#4: 7 Wechsel und nur 1 Punkt

Josep Guardiola wartete bei der Aufstellung mit 7 Wechseln im Vergleich zum Sonnabend auf.

#1 Neuer
#13 Rafinha – #5 Boateng – #4 Dante – #26 Contento
#31 Schweinsteiger
#25 Müller – #19 Götze – #39 Kroos – #11 Shaqiri
#14 Pizarro

Sieben! Gerade mal Neuer, Dante, Schweinsteiger und Götze wurden nicht rausrotiert von Pep. Diese sieben Umstellungen machten sich am Anfang auch in einer gewissen, nein nicht Verunsicherung, sondern in eine gewisse Unkonzentriertheit. Zu Spielbeginn kam selbst ein Bastian Schweinsteiger mit einigen Fehlpässen um die Ecke. Einige sehr schlampige. Ich kenne solche Schludrigkeiten von Schweinsteiger eigentlich nicht mehr.

Zu Mitte der ersten Halbzeit wurde die ganze Suppe aber deutlich konzentriert. Endlich wurde es sicherer. In der 33. Minute half uns jedoch der Gastgeber weiter. Gutes Pressing von uns und der Befreiungsschlag von Baumann wurde durch Rafinha abgefangen und Müller setze sich auf seiner Seite gegen 3 Mann durch. Die Flanke von Müller wurde anschließend von Sorg unterschätzt und Xherdan Shaqiri hämmerte das Ding in die kleine Lücke zwischen Baumann und Pfosten hinein zur Führung.

Die Führung sorgte dafür, dass die Freiburger ängstlicher wurden. Am Anfang hatten die Freiburger noch richtig Mut und hatten auch nach knapp 12 Minuten durch einen feinen Fernschuss von Sorg die beste Chance.

Durch die vielen Veränderungen gab es bei uns Systemtechnisch wieder das „normalisierte“ Pep-System. Schweinsteiger gewohnt als abkippender 6er, auch die neuen Außenverteidiger Contento und Rafinha waren gewohnt offensivfreudig. Contento und Rafinha gaben aber auch die Maßgabe vor. Es blieb über die gesamte Spielzeit eher das 4141 statt wie gegen Nürnberg ein 3241.

Interessant war die Auswechslung von Mario Götze. Für ihn kam, ausgerechnet, Philipp Lahm. Lahm ging dann auch auf die „Doppel 8“ mit Toni Kroos. Erst als Schweinsteiger angeschlagen vom Platz musste ging Lahm ein Stück zurück.

Generell mochte ich, phasenweise, die Bewegung im offensiven Mittelfeld. Aber auch gestern merkte man wieder, wie wenig ein Mittelstürmer momentan in unser System passt. Mandzukic hat die Spiele zuvor nicht gut ausgesehen und gestern war Claudio Pizarro nicht wirklich im Spiel integriert. Ich würde vermuten, dass lag nicht nur an den personellen Wechseln.

2 Punkte sind verloren gegangen, weil man wieder mal seine Chancen nicht nutzen wollte. Viel zu oft wurde einfach auf Torhüter Baumann geschossen. Viel zu oft. Wer seine Chancen vorne nicht macht und hinten noch immer nicht den richtigen Drall fand, der wird halt bestraft. Gerade gegen ein Team wie SC Freiburg ist man dann halt auf dem falschen Posten.

Einen gefallen, fangt jetzt nicht an über Pep zu streiten. Es mag sein, dass 7 Wechsel zu viel sind. Aber das Spiel wurde nicht Unentschieden gespielt, weil man 7 Wechsel im Team hatte, sondern weil selten doof war, die Chancen zu machen. Natürlich läuft unter Guardiola noch nicht alles, wie man es aus der letzten Saison, aus der Triplesaison, erwartet. Wer weiß, ob das mit Heynckes anders wäre? Niemand. Also weiter locker aus der Hüfte atmen.

Freitag geht es im UEFA Supercup gegen die Londonder des Chelsea FC. Dann ist mal wieder Länderspielpause.

Vorschau: Spieltag #4 und der SC Freiburg

Heute Abend geht es schon weiter. Der nächste Spieltag der Fußball Bundesliga, allerdings nur für uns. Aufgrund des UEFA Supercups am Freitag wurde unsere Partie auf morgen Abend oder, besser, Vorabend terminiert.

Thiago Alcantara wird uns ca.7 Wochen wegen eines Syndesmosesbandriss fehlen. Bereits am Sonntag wurde der Spanier erfolgreich operiert. Der Ausfall ist nur bedingt schmerzlich, da mit dem morgigen Spiel gegen den Sportclub Freiburg eine längere Pause wegen der Nationalmannschaften ansteht. Erst Mitte September ist dann wieder Bundesliga, gegen Hannover 96. Ich werde gegen Hannover übrigens in München sein.

Ebenfalls weiterhin nicht dabei sein wird Thiagos Landsmann Javi Martinez. Momentan plagen Martinez noch Adduktorenprobleme.

Die Statistik gegen den SC Freiburg ist hübsch. 28 Bundesligapartien spielten wir bis dato, gerade einmal 3 Siege konnten die Freiburger für sich verbuchen. Dazu schlagen sich minimale 5 Remis.

In den 28 Spielen sind insgesamt 82 Tore gefallen, was im Schnitt 2,92 Tore pro Partie sind.

Ein Blick auf die alten Resultate verrät, dass die 3 Siege für den Sportclub aus den ersten 3 Heimspielen resultieren. 1993/94 mit einem 3:1, 1994/95 5:1 und 1995/96 mit einem 3:1. Die ersten Jahre der Freiburger in der Bundesliga waren offenbar so was wie Angstjahre für uns, zumindest wenn wir in den Breisgau reisen mussten. Danach hat sich das aber glücklicherweise für uns gelegt und alles hat seinen „normalen“ Gang genommen.

Ihr erwartet wieder einen Tipp von mir? Ich bleib der Serie treu: 3:0 für uns. Auch wenn es ergebnistechnisch bis dato nicht klappte, die Punkte waren bisher immer unsere!

Herbstmeister nach 14 Spieltagen

Irgendwie war ich der Meinung, den Herbstmeister krönt man kurz vor Weihnachten. Doch diese Saison ist dem nicht ganz so. Bereits Ende November krönten wir uns dank Fortuna Düsseldorf und unserem Sieg gegen den SC Freiburg zum nicht existenten Herbstmeister.

Bedeutet mir dieser nicht vorhandene Titel etwas? Gewiss. Es ist ein schönes Gefühl frühzeitig zu wissen, dass die Jahreswende 2012 zu 2013 der Platz ganz oben auf dem Berg, von da wo man das Feuerwerk am besten sehen kann, uns gehört.

Es ist momentan Entspannung Pur bei mir. 10 Punkte vor dem 2. Bayer Leverkusen, sogar 11 Punkte auf den noch amtierenden, in der nächsten Saison will ich das Wort in Bezug auf den BVB nicht mehr schreiben müssen, Meister Borussia Dortmund. Wahnsinn. Dazu gerade mal nur fünf verlorene Punkte nach 14 Spielen. Eine unfassbare Torbilanz bis dato und eine noch unfassbarere Auswärtsbilanz.

Ja meine Güte. Ich komme ja heute gar nicht mehr aus dem schwärmen raus.

Und ich möchte damit noch gar nicht aufhören. Ich muss nämlich noch über Dante schwärmen. Ein unfassbarer, dieser Brasilianer mit seiner stylischen Vollmatte auf dem Kopf. Ich musste gestern schon etwas grinsen, als die Medien mir berichteten, dass Lucio bei Wolfsburg im Gespräch sei. Jetzt mal im Ernst. Eine Innenverteidigung aus Naldo und Lucio, Wahnsinn. Das hätte schon sehr viel potenzial für Slapstick und noch ganz viel mehr Chaos.

Versteht mich nicht falsch. Ich mag Lucio und fand es toll, dass er bei uns war. Aber wenn man ihn mal im Vergleich zu Dante setzt, dann sind das zwei völlig unterschiedliche Brasilianer. Bei Dante ist viel weniger Potenzial für den großen Bock vorhanden und, was mir persönlich fast genau so wichtig ist, er ist kein Lucio der einfach mal 70 Meter durch alles versucht durch zu rennen, was gerade so auf dem Feld steht. Wirkte gerne bei Lucio als wolle er für eine Folge von „Takeshis Castle“ üben.

Also momentan ist Dante für mich sogar der MVP der bisherigen Saison.

Das schöne an diesem 14. Spieltag fand ich übrigens die Konstellation, dass sowohl der BVB als auch wir nur mit angezogener Handbremse und teilweise Schonung der Stammbelegschaft agierten. Das Spiel am Samstag stand halt doch in gewisser Weise zu jedem Zeitpunkt im Fokus. Auch wenn Spieler und Verantwortliche von beiden Vereinen das gerne mal abstreiten.

Was mich besonders dabei freute, war zusehen, dass wieder alles im gewohnten Gang ist. Wir können solche Spiele wie gestern gegen Freiburg endlich wieder über die Zeit bringen. Während Dortmund tags davor mit einer ähnlichen Leistungen nicht über ein Unentschieden hinaus kam. Ich würde einen Fünfer drauf wetten, dass es in den letzten 1-2 Saisons genau anders herum gelaufen wäre. Wir hätten das späte Ausgleichstor gefangen und die Dortmunder hätten das nötige Momentum (eigentlich fiel mir ja ein anderes Wort ein, aber nein, das setze ich dort nicht ein…) auf ihrer Seite gehabt.

Gestern ging es im Breisgau ziemlich Dröge zur Sache. Die Führung bescherte uns ein „kann-man-geben“-Handelfmeter in der 12. Minuten. Thomas Müller verwandelte den fälligen Strafstoß mit halbaufkochendem Wasser. Passt. Wenige Minuten später flog der Freiburger Diagne nach einem Halten an Xherdan Shaqiri wegen Notbremse vom Feld. Kann man sich nicht beklagen.

Da ging dann bei vielen das erste kleine Zittergefühl durch den Magen. Gegen 10 Mann sollen wir gewinnen? Das lief zuletzt gegen Nürnberg und Valencia nur suboptimal um nicht ein Wort wie schlecht nutzen zu wollen.

Auch gestern sollte das nicht ganz so gut aussehen, wie man sich das als Fan des FC Bayern gegen 10 Freiburger gewünscht hätte. Letztlich konnte unsere Klasse und ein stürmender Tymoshchuk, ernsthaft jetzt, dann doch für die späte 2:0-Entscheidung sorgen. Ich hätte dem Ukrainer, den auch ich gerne mal kritisiere, soviel Qualitäten im Sturm gar nicht zugetraut. Schön gemacht.

Nach dem Spiel sorgte dann Freiburgs Trainer Christian Streich für ein weiteres lächeln in meinem Gesicht. Er fand die Schiedsrichterleistung nicht sonderlich toll. Überhaupt wurde der SportClub benachteiligt, weil er doch einfach nur ein kleiner Verein sei.

Erstens finde ich Schirischelten direkt nach Abpfiff für sehr bedenklich und Zweites sollte Herr Streich sich das Spiel noch mal anschauen. Natürlich war der Handelfmeter nicht so glasklar. Aber spätestens Ribéry hätte später einen weiteren bekommen können und auch das vermeintliche Handspiel von Javi Martinez war jetzt auch eher Abteilung kein Elfmeter. Da war das vom Freiburger Sorg schon „mehr“. Darüber hinaus wurden wir 2-mal mit Abseits, welches keines war, zurück beordert. Aber weil wir ja der große FC Bayern sind, sind wir halt immer die, die vom Schiedsrichter eher bevorteilt werden. Nun gut. Mit einer rosaroten Fanbrille hätte ich in der Tat wenig dagegen.

Am Samstag geht es, wie bereits erwähnt, gegen Dortmund weiter. Spitzenspiel zur Spitzenspieluhrzeit. Das wird hoffentlich ein Fest.