Mami, Mami! Der hat mir meinen Lolli gemobst!

Der FC Bayern München schreibt in den letzten Tagen Schlagzeile um Schlagzeile und das leider nicht, aus sportlicher Sicht. Profilierung heißt das Zauberwort in München (bzw. in Dubai). Trainer gegen Sportdirekter, Vorstand und Präsident.

Als Ende Oktober Uli Hoeneß bei SKY90 auftrat, platzte zum ersten mal die Beziehung (falls es überhaupt eine gegeben hat…) zwischen Präsident und Trainer Louis van Gaal. Damals sagte Hoeneß bereits öffentlich in die Kameras, dass van Gaal die Spieler schlechtrede und dessen Philosophie doch garnicht zum FCB passe. Die Kommunikation zwischen Trainer und Vorstand schien damals nicht gut zu sein. Öffentlich hat man sich in einem lange anhaltenden Prozess wieder zusammen “gefunden”.

Dieser Tage geht es aber in die nächste Runde. van Gaal stoß mit seiner Idee, mit Thomas Kraft als #1 in die Rückrunde zugehen, nicht auf viel Liebe im Vorstand. Man warf dem Holländer fehlende Kommunikation vor. Während der Holländer natürlich behaupte, er habe dieses angesprochen. Was, wann und wo zusammen getragen wurde, kann ich als Aussenstehender nicht beurteilen.

Das eine Entscheidung pro Kraft beim Vorstand für Unmut sorgt, hat viel mehr etwas mit der kommenden Kaderplanung zu tun. Der Vorstand möchte die aktuelle deutsche Nummer Eins, Manuel Neuer, verpflichten. van Gaal will aber nach Edwin van der Sar und Victor Valdes einen weiteren jungen Torhüter aufbauen. Zwickmühle, weil man bei uns durch Michael Rensing vorgeschädigt ist.

Für mich gibt es aber noch einen, ganz speziellen, Kriegsplatz zwischen Trainer und Vorstand. Die trainerliche Mitbestimmung um Transfers und eine Nichteinmischung des Vorstandes in Personalentscheidungen. van Gaal will es nicht, dass ihm der Vorstand die Spieler vor die Türe legt, wie z. B. eben Manuel N. aus Gelsenkirchen. Der Vorstand möchte aber auch nicht, dass man ihm reinfunkt und so treffen sich Sturköpfe, die einem auf die Eier gehen. Aktuell wirkt es so, als ob van Gaal vor dem Saisonende abgeschossen wird. Welchen Nutzen hat es, wenn der Vorstand dem Trainer Spieler vor die Nase setz, auf die er eh nicht bauen würde? Nichts. Allerhöchstens auf eine Geldverschwendung würde das ganze hinauslaufen.

Ich kann nur hoffen, dass sich Trainer und Vorstand mal bei einem netten Nürnburger aussprechen und das von mir aus auf einem Niveau auf Gürtellinie höhe, solange danach wieder an einem Seil gezogen wird.

Dennis

Chefsesselakrobat und begeisteter Blogger wie auch Sport- und vor allem Serienfanatiker. Baujahr Mitte 1989.