zu gleich meine erste große Niederlage.

Vielleicht muss ich mich sogar bei Sir Alex und seinem Manchester United bedanken. Vielleicht ist mein Herz dadurch nur größer geworden für diesen FC Bayern. Mit all seinem positiven wie negativen Aspekten, Besonderheiten und Geschichten.

Ein Glück dauerte es nur 2 Jahre später, da holte man sich den Pokal mit den großen Hasenohren. Das Finale 2001 gegen Valencia CF habe ich nicht minderschlecht in Erinnerung. Ich muss zugeben, ich habe sicherlich in den letzten 10, 12 Jahren das Elfmeterschießen mehr als dutzende Male mir angeschaut. Ich werde es vermutlich immer wieder tun.

Wir können diese Geschichte wiederholen. Vor 2 Jahren verloren wir das Finale gegen Internazionale. Jose Mourinho taktierte uns damals aus. Wir haben uns mit dem Einzug ins Finale ein wenig an „The Special One“ gerecht. Jetzt haben wir wieder die Chance, nach einem vor 2 Jahren verlorenen Finale in der UEFA Champions League den Titel erneut zu holen. Keine Angst. Ich werde nicht damit ankommen, dass das für uns spricht. Aber es wäre schon eine bilderbuchhafte Story. Die wir 2012 schreiben können. Und hoffentlich werden wir das auch!

Ich bin immer noch etwas fassungslos, dass wir es wirklich geschafft haben. Das große Ziel vor Augen greifbar gemacht. Auch wenn ich eh immer daran glaube, ist es, wenn es eintritt, nach wie vor was ganz schönes. Dieses Finale. Der Titel wäre natürlich noch eine Schippe schöner. Ich möchte diesen Titel in unseren Trophäenschrank haben.

Herr Hoeneß, Sie dürfen umformulieren! „Da sind wir dabei!“

Der kleine Schritt Richtung Traum

Der erste kleine Schritt für den “großen Traum” ist geschafft. Am Dienstagabend schlug man Real Madrid in der heimischen Allianz Arena mit 2:1. Zwar Last-Minute, aber gewiss nicht unverdient. Ganz im Gegenteil. Es war ein sehr verdienter Sieg.

Es war eine wunderbare Teamleistung, die sogar den quasi kaum existenten Bastian Schweinsteiger gewähren lies. Schweinsteiger konnte trotz Startaufstellung dem Team nicht helfen. Schön zu sehen war daher, dass alle anderen 10% mehr Leistung abriefen.

Bei der späteren Auswechslung konnte man Schweinsteiger anmerken, dass er wusste, dass er nicht viel für das Team heute gebracht hat. Vermutlich war er direkt sein größter Kritiker für den Dienstagabend.

Ich komme einfach nicht drum herum, David Alaba zu loben. Ich finde die Entwicklung des jungen Österreichers faszinierend und gleichzeitig kaum greifbar. Während ich in der Hinrunde seine Defensivfähigkeiten generell kritisiert habe, kann ich das jetzt nicht mehr. Defensiv ein ganz großer Momentan und er schafft den Spagat zwischen Defensive und Offensive. Das kann man eigentlich nicht oft genug loben. Nicht oft genug.

Ich bin eigentlich froh, dass wir “nur” 2:1 gewonnen haben. Ich weiß, man kann sich alles schön reden, aber so müssen wir Auswärts uns auf mehr konzentrieren, als einen klaren Vorsprung nicht zu verspielen.

Ich möchte diesen Mittwoch sofort!