Pep Guardiola übernimmt zur neuen Saison

Der FC Bayern hat heute die Katze aus dem Sack gelassen. Josep „Pep“ Guardiola i Sala wird ab 1. Juli 2013 das Amt des Trainers beim FC Bayern übernehmen.

Eine Bombenmeldung kurz vor Ende der Winterpause.

Pep Guardiola ist dem geneigten Fußballfreund mehr als nur ein Begriff. Pep Guardiola ist eventuell sogar der Inbegriff für den aktuell erfolgreichsten Trainer in diesem Business. Aber das muss jeder selbst für sich entscheiden.

Was ich persönlich von Pep halte, kann ich nicht wirklich einschätzen. Er hatte beim FC Barcelona natürlich ideale Arbeitsbedingungen vorgefunden. Er kannte den Verein. Durfte sich anfänglich in der zweiten Mannschaften mit seinem Assistent Tito Villanova eingrooven. Dann wurde ihm die Zeit gegeben, „sein Team“ zu formen.

Die alten Hasen konnte er relativ simpel aus dem Kader entsorgen. Ihm wurden eigentlich keine Steine in den Weg gelegt und zeitgleich hatte er, natürlich damals schon, mit Lionel Messi einen ganz wichtigen Spieler in seinem Kader. Vor allem tat Messi die Entsorgung von Spielern wie Ronaldinho und Co. sogar mehr als gut. Pep nahm Messi sämtliche Draufgänger und sorgte somit dafür, dass Messi die Partycrew ausging. Das war für die Entwicklung Messis natürlich nicht unerheblich.

Aber. Der deutsche FCB ist nicht in Katalonien beheimatet, sondern im Freistaat Bayern. Im Freistaat Bayern herrscht, was den Fußball angeht, bekanntlich eine andere Mentalität. Und genau diese Mentalität könnte Pep Guardiola einen Strich durch machen.

Guardiola hatte bei Barça Bedingungen, die genau gepasst haben. Ich kann nicht einschätzen, wie schnell Uli Hoeneß, der offiziell mit dem Tagesgeschäft ja nur noch bedingt was zu tun, die verstaubte Schrotflinte aus dem Keller holt. Eventuell ändert 2013 aber auch alles und im Freistaat Bayern übt man ein wenig mehr Gelassenheit als in der Vergangenheit.

Das einzige was Guardiola bei uns fehlen könnte, wäre Zeit. Zeit die viele bei uns nicht erhalten haben.

Ansonsten liegt doch eigentlich alles parat für Pep Guardiola. Das Spielermaterial ist gut ausgebildet, technisch ebenso hervorragend aufgestellt und finanziell ist in München sowieso alles rosig. Finanziell ist dann immer die Frage, ob gewisse Leute „mitspielen“.

Die Bundesliga darf sich aber freuen. Einen Trainer wie Pep Guardiola in die Bundesliga zu bekommen, könnte ein ganz großer Gewinn für alle und vor allem für DFL/DFB werden. Es gab Zeiten, da sagte ein Jose Mourinho, dass die Bundesliga für ihn nicht in Frage käme. Natürlich ist es für andere Bundesligisten unmöglich, solche Trainergrößen zu holen, da die finanzielle Stärke fehlt. Zumal der FC Bayern auch noch große Partner im Hintergrund hat.

Doch die Bundesliga profitiert, gewiss. Eine Liga die in aller Regel den Transfersummenirrsinn nicht mitgeht – Ausnahmen bestätigen die Regel. Eine Liga die auf einem taktisch exzellenten Niveau ist und die mit Borussia Dortmund vermutlich wieder ein zweites Topteam in die Liga bekommt.

Schauen wir mal, wie sich das ganze entwickeln wird.

Die Bestätigung von Guardiola als neuer Coach ab Juli 2013 ist übrigens nicht zu einem der schlechtesten Zeitpunkte gekommen. Die elende Frage wie es ab Sommer weiter gehen wird, ist damit jetzt (schon/endlich) geklärt.

Dennis

Chefsesselakrobat und begeisteter Blogger wie auch Sport- und vor allem Serienfanatiker. Baujahr Mitte 1989.