Die mediale Siegesserie bestätigt

Wir dürfen Borussia Dortmund zur Meisterschaft gratulieren. Sagt zumindest irgendeine Statistik, die man seit einigen Tagen gerne mal auf dem Zettel stehen hat. Also die Medien. Mit dem 2:0 gegen die TSG 1899 Hoffenheim am Samstagabend haben wir 7 Siege in 7 Spielen eingefahren in der Liga.

Zuvor gab es diese Konstellation von 21 Punkten dreimal in der Bundesliga Historie. In der Saison 1995/96 schafften wir diesen Bundesliga-Start schon einmal. 2001/02 gelang es dem 1. FC Kaiserslautern und 2010/11 dem 1. FSV Mainz 05. In den drei Saisons konnte keiner das 8. Spiel gewinnen bzw. überhaupt einen Punkt mitnehmen. Wenn man möchte, kann das Spiel in 2 Wochen gegen bei der Fortuna aus Düsseldorf zwei Serien brechen. Eigentlich nur eine, weil nach 8 Siegen vom Titel zu sprechen wäre äußerst Mutig und ziemlich Hochmütig. Aber wir können immerhin den besten Saisonstart für uns alleine auf die Rekordtafeln schreiben lassen.

Genug von irgendeinem medialen Statistikwahn. Wir haben 2:0 gewonnen. Wollen wir mehr? Darf ich ehrlich sein? Das war wieder nicht sehr rosig. Vor allem bis zum 1:0 hat uns die TSG gut gepresst. In unserer Hälfte sogar.

Natürlich stehen am Ende die 3 Punkte und das ist in erster Linie das wichtige und entscheidende. Aber die Leistungskurve hat mal wieder nur bedingt gestimmt. Das können wir drehen und wenden wie wir wollen. Auch solche Spiele muss man halt am Ende gewinnen.

Mario Mandzukic wirkte am Samstag ohne Bindung ins Spiel. Zumindest von seiner Position in der Mitte aus. Die besten Aktionen hatte er auf dem Flügel, als er zum Beispiel das 2:0 und die eigenwillige Vorlage von Toni Kroos vorbereite. Ansonsten machte Mandzukic eher eine unglückliche Figur. Ist aber auch kein Spiel für einen Mittelstürmer gewesen. Dafür haben wir nach vorne hin zu selten wirklich zielstrebig agiert.

Gibt es noch was Besonderes zum Spiel zu erwähnen? Irgendwie nicht. War halt schon eher mau und ein kleiner sommerausklingender Wiesn-Kick in München. In diesem Sinne können wir in eine wohltuende Länderspielpause gehen.

Die Rückkehr der Jedi-Bayern?

Ein Spieltag nach dem Geschmack des FC Bayern München. Selbst 7:1 gewonnen und die Konkurrenz hat sich gegen vermeintlich “Kleinere” Punkte nehmen lassen.

7:1 hat zuletzt auch der FC Barcelona gewonnen und ich hoffe, Herr Philipp Lahm vergleicht uns in seinen nächsten Interviews nicht wieder direkt mit denen.

Wir haben doch auch nur ein nicht existentes 1899 Hoffenheim als Gegner gehabt. Und wir haben überwältigender Weise auch “nur” ein Heimspiel gehabt. Da sahen wir ja grundsätzlich in dieser Saison besser aus.

Welche Schlüsse kann man also aus der durchgewürfelten Aufstellung des FC Bayern und dem Spiel ziehen? Ziemlich wenig, wenn man mich fragt. Selbst unsere zweite Mannschaft würde in einem Trainingsspiel mehr Paroli bieten, als 1899 es am Wochenende geschafft hat.

Ich würde persönlich gerne David Alaba loben, der seine Sache ansprechend löste auf der linken Verteidigerseite. Doch ohne Gegenwehr der Hoffenheimer war das auch nicht problematisch, gut auszusehen.

Zumindest hatte man mal wieder 90 Minuten das Gefühl, dass die Bayern auf dem Feld stehen, die in der Hinrunde hin und wieder auf dem Feld standen. Frühzeitig das Spiel entschieden. Etwas, was uns in den letzten Wochen fehlte, die Tore früh zu machen. Das hat uns Punkte gegen Freiburg und Leverkusen gekostet. Das hat uns in die dämliche Ausgangslage gegen den FC Basel gebracht.

Zu Arjen Robben muss ich noch was sagen. Bei seinem 4:0 habe ich spontan “scheiß Egoist” gerufen. Natürlich war das Ding gut für Robben und seinem Selbstvertrauen, aber wenn er da nicht an Tom Starke vorbei kommt, dann bringt er sich selbst in die Lage, von allen verstärkt kritisiert zu werden. Und ich hätte es Thomas Müller gewünscht, das Ding zu machen. Dem klebt aktuell ja mehr Scheiße am Fuß als er Körpergewicht aufweisen kann. Nun gut. Robben entschied sich für den “Aleinikov” und hat damit auch alles richtig gemacht – in der Szene.

Aber allem in allem, gab es halt bei dem “Gegner” nicht viel zu mäkeln. Wichtiger daher, was am morgigen Dienstag passieren wird. Rückspiel gegen den FC Basel und glücklicherweise ein Heimspiel. Das Viertelfinale soll schon mit Beteiligung des FC Bayern München stattfinden. Siegen, Jungs!

FC Bayern München – TSG 1899 Hoffenheim 7:1
Tore: 1:0 #33 Gomez (5’), 2:0 #10 Robben (12’, Elfmeter), 3:0 #39 Kroos (18’), 4:0 #10 Robben (29’), 5:0, 6:0 #33 Gomez (35’, 48’), 7:0 #7 Ribéry (58’), 7:1 #30 Luiz Gustavo (85’, Eigentor)
FC Bayern
: #1 Neuer; #27 Alaba – #28 Badstuber – #17 Boateng (46’ #44 Tymoshchuk) – #21 Lahm ; #39 Kroos – #30 Luiz Gustavo; #7 Ribéry – #25 Müller (62’ #31 Schweinsteiger) – #10 Robben; #33 Gomez (57’ #11 Olic)

Punktgewinn statt Punkteverlust

Einen Punkt aus Sinsheim mitgenommen, keine Tore kassiert und gespielt, als wäre man ermüdet. So kann man das Spiel gestern recht schnell beschreiben.

Die TSG 1899 Hoffenheim präsentierte sich tatsächlich als ein Gegner, der uns vor Probleme stellt. Durch deren gutes und auch frühes Pressing, vor allem in den ersten 60, 70 Minuten, kamen wir doch sehr in Probleme.

Natürlich machten wir es der TSG auch noch sehr einfach. Unser Zentrales Mittelfeld mit Anatoliy Tymoshchuk und Bastian Schweinsteiger machte nicht den besten Job. Viele unnötige Ballverluste, Fehlpässe und Co. sorgten immer wieder dafür, dass die Hoffenheimer einen gewissen Druck auf unsere Hintermannschaft ausüben konnten. Das tat uns nicht gut und letztlich müssen wir uns auch bei Manuel Neuer bedanken, der uns den Punkt gewonnen hat.

Warum ich von gewonnen spreche? Ganz einfach. Auch wenn wir auf dem Papier sicherlich der klare Favorit waren, so hatten wir im Spiel bis auf kurz vor dem Ende nie richtig Zugriff aufs Spiel. Läuft es blöd, verliert man so ein Spiel auch mal ganz gerne und vor allem schnell. Wir haben einen Punkt mit rausgenommen. Wir haben keine 2 Punkte verloren, sondern einen gewonnen. Ich erinnere an das Spiel gegen Köln in der letzten Saison. Das waren verlorene Punkte. Oder das Spiel gegen Gladbach, ebenfalls letzte Saison.

Wir müssen das ganze positiv sehen. Wir nehmen uns die “Auszeit” zum Länderspielbreak. Genau richtig. Nach dem wichtigen Spiel in der UEFA Champions League gegen Manchester City. Die Spieler können sich, hoffentlich, etwas erholen. Auch wenn das nicht immer ganz einfach ist bei uns und den ganzen Nationalspielern.

Franck Ribéry und Rafinha sind übrigens angeschlagen. Muskelverhärtung. Ribéry wurde zur Halbzeit rausgenommen, Rafinha musste gar kurz vor dem Spiel passen. Noch ein Grund mehr, dass die Pause gut kommt. Auch wenn ich lieber Vereinsfußball sehen will statt Länderspiele. Weiter geht es übrigens am 15.10. für uns mit dem Heimspiel gegen Hertha BSC.