Aussetzer und Beurlaubungen

Mein Artikel nach dem gestrigen Spiel gegen den 1. FC Nürnberg war eigentlich schon fertig. Meine Töne gingen in Richtung Aussetzer, Aussetzer und Lustlosigkeit. Daran will ich auch erst mal wieder anknüpfen.

Aussetzer #1, durch die #1

Wir sind angekommen, wovor ich im Winter Angst hatte. Da, wo wir einen Torhüter brauchen, der unter Druck besteht. Thomas Kraft zeigte gestern alles andere als eine souveräne Leistung.

Kraft wirkte gestern wie ein Stück Papier auf dem Feld. Unsicher, sehr unsicher. Dass er das 1:1 vorbereitet hat, passte zu seiner gesamten Form an diesem Tag. Ich kann jetzt sagen, ich will Manuel Neuer haben, aber ich bleib bei dem, was ich schon vor Wochen sagte. Ich möchte einen Torhüter haben, der uns die Punkte rettet, die wir brauchen. Gestern sah ich einen Torhüter, der das nicht geschafft hat. Nein, ich will immer noch nicht stumpf Neuer fordern, sondern bleibt es dabei, dass es mir egal ist. Eben solange, wie die Leistung stimmt.

Junge Torhüter machen Fehler, die stehen einen jungen Torhüter zu. Deshalb will ich mit Kraft auch nicht zu viel Zeit verplempern. Passt schon. Natürlich doof, wenn dadurch wichtige Punkte verloren gehen. Mund abwischen, weiter machen.

Ach. Danke lieber Schickeria, dass ihr diesen Druck ausgeübt habt. Irgendwie.

Aussetzer #2, die Versicherung

Herr Robben, was ist in Sie gefahren? Nach dem Spiel sich einen Platzverweis abzuholen, das ist selten dämlich. Das grenzt für mich an Arbeitsverweigerung.

Arjen Robben macht aber genau das, wovor ich bei ihm schon immer mal wieder Angst hatte. Der Niederländer ist ein Hitzkopf wenn es nicht läuft, dann merkt man ihm das auch noch viel zu schnell an. Das er aber nach Abpfiff noch Schiedsrichter Knut Kircher beleidigte, ist wiederum etwas anderes.

Werde ich fies, behaupte ich, Arjen Robben möchte seine Transferfreigabe durch so etwas erzwingen. Dass er zu seinem Kumpel zum AC Milan möchte, ist ja nun auch nicht so das Geheimnis, auch wenn er es bisher gerne abstreitet.

Er wird uns nun sicherlich zwei Spiele fehlen, vielleicht sogar länger. Das sind mindestens 40 % der letzten Spiele. Nicht gut für uns. Wir bestrafen uns dann auch noch selbstständig für unseren mickrigen Kader. Toll!

Aus… äh, beurlaubt

Reißleine gezogen. Nun also doch. Heute Vormittag fiel die Entscheidung, Louis van Gaal vorzeitig vom Hof zu fegen. Die Alternative heißt Andres Jonker. Eine Alternative, mit der ich nichts anfangen kann.

Aber komm ich zuerst mal zu van Gaal. Mir gefiel die Entscheidung nie, ihn als irgendwie „Interimslösung“ zu behalten. Das war weder Fleisch noch Fisch, das war einfach nur eine Lösung für mehr Zeit. Dann kam auch noch dieses bescheuerte 6:0 gegen den HSV, das für viel blenderei sorgte. Passte irgendwie alles.

Die letzten Spiele haben deutlich gemacht, wie viel Wert dieses Team auf einen „versöhnlichen Ausklang“ legte. Nämlich gar nichts unter Louis van Gaal. Ob das unter Jonker besser wird? Ich wage leise zu zweifeln. Immerhin versucht man jetzt die letzte Kugel in der Flinte rauszulassen. Den Trainerwechsel in der jetzigen Saison.

5 Spiele sind es noch. 5 Spiele in denen die Spieler zeigen müssen, was sie wollen. Duelle gegen Barcelona, Manchester und Co. oder doch lieber Duelle gegen die Retorten aus ganze Europa? Jonker ist der Co-Trainer von van Gaal gewesen, das sollten wir nicht vergessen. Daher kann er sowieso kaum was machen, meiner Meinung nach.

Ich erwarte Impulse vom Team. Jonker ist nur das Bauernopfer, der dafür sorgen soll, dass das Team funktioniert. Man könnte quasi auch ein Pappmännchen auf die Bank setzen, mehr erwarte ich mir nicht. Nichts gegen Jonker, aber die Entlassung von van Gaal soll einfach nur Schwung und en Umdenken im Team bewirken, meiner Meinung nach.

Aussetzer #3, diesmal der Prophet

Ich habe die Pressekonferenz nicht gesehen, aber im Internet kursieren ja sämtliche Aussagen.

Während ich Uli Hoeneß in Schutz nahm bezüglich der Spruchbänder im Stadion am letzten Wochenende, muss ich Hoeneß jetzt aber kritisieren. Dieses rausbechern von Sachen gegen einen gechassten Trainer geht mir irgendwie auf die Löffel.

Schon bei Jürgen Klinsmann spürte man etwas. Auch da lief das alles andere als schön ab. Im Vergleich zu den heutigen Aussagen in Richtung van Gaal ist Klinsmann aber wie ein unbescholtener Junge davon gekommen.

Warum ist es nicht gegangen, dass einfach ohne solche Kommentare zu erklären? Vermutlich weil die Probleme zwischen Uli Hoeneß und Louis van Gaal sich so aufstauten, dass Hoeneß nicht mehr konnte und am Ende irgendwie nicht nur gegen van Gaal nachtreten wollte, sondern auch gegen sich selbst und gegen den Aufsichtsrat. Aber sind wir mal ehrlich. Das hätte es nicht gebraucht, wenn man schon vor dem HSV Spiel diese Entscheidung getätigt hätte und nicht aus dem Trainer van Gaal eine Lame Duck gemacht hätte. Selbst Schuld.

Gemein ist ja, wenn ich jetzt sage: Wer sich über Fanproteste aufregt, sollte nicht gegen ehemalige Trainer nachkarten.

Und ein Glück heißt es ab sofort auch wieder, dass der Vorstand bzw. der Präsident den Torwart aufstellt. Immerhin hat man Walter Junghans zum Torwarttrainer ernannt und, ich vermute, das wird heißen wir spielen mit Jörg Butt die nächsten 5 Spiele. Alles andere ist vermutlich unwahrscheinlich oder?

Dennis

Chefsesselakrobat und begeisteter Blogger wie auch Sport- und vor allem Serienfanatiker. Baujahr Mitte 1989.

Kommentar (1)

  1. So wie die Saison bei Bayern läuft, und ohne Robben, verliert man am Sonntag auch nach tausend Jahren wieder gegen Leverkusen ein Heimspiel.

Kommentare sind geschlossen.