UEFA Supercup: Geglückte Revanche im Krimi

Was für ein Spiel, würde ich als neutraler Zuschauer sagen. Das Spiel im UEFA Supercup hatte doch eigentlich alles zu bieten um sich mit einem Bier und genügend Chips vor die Fernseher zusetzen und zu genießen.

#1 Neuer
#13 Rafinha – #17 Boateng – #4 Dante – #27 Alaba
#39 Kroos
#10 Robben – #21 Lahm – #25 Müller – #7 Ribéry
#9 Mandzukic

Bastian Schweinsteiger wurde nach seiner Gelenkstauchung und Kapselzerrung, die er sich in Freiburg am Dienstagabend zuzog, gegen Chelsea nicht eingesetzt. In der Formation sollte dies bedeuten, dass Toni Kroos die Rolle der alleinigen 6 übernahm und, hingehört, Philipp Lahm auf die »Doppel-8« rückte. Dafür ging Rafinha, wie bereits gegen Freiburg, wieder auf die Rechtsverteidiger Position.

Dieses Durcheinander in der Aufstellung machte sich, mal wieder, im Spiel nach hinten Bemerkbar. Eigentlich begannen wir sogar ganz anständig, konnten die ersten Minuten mit einer klaren Ballhoheit daher kommen. Natürlich ist viel Ballbesitz nicht der Messwert für einen erfolgreichen Kick, aber er könnte dazu beitragen und zu Toren führen.

Doch Bereits nach 8 Minuten war vieles über den Haufen geworfen. Nach ein schnellen Konter der Londoner lagen wir im Rückstand. Es war beängstigend, wie einfach Chelsea sich durch das Spielfeld spielte. Einwurf, Pass, bisschen laufen, Flanken, Treffer. Umso öfter ich die Wiederholung zu diesem Tor sah, umso öfter dachte ich mir: Wer verteidigt eigentlich? Das sah alles nach Alibimäßigem hinterherlaufen aus.

Jose Mourinho und sein FC Chelsea sorgten mit ihrer passiven und defensiven Art dafür, dass wir phasenweise überfordert im Spielaufbau wirkten. Mir gefiel das nicht. Es war wie in vergangenen Zeiten, in denen kaum Bewegung im Spiel ist. Die Leichtigkeit mit der wir die gesamte letzte Saison überzeugten war nicht vorzufinden.

Ich habe mich schon lange nicht mehr während eines Spieles so sehr aufgeregt. Vermutlich bin ich am Freitagabend um einige Jährchen gealtert. Das hat wahrlich nichts mit der letzten Saison zu tun, sondern viel mehr damit, dass vieles verloren gegangen ist in diesem Team. Vieles was letzte Saison so leicht aussah. Einfachste Grundlagen schienen mir abhandengekommen zu sein.

Eigentlich möchte ich das momentan gar nicht schlecht finden. Immerhin muss man nach dem Triple, oder jetzt dem Quadruple – wenn man den Supercup zu letzter Saison zählt, wieder frischen Hunger entwickeln und das geht sicherlich gut mit einem neuen auf der Bank und den neuen Ideen.

Auch wenn ich eine dieser neuen Ideen schon jetzt für Blech halte. Kurz ausgeführte Ecken. Das wir die letzten Jahre nicht die Eckenmaschine waren, die ich gerne gesehen habe, kam aber am Freitagabend null Gefahr bei diesen Ecken heraus. Wobei. Eine Ecke war immerhin gefährlich, Eine. Von Fünfzehn.

Was mir aber gefiel, bei aller negativen Kritik, die kämpferische Einstellung. Gerade nach dem 1:2 durch die Londoner in der Verlängerung. Auch wenn das nur hoch und weit war zu Ende der Verlängerung, ich hatte das Gefühl der unbezwingbare Wille war da. Man wollte sich keine Blöße geben, erneut gegen Chelsea zu verlieren.

Gar nicht so falsch, dass nun erst mal ein wenig Pause ist. Länderspielpause. Die Bastian Schweinsteiger abgesagt hat aufgrund seiner Blessuren aus dem Freiburgspiel. Verletzungstechnisch war der Supercup aber alles andere als positiv verlaufen. Arjen Robben und Javier Martínez werden einige Tage im Training fehlen, mindestens 3 Wochen wird Mario Götze fehlen. Kapselriss im rechten Sprunggelenk.

Noch kurze Worte zu Jose Mourinho: Er ist cool. Er macht das alles hundertprozentig gewollt, ohne wenn und aber. Das ist Jose. Ein wenig hat er auch recht. Chelsea war nicht sonderlich schlecht, hat genau das gespielt was man sich vornahm. Besonders gut waren wir eben auch nicht. Und überhaupt: Man muss auch mal schlechter als der Gegner sein und solche Titel gewinnen. Also alles im Rahmen.

Dennis

Chefsesselakrobat und begeisteter Blogger wie auch Sport- und vor allem Serienfanatiker. Baujahr Mitte 1989.