Thomas Kraft – Opfer einer Fankurve

Louis van Gaal entfachte in der Winterpause eine neue Torwart-Frage. Er nahm Hans-Jörg Butt aus dem Tor und brachte dafür den jungen Thomas Kraft. Ein personeller Move, der für viel Gesprächsstoff sorgte und noch heute sorgt.

Thomas Kraft gilt als talentiert, als fußballerisch stark. van Gaal wollte mit dem Move genau zwei Sachen. Frischen Wind ins Team bringen und seine Meinung in die Diskussion um Manuel Neuer mit einbringen. Das klappte auch sehr gut. Fortan galt Neuer nur noch als Topfavorit vom Vorstand, während van Gaal „seinen Schützling“ bevorzugen würde. Später sagte Kraft, er würde in München nur bleiben, wenn er die Nummer #1 wird. Alles andere käme für ihn also nicht in Frage.

Einen Höhepunkt gab es in diesem Thema, als im DFB Pokal-Halbfinale gegen den FC Schalke 04 die Südkurve in der Allianz Arena mit „Koan Neuer“-Plakaten bestückt war. Das war ein negativer Höhepunkt in einer, eigentlichen, Luxusfrage. Die Aktion der Südkurve brachte eher Unruhe ins Fan Lager und setze Kraft Unterdruck, sonst erst mal niemanden.

Die Südkurve steht für mich als Depp da. Sie hat mit der Aktion nichts erreicht, außer „Meinung“ bezogen. Eine Meinung, die derzeit total nebensächlich ist. Ob nächste Saison Kraft oder Neuer im Tor stehen, sollte zweitrangig sein. Kraft hat bis dato gut gehalten und seinen Fehler gegen Hannover 96, Pustekuchen. So was passiert am Anfang einer Karriere. Ist natürlich für Kraft doof gelaufen, dass das ausgerechnet direkt nach dem „Plakatespiel“ passierte. Machen wir uns doch nichts vor, zwei Torhüter die gut sind, einer der sogar bereits Weltklasse hat. Da brauchen wir nicht drüber streiten. Wenn es in dieser Saison ein Luxusproblem beim FCB gibt, dann ist es die Torhüter-Frage für die Zukunft.

Idiotisch. Was die Südkurve will, ist doch klar. Sie will niemanden, der sich gern mal mit seiner „Ultrazeit“ schmückt. Hui. Na und? Ist ein Spieler aus Gelsenkirchen so schlimm, wenn er seinen Verein schon in der Fankurve unterstütze? Gab es solche lächerlich lauten Aufschreie auch, als Andreas Görlitz, Jens Jeremies oder Ludwig Kögl vom Stadtrivalen zu uns wechselten? Nicht? Na dann.

Dennis

Chefsesselakrobat und begeisteter Blogger wie auch Sport- und vor allem Serienfanatiker. Baujahr Mitte 1989.