Kurzgebloggtes #1

Neue Kategorie im Blog. “Kurzgebloggtes”. Soll eigentlich nur Meldungen zwischen den einzelnen Themen stehen, die mal mehr oder weniger in kurzen Beiträgen von mir rausgehauen werden. Etwas inspiriert wurde ich dabei von den Sommerpausen-Gedanken von Jens.

  • Aktenzeichen Vidal: Endlich ist Licht im dunkeln. Vidal wird nicht zu uns wechseln, sondern zu Juventus Turin. Ich muss ganz ehrlich sagen, ich bin nicht sonderlich traurig. Damit zeigt Vidal natürlich auch etwas charakterliches, eine Schwäche. Er hat ja anscheinend sein Wort (oder sein Manager) gegeben, zu uns zu kommen. Nun gut. Soll mich nicht kümmern und letztlich ist mir sein Charakter auch egal. Er bzw. sein Berater muss “mit sich im Reinen sein”. Ich trauere Vidal definitiv keine Träne nach. Soll er dahin gehen, wo es ihm gefällt.
  • Neuerregeln: Lächerlich. Selbstdarstellung par excellence und das wird sogar von unserer Vereinsführung durchgewunken. Traurig. Freuen sich die “Ultras”, die scheinbar bald ganz viel in München sagen und machen dürfen. In der heutigen Fußballzeit braucht es so was nicht. Ganz und gar nicht! Profis sollten von sich aus wissen, was man (ab) wann darf. Da braucht es keine “Benimmregeln” mit Wappen knutschen, in die Fankurve gehen! Das ist Kindergarten! Beschämend.
  • CL-Trikot: Die TZ hat im Onlineportal ein schlicht schwarzes Trikot mit zwei Streifen über dem Sponsorenlogo in weiß/rot vorgestellt. Offenbar wird dies das neue Champions League Trikot von uns sein. Mir gefällt es und sollte das wirklich demnächst im Fanshop auftauchen, dann könnte das Home Trikot aber nicht mehr auf der Einkaufsliste stehen, sondern dieses wunderschön schlicht schwarze Trikot. Wunderschön in meinen Augen!
  • Nummer: In den letzten Tagen sind die neuen Mitgliedsnummern bei den bestehenden Mitgliedern eingetrudelt. Im Juni füllte ich meinen Antrag aus und bin seit 1. Juli auch offiziell Mitglied, allerdings fühle ich mich so noch nicht. Das “Willkommensset” lässt nämlich noch auf sich warten. Ich bin also quasi Nummern los noch.

Die Fans, die Blauen und der Rest

Ich finde es persönlich ganz schade, dass ich jetzt über dieses Thema blogge. Unnötig finde ich es, dass so was derzeit die Medien von uns bestimmt. Wir haben andere Probleme, als das sich die Fanlager noch mehr spalten müssen.

Nach dem es bei uns ja schon die „Ulianer“ und die „van Gaalisten“ gibt bzw. immer noch gibt, gesellen sich nun weitere Brennpunkte hinzu. Da gibt es einmal die Neuer-Befürworter und die Leute, die für „Koan Neuer“ sich stark gemacht haben. Und jetzt auch noch die Splittung des Fanlagers durch unsere blaue Feindschaft. Das interessante: „Ulianer“ bleiben irgendwo immer dabei. Sei es wenn es um Manuel Neuer geht oder um den TSV 1860 München. Da passt die Bezeichnung um auf der Seite von Uli Hoeneß zu stehen nach wie vor.

Blaue Rettung: Ja oder Nein?

Ganz klar. Ich würde nein sagen. Doch ich bin nicht das entscheidende Organ. Nein, ich habe gar nichts zu sagen. Außer das ich den Präsident (etc.) wählen darf, sofern ich Mitglied im e. V. bin.

Als Fan bin ich mir sicher: Wir sollten die Blauen von da drüben nicht retten. Warum auch? Wir sind doch eh immer die bösen. Wir zocken die ab, wenn es um die Stadionanteile geht, wir zocken die beim Catering ab und wir sind der Vermieter, der den Löwen die Kohle aus den Klamotten zieht. Ja. Letztlich ist das eigentlich schon der Grund, warum ich gegen eine Rettung vom Turn- und Sportverein bin.

Nüchtern betrachtet, sehe ich aber auch die wirtschaftlichen und damit kaufmännischen Aspekte. Und genau da, da kann ich nur spekulieren und meinen Gefühlen misstrauen. Weder ich, noch die Schickeria und etliche andere kennen die Bücher nicht, kennen die Kalkulationen nicht. Uli Hoeneß ist ein kluger Mann, nicht umsonst steht der FC Bayern so gut da, wie kein anderer Verein in Deutschland. Wer glaubt, Hoeneß würde das Wohl des Vereins nicht anderen Interessen, und nein ich kenn keine „anderen Interessen“, vorziehen, dem möchte ich nur sagen: Ist klar. Das kann man doch selbst nicht glauben. Hoeneß würde alles, und da würd ich sogar meine Hand für ins Feuerlegen, tun, um unseren Verein nur Vorteile zu bescheren. Wenn das letztlich die Rettung vom anderen großen Münchner Verein ist, nur zu.

Ich steh da voll und ganz hinter Uli Hoeneß. Soll er bei der Rettung helfen. Zumal weiß ich auch gar nicht, warum das am Samstag eh noch ein Thema war. Dieter Schneider hat doch verlauten lassen, dass der FCB bei der großen Rettung gar keine Rolle spielen soll. Ihr wisst nicht wer Dieter Schneider ist? Präsident des Turn- und Sportvereins. Ich hoffe, dass Schneider das wirklich ohne die Hilfe von uns hinbekommt. Wird auch Zeit, dass die 60iger bei sich anfangen, mal ordentlich zu wirtschaften. Dieser 5-Jahres Rhythmus mit der Möglichkeit einer Insolvenz ist eh nichts auf Dauer.

Uli Hoeneß hat sicherlich einen Fehler begangen. Er sprach davon, dass man dem TSV nicht mehr helfen muss (oder braucht). Das muss er sich ankreiden lassen. Das sollte aber kein K.O.-Kriterium sein. Das ist eine falsche Aussage in über 35 Jahren, in denen er uns den Erfolg bescherte, den wir hatten und wieder haben werden.

Koan Neuer oder doch?

Manuel Neuer bleibt immer noch ein Thema. Ein lautes. Die Spaltung existiert nach wie vor und so wirkliche Argumente gegen Neuer gibt es nicht.

Eigentlich find ich es beschämend, wie eine Personalie so viel tamtam bei uns machen kann. Zumal diese Personalie noch nicht mal einen Vertrag bei uns hat, zumindest nicht offiziell.

Das ich pro Neuer bin, heißt gar nichts. Mir ist es offen gesagt, egal wer nächstes Jahr zwischen den Pfosten steht. Sei es nun ein guter Thomas Kraft oder ein guter Manuel Neuer. Wichtig ist: Der, der zwischen dem Aluminiumgehäuse steht, sollte 100 % für den Verein geben. Das traue ich auch beiden zu.

Alle die gegen Neuer sind, liefern doch vorwiegend das Argument, dass er beim FC Schalke 04 in der Kurve stand. Da bei diesen ganz bösen Ultras. Das ist natürlich nicht tragbar. Niemals! Oh man. Das ist für mich nur peinlich.

Wenn es nach so was geht, will ich gar nicht wissen, wie viele Spieler man gar nicht erst hätte kaufen dürfen. Von mir aus, lasst da diesen Fanklub noch eine Rolle spielen, von dem Neuer immer ein T-Shirt drunter tragen soll. Wow. Macht die Sache nicht besser.

Was ich mich bei solchen Sachen frage: Entscheiden diese Leute auch über ihre Freundschaften so engstirnig? Ich mein, dann müssten die Leute ja exakt nur Münchner als Freunde haben. Das könnte ich mir nie, nie! vorstellen. Gerade diese Abwechslung macht Fußball doch erst interessant. Ach was sag ich. Dadurch wird erst das ganze Leben interessant!

Ach übrigens liebe Schickeria. 6.000 „Koan Neuer“-Plakate in einer Kurve sind keine Demokratie. Eine Demokratie hat „freie Wahlen“. Das wäre in unserem Fall i.d.R. die Jahreshauptversammlung, nicht ein Stadionbesuch. Und wenn ihr demonstrieren wollt, schön und gut, steht euch wie mir zu. Doch dann verkauft das nicht als die überwältigende Mehrheit, die irgendwas zu bestimmen hat. Was war da eigentlich mit den anderen 60.000 Menschen im Stadion?

Die Moral der Geschichte(n)

Als ob wir nicht schon genügend Probleme hätten, machen wir uns die jetzt auch noch in der eigenen Kantine. Unser Ziel ist immer noch der 3. Platz in der Bundesliga. Und damit wir das doch erreichen, sollte wir uns erst mal ALLE hinter den Verein stellen. Egal ob einem da etwas nicht passt derzeit.

Und für Herrn Hoeneß wäre es ab und an ganz ratsam, etwas mehr Kritik vertragen zu können. Die Fans haben nicht immer Unrecht und sind schon gar nicht immer die schuldigen. Eine große Elefantenrunde mit einem kritikfähigen Hoeneß und einer ruhigen Belegschaft der Fans, die Argumentativ ihre Standpunkte vertritt, das wäre doch mal was. Davon haben beide Seiten etwas, wenn man es anständig und offen macht. Das mit dem „Kartenschmuggel“ war ja auch nur so eine Sache, die eigentlich nicht viel gebracht hat. Also, als sich da die Leute zusammen gesetzt haben.

PS: Ich mein alles, wie es da oben steht. Auch wenn ich Uli Hoeneß im letzten Absatz etwas ankreide. Aber das spielt keine Rolle. Damit will ich nur sagen: Er sollte öfters auch mal über den Tellerrand gucken und auch mal die richtigen Aspekte der Fans verstehen. Ergo müssen sowohl Hoeneß als auch ein Teil, vielleicht sogar alle Fans an sich arbeiten.