Die Scheinheiligkeit: Luiz Gustavo

Laut Informationen der Bild-Zeitung soll der erste Transfer des FC Bayern seit über einem Jahr perfekt sein. Luiz Gustavo soll am Sonntag einen Vertrag über 4,5 Jahre unterschreiben.

Wenn ich über den Transfer nachdenke, sehe ich wenig positives. Wir können das hin und her schieben, aber Gustavo würde allerhöchstens eine Notfalllösung darstellen, von denen wir genügend besitzen. Gustavo soll vermutlich in der Rückrunde die Position des linken Verteidigers übernehmen um dann ab der nächsten Saison sich mit Toni Kroos um den Platz neben Bastian Schweinsteiger streiten.

Der Transfer zu diesem Zeitpunkt dient einzig und allein dazu, die Rufe nach einer neuen Abwehrkette bzw. neuen Abwehrspielern verstummen zulassen. Mich kotzt diese Scheinheiligkeit an. Schön das Luiz Gustavo in der Champions League spielen darf, aber wie lange bringt uns das etwas? Ich würde behaupten, unser Problem ist nicht die linke Abwehrseite. Sollten wir nicht vielleicht primär an die Bundesliga denken und daran, in der nächsten Saison überhaupt die Chance zu haben, in der Champions League zuspielen?

Das Ziel der Bayern-Bosse scheint aber erfüllt. Ein groß Teil interessiert dank dem Transfer jetzt nichts mehr. Traurig.

Dennis

Chefsesselakrobat und begeisteter Blogger wie auch Sport- und vor allem Serienfanatiker. Baujahr Mitte 1989.

Kommentare (2)

  1. Ich muss das entschieden zurückweisen. Ich denke nicht, dass er eine Notlösung für die Defensive ist, sondern eine langfristige Lösung für die Position im zentralen Mittelfeld. Gustavo gehört zu den besten 6ern der Liga und gerade seine Fähigkeit, Bälle durch gutes Stellungsspiel zu gewinnen, wird ihn für die Bayern sehr nützlich werden lassen. Gustavo zusammen mit Schweini – das könnte was werden.
    Ich denke daher nicht, dass es Aktionismus ist, der zu diesem Transfer geführt hat. Es ist eher ein guter Nebeneffekt, dass er kurzfristig die Lücke hinten links füllen kann. In der Winterpause ist es immer schwierig, gute Spieler zu bekommen, gerade auf einer solch begehrten Position wie dem des Linksverteidigers. Es ist daher besser, einen “unechten” LV als gar keinen LV zu haben.

  2. Langfristig stimme ich dir sogar zu. Langfristig wird Gustavo vermutlich in der zentrale angesiedelt sein.

    Ich finde aber schon, dass es Aktionismus ist, wie du es formulieren magst. Das man Gustavo geholt hat, hat für mich 2 Gründe:
    1) Man möchte halt jedem vorgaukeln, man macht Personell etwas – noch für diese Saison.
    2) Ein gewisser Herr Hopp hat da wohl Lobbyarbeit betrieben.

    Behaupten möchte ich, man hätte einen Gustavo ebenso gut im Sommer holen können. Ob günstiger oder teurer, ist ein Rätsel. Man hätte im Sommer bereits einen Coentrao kaufen können, war im Endeffekt zugeizig und weil man diesen Winter Baines nicht bekam, nahm man sich die Lösung Gustavo. Merkwürdig.

    Man holt sich einen “Defensivallrounder”, weil man im Sommer falsch gehandelt hat. Shit happens, dann sollte man aber auch dazu stehen. Für mich ist Gustavo im Winter nur Scheinheilig. Was natürlich langfristig aus Gustavo wird, wird man sehen müssen. Bin dem nicht abgeneigt ggü, denke er kann uns langfristig sicherlich auch unterstützen.

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